Will­kür – durch feh­ler­haf­te Rechtsanwendung?

Objek­tiv unhalt­bar im Sin­ne des in Art. 3 Abs. 1 GG ver­an­ker­ten Will­kür­ver­bots ist ein Rich­ter­spruch, wenn er unter kei­nem denk­ba­ren Aspekt recht­lich ver­tret­bar ist und sich daher der Schluss auf­drängt, dass er auf sach­frem­den Erwä­gun­gen beruht.

Will­kür – durch feh­ler­haf­te Rechtsanwendung?

Das ist anhand objek­ti­ver Kri­te­ri­en fest­zu­stel­len. Einen sub­jek­ti­ven Schuld­vor­wurf ent­hält die Fest­stel­lung von Will­kür nicht [1].

Feh­ler­haf­te Rechts­an­wen­dung allein macht eine Gerichts­ent­schei­dung nicht will­kür­lich, wenn das Gericht sich mit der Rechts­la­ge ein­ge­hend aus­ein­an­der­ge­setzt hat und sei­ne Auf­fas­sung nicht jeden sach­li­chen Grun­des ent­behrt [2].

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 26. Novem­ber 2020 – 2 BvR 1510/​20

  1. vgl. etwa BVerfGE 86, 59 <63>[]
  2. vgl. BVerfGE 87, 273 <278 f.> 96, 189 <203>[]