Wider­ruf der Sperr­zeit­ver­kür­zung für Spiel­hal­len

Unter Wider­rufs­vor­be­halt erteil­te Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen zur Ver­kür­zung der all­ge­mei­nen Sperr­zeit für Spiel­hal­len dür­fen wegen einer Geset­zes­än­de­rung, die kei­ne Aus­nah­men mehr zulässt, wider­ru­fen wer­den.

Wider­ruf der Sperr­zeit­ver­kür­zung für Spiel­hal­len

Das hat jetzt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt für sechs Spiel­hal­len in Rhein­land-Pfalz ent­schie­den. Auf Antrag der kla­gen­den Spiel­hal­len­be­trei­be­rin­nen war die kraft Lan­des­gast­stät­ten­ver­ord­nung all­ge­mein gel­ten­de sechs­stün­di­ge nächt­li­che Sperr­zeit jeweils durch Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen auf eine Stun­de ver­kürzt wor­den. Dabei hat­te die Behör­de sich den jeder­zei­ti­gen Wider­ruf die­ser Geneh­mi­gun­gen vor­be­hal­ten. Nach dem Inkraft­tre­ten des Lan­des­glücks­spiel­ge­set­zes im Juli 2012, das eine sechs­stün­di­ge Sperr­zeit vor­schrieb, und nach Anhö­rung der Betrei­be­rin­nen wider­rief die zustän­di­ge Behör­de die Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen Ende 2013. Ein wäh­rend des Wider­spruchs­ver­fah­rens in Kraft getre­te­nes Ände­rungs­ge­setz zum Lan­des­glücks­spiel­ge­setz lässt seit 2015 aus­drück­lich kei­ne Aus­nah­men von der Sperr­zeit mehr zu. Wider­spruch, Kla­ge und Beru­fung der Betrei­be­rin­nen gegen den Wider­ruf der Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen blie­ben erfolg­los 1. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die Beru­fungs­ur­tei­le des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz bestä­tigt:

Der Wider­ruf der Sperr­zeit­ver­kür­zung zum Zwe­cke der Umset­zung der Rechts­än­de­run­gen konn­te in den ent­schie­de­nen Fäl­len auf den unein­ge­schränk­ten Wider­rufs­vor­be­halt in den Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen gestützt wer­den. Gegen die lan­des­recht­li­che Rege­lung einer aus­nahms­los sechs­stün­di­gen Sperr­zeit für Spiel­hal­len bestehen kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken. Die beklag­te Behör­de durf­te ihr Ermes­sen zuguns­ten des Jugend- und Spie­ler­schut­zes und damit eines Wider­rufs der Sperr­zeit­ver­kür­zun­gen aus­üben. Sie hat auch die Jah­res­frist für den Wider­ruf gewahrt. Die­se begann nicht schon mit ihrer Kennt­nis von der gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung, son­dern erst mit Abschluss der Anhö­rung der Betrei­be­rin­nen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 12. Sep­tem­ber 2019 – 8 C 7.18; 8 C 8.18; 8 C 9.18; 8 C 10.18; und 8 C 11.18

  1. OVG Rhein­land-Pfalz, Urtei­le vom 23.08.2018 – 6 A 11812/​1; 6 A 11730/​17; 6 A 11821/​17; und 6 A 11801/​17; VG Neustadt/​Weinstraße, Urtei­le vom 25.09.2017 – 4 K 477/17.NW; 4 K 439/​17.NW; 4 K 325/​17.NW; 4 K 316/​17.NW; und 4 K 309/​17.NW[]