Zah­len für die BUGA-Stra­ßen­bau­maß­nah­men

Bei einer Stra­ßen­bau­maß­nah­me, die im Zusam­men­hang mit der Bun­des­gar­ten­schau BUGA 2011 steht, han­delt es sich um eine pri­vat­recht­li­che Maß­nah­me, die nicht aus­bau­bei­trags­fä­hig ist.

Zah­len für die BUGA-Stra­ßen­bau­maß­nah­men

In dem jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz ent­schie­de­nen Fall sind die Klä­ger zum Teil Mit­ei­gen­tü­mer von Antei­len an Wohn­ei­gen­tum in der Rhein­zoll­stra­ße in Koblenz. Die­se Stra­ße wur­de im Zuge der Bun­des­gar­ten­schau von der pri­va­ten Gesell­schaft BUGA GmbH umge­stal­tet, wobei die hier maß­ge­ben­de Teil­flä­che als Stra­ße für den Fuß­gän­ger­ver­kehr gewid­met wur­de. Grund­la­ge hier­für war eine Ver­ein­ba­rung der Stadt Koblenz mit der BUGA GmbH, wonach die­se Gesell­schaft alle mit der Vor­be­rei­tung, Pla­nung, Durch­füh­rung und Abwick­lung ein­schließ­lich des Rück­baus der BUGA 2011 anfal­len­den Kos­ten, soweit die­se ihr als Trä­ge­rin der BUGA 2011 zuzu­rech­nen sei­en, über­neh­me. Ver­trag­lich fest­ge­legt war u. a., dass das Kon­rad-Ade­nau­er-Ufer ein­schließ­lich der Rhein­zoll­stra­ße als Ergän­zungs-/Trans­fer­be­reich ent­wi­ckelt wer­den sol­le. Nach­dem die BUGA GmbH mit der Bau­maß­nah­me begon­nen hat­te, fass­te der Koblen­zer Stadt­rat im April 2010 den Beschluss zum Aus­bau der Rhein­zoll­stra­ße; im Lage­plan war die BUGA GmbH als Bau­her­rin auf­ge­führt. Da nach Ein­schät­zung der Stadt der süd­li­che Bereich in einem schlech­ten Zustand sei, beschloss der Stadt­rat Vor­aus­leis­tun­gen auf den Aus­bau­bei­trag zu erhe­ben. Gegen ent­spre­chen­de Vor­aus­leis­tungs­be­schei­de vom 12. Janu­ar 2011 leg­ten die Klä­ger Wider­spruch ein und erho­ben nach eini­ger Zeit Untä­tig­keits­kla­ge.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz han­de­le es sich bei der abge­rech­ne­ten Maß­nah­me nicht um den bei­trags­fä­hi­gen Aus­bau einer Ver­kehrs­an­la­ge. Die Über­tra­gung des Aus­baus einer (Anbau-)Stra­ße auf eine pri­vat­recht­lich orga­ni­sier­te und zudem nicht voll­stän­dig in der Hand der Stadt ste­hen­den GmbH sei man­gels gesetz­li­cher Ermäch­ti­gung unzu­läs­sig und inso­weit recht­lich unwirk­sam. Damit kön­ne es sich bei dem tat­säch­lich durch­ge­führ­ten Stra­ßen­bau in der Rhein­zoll­stra­ße nicht um die hoheit­li­che Wahr­neh­mung der Stra­ßen­bau­last han­deln. Fer­ner habe die Stadt kei­ne eige­nen Auf­wen­dun­gen für den Aus­bau einer Ver­kehrs­an­la­ge getä­tigt und sich der BUGA GmbH auch nicht zum Aus­bau einer Anbau­stra­ße bedient. Viel­mehr habe sie ledig­lich die­ser Gesell­schaft gestat­tet, die Stra­ßen nach deren Plä­nen zur Durch­füh­rung der Bun­des­gar­ten­schau umzu­ge­stal­ten. Inso­weit kön­ne sich die Stadt auch nicht dar­auf beru­fen, dass sie der BUGA GmbH in den Jah­ren 2009 bis 2011 beträcht­li­che Mit­tel für die Aus­ge­stal­tung des Kon­rad-Ade­nau­er-Ufers über­wie­sen habe. Die­se Zuwen­dun­gen hät­ten nach dem abge­schlos­se­nen Ver­trag als Anschub­fi­nan­zie­rung gedient. Hät­te die BUGA GmbH Ver­lus­te erwirt­schaf­tet, wären die Zuschüs­se ver­lo­ren gewe­sen. Da sie aber Gewinn erzielt habe, wer­de die Stadt ihre Zuwen­dun­gen zumin­dest antei­lig wie­der zurück erlan­gen. Frei­wil­li­ge Zuwen­dun­gen sei­en indes kei­ne Auf­wen­dun­gen im Sin­ne der kom­mu­nal­ab­ga­ben­recht­li­chen Vor­schrif­ten. Über­dies sei der hier aus­ge­bau­te Teil der Rhein­zoll­stra­ße, der als Fuß­weg gewid­met sei, vor dem Hin­ter­grund der Fest­set­zun­gen im Bebau­ungs­plan Nr. 55 eben­falls nicht zum Anbau bestimmt, so dass eine wei­te­re Vor­aus­set­zung für die Bei­trags­er­he­bung nicht vor­lie­ge. Die ange­grif­fe­nen Vor­aus­leis­tungs­be­schei­de wur­den auf­ge­ho­ben.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urtei­le vom 6. Febru­ar 2012 – 4 K 682/​11.KO