Wer­be­pla­ne in denk­mal­ge­schütz­ter Platz­an­la­ge

Eine weit­hin sicht­ba­re, nachts beleuch­te­te Wer­be­an­la­ge in der Grö­ßen­ord­nung 44 x 38 Meter ist mit dem denk­mal­recht­li­chen Umge­bungs­schutz nicht ver­ein­bar.

Wer­be­pla­ne in denk­mal­ge­schütz­ter Platz­an­la­ge

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Eil­an­trag eines auf die Instal­la­ti­on von Rie­sen­pla­ka­ten spe­zia­li­sier­tes Unter­neh­mens zurück­ge­wie­sen. Die Antrag­stel­le­rin hat­te Anfang Sep­tem­ber 2015 ohne Geneh­mi­gung eine mit 44 x 38 Meter weit­hin sicht­ba­re, nachts beleuch­te­te Wer­be­pla­ne an einem Bau­ge­rüst vor dem Gebäu­de Ernst-Reu­ter-Platz 6 ange­bracht. Der Ernst-Reu­ter-Platz bil­det mit einer Rei­he dort befind­li­cher Gebäu­de einen in die Lan­des­denk­mal­lis­te Ber­lin ein­ge­tra­ge­nen Denk­mal­be­reich. Das Bezirks­amt Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf lehn­te die nach­träg­lich bean­trag­te Geneh­mi­gung der Antrag­stel­le­rin ab und ord­ne­te aus Grün­den des Denk­mal­schut­zes die sofor­ti­ge Besei­ti­gung der Pla­ne an. Dage­gen wand­te die Antrag­stel­le­rin ein, sie habe auf­grund der Pra­xis des Bezirks­amts in der Ver­gan­gen­heit mit einer Geneh­mi­gung rech­nen kön­nen. Die Wer­bung füh­re nicht zu einer denk­mal­recht­lich rele­van­ten Ver­än­de­rung des Plat­zes.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin stel­le eine Wer­be­an­la­ge die­ser Grö­ßen­ord­nung einen Fremd­kör­per in der denk­mal­ge­schütz­ten Platz­an­la­ge dar und über­tö­ne die­sen. Sie las­se die gebo­te­ne Ach­tung gegen­über den Wer­ten außer Acht, die das Ensem­ble ver­kör­pe­re. Die Beein­träch­ti­gung wer­de auch nicht dadurch gemin­dert, dass es sich nur um eine vor­über­ge­hen­de Bau­ge­rüst­wer­bung han­de­le. Aus einer rechts­wid­ri­gen Geneh­mi­gungs­pra­xis in der Ver­gan­gen­heit kön­ne die Antrag­stel­le­rin kei­nen Anspruch auf Geneh­mi­gung her­lei­ten. Die Behör­de ver­lan­ge die Besei­ti­gung des Pla­kats zu Recht.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Beschluss vom 8. Okto­ber 2015 – VG 19 L 294.15