Wind­ener­gie­an­la­gen mit Solar­un­ter­stüt­zung

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat heu­te ent­schie­den, dass sich die erleich­ter­te Geneh­mi­gungs­fä­hig­keit von Wind­ener­gie­an­la­gen im Außen­be­reich (Pri­vi­le­gie­rung) auch auf Solar­an­la­gen erstre­cken kann, deren Bei­trag zur Deckung des Eigen­ener­gie­be­darfs von Wind­ener­gie­an­la­gen erforscht wer­den soll.

Wind­ener­gie­an­la­gen mit Solar­un­ter­stüt­zung

Die Revi­si­ons­ver­fah­ren betra­fen die bau­pla­nungs­recht­li­che Zuläs­sig­keit sog. Hybrid­an­la­gen, bestehend aus einer 20 bzw. 30 m hohen Wind­ener­gie­an­la­ge, an deren jewei­li­gem Fuß ein dreh­ba­rer Modul­trä­ger für eine Beplat­tung mit Solar­zel­len ange­bracht wer­den soll. Die Hybrid­an­la­gen sol­len in einer Ent­fer­nung von 50 bis 60 m (Klein-Hybrid) bzw. 70 bis 100 m (Medi­um-Hybrid) zu jeweils einer im Außen­be­reich ste­hen­den Groß­wind­ener­gie­an­la­ge (Gesamt­hö­he bis zu 120 m) auf­ge­stellt wer­den. Die Klä­ge­rin, ein Unter­neh­men der Wind­ener­gie­nut­zung, möch­te mit den bei­den Hybri­den erpro­ben, wel­chen Bei­trag die­se als Hilfs­en­er­gie­quel­le für den Eigen­ener­gie­be­darf der Groß­wind­ener­gie­an­la­gen leis­ten kön­nen.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die Ansicht der Vor­in­stan­zen, des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier und des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz, bestä­tigt, die einen For­schungs­be­darf bejaht haben. Zwar sind die von der Klä­ge­rin kon­stru­ier­ten Anla­gen für eine Unter­stüt­zung des Betriebs von Groß­wind­ener­gie­an­la­gen, ihre Funk­ti­ons­fä­hig­keit unter­stellt, aktu­ell nicht inter­es­sant, weil es der­zeit betriebs­wirt­schaft­lich güns­ti­ger ist, den Eigen­ener­gie­be­darf von Groß­wind­ener­gie­an­la­gen über das öffent­li­che Strom­netz oder mit Hil­fe von Die­sel­ge­ne­ra­to­ren zu decken. Die­se Bedin­gun­gen kön­nen sich aber bei stei­gen­den Kos­ten des Netz­be­zugs oder höhe­ren Treib­stoff­kos­ten zu Guns­ten der Hybrid­an­la­gen ändern. Auf eine mög­li­che Nach­fra­ge in der Zukunft darf sich die Klä­ge­rin schon jetzt durch eine Erpro­bung sol­cher Pro­to­ty­pen vor­be­rei­ten.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 22. Janu­ar 2009 – 4 C 17.07 und 18.07