Wohn­ge­biet für Fami­li­en mit Kin­dern

Möch­te die pla­nen­de Gemein­de Tei­len des Plan­ge­biets unter Beru­fung auf das Vor­lie­gen gewich­ti­ger städ­te­bau­li­cher Grün­de, die für eine sol­che Lösung spre­chen, eine Über­schrei­tung der Lärm-Ori­en­tie­rungs­wer­te der DIN 18005–1 („Schall­schutz im Städ­te­bau“) zumu­ten, so setzt dies vor­aus, dass sie sich im Rah­men der Abwä­gung mit den nach Lage der Din­ge in Betracht kom­men­den bau­li­chen und tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten befasst, die Über­schrei­tung auf das im Inter­es­se einer Errei­chung des Pla­nungs­ziels hin­zu­neh­men­de Maß zu beschrän­ken.

Wohn­ge­biet für Fami­li­en mit Kin­dern

Plant die Gemein­de ein neu­es Wohn­ge­biet vor allem für Fami­li­en mit Kin­dern, so begrün­det es ein Ermitt­lungs- und Bewer­tungs­de­fi­zit i.S.v. § 2 Abs. 3 i.V.m. § 214 Abs. 1 Nr. 1 Bau­GB, wenn sie Tei­len des Bau­ge­biets eine Über­schrei­tung der Lärm-Ori­en­tie­rungs­wer­te der DIN 18005–1 („Schall­schutz im Städ­te­bau“) zumu­tet, sich aber kei­ner­lei Gedan­ken über die Schutz­be­dürf­tig­keit von Außen­wohn­be­rei­chen macht.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 17. Juni 2010 – 5 S 884/​09