Wie­der­ho­lung von Kom­mu­nal­wah­len

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat einen Antrag des Rates der Gemein­de Kal­le­tal abge­lehnt, der dar­auf gerich­tet war, die sofor­ti­ge Voll­zieh­bar­keit sei­nes Beschlus­ses vom 26. Novem­ber 2009 wie­der her­zu­stel­len, mit dem die Wahl des Bür­ger­meis­ters und die Wahl für die Ver­tre­tung der Gemein­de Kal­le­tal vom 30. August 2009 im Wahl­be­zirk 130 – Lüden­hau­sen für ungül­tig erklärt und eine Wie­der­ho­lungs­wahl ange­ord­net wor­den war.

Wie­der­ho­lung von Kom­mu­nal­wah­len

Über die Kla­ge des CDU-Gemein­de­ver­ban­des gegen die­sen Beschluss ist noch nicht rechts­kräf­tig ent­schie­den. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len hat­te auf die Beru­fung des Rates der Gemein­de Kal­le­tal die Kla­ge als unzu­läs­sig abge­wie­sen und die Revi­si­on nicht zuge­las­sen. Gegen die Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on ist die Beschwer­de des CDU-Gemein­de­ver­ban­des Kal­le­tal beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt noch anhän­gig. Da nach gegen­wär­ti­gem Erkennt­nis­stand offen ist, ob die Beschwer­de zur Zulas­sung der Revi­si­on füh­ren und ob gege­be­nen­falls die Ent­schei­dung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts im Revi­si­ons­ver­fah­ren Bestand haben wird, hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt sei­ne im Ver­fah­ren nach § 80 Abs. 7 VwGO zu tref­fen­de Inter­es­sen­ab­wä­gung dar­auf gestützt, dass der gesetz­li­che Grund­satz des § 80 Abs. 1 VwGO, der von einer auf­schie­ben­den Wir­kung der Kla­ge aus­geht, und die in Art. 19 Abs. 4 GG ent­hal­te­ne Garan­tie eines effek­ti­ven Rechts­schut­zes schwe­rer wie­gen als das Inter­es­se des Rates der Gemein­de Kal­le­tal, die Wie­der­ho­lungs­wah­len bald­mög­lichst statt­fin­den zu las­sen.

Dass für die Wie­der­ho­lungs­wahl bereits Vor­be­rei­tun­gen getrof­fen wur­den und ein Ter­min auf den 20. März 2011 bestimmt wur­de, konn­te nicht berück­sich­tigt wer­den, denn dies geschah unter Miss­ach­tung eines Beschlus­ses des Ver­wal­tungs­ge­richts Min­den vom 15. März 2010, mit dem die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­ge ange­ord­net wor­den war.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 10. März 2011 – 8 VR 2.11