Zivil­dienst statt gol­fen

Ein Zivil­dienst­pflich­ti­ger kann nicht ver­lan­gen, vom Zivil­dienst zurück­ge­stellt zu wer­den, um sei­ne Kar­rie­re als Golf­pro­fi vor­an­zu­trei­ben, wenn er die Pro­fi­kar­rie­re begon­nen hat, als er wegen einer Berufs­aus­bil­dung zurück­ge­stellt war und sich nicht recht­zei­tig ver­ge­wis­sert hat, ob er im Anschluss an die Aus­bil­dung Zivil­dienst leis­ten muss. Dies ent­schied die 9. Kam­mer des Ver­wal­tungs­ge­richts Karls­ru­he in ihrem Beschluss vom 11.03.2008 und lehn­te damit den Eil­an­trag eines Zivil­dienst­pflich­ti­gen ab.

Zivil­dienst statt gol­fen

Der Zivil­dienst­pflich­ti­ge woll­te ver­hin­dern, sei­nen Dienst als Zivil­dienst­leis­ten­der antre­ten zu müs­sen. Er war zunächst wegen einer Berufs­aus­bil­dung vom Zivil­dienst zurück­ge­stellt gewe­sen. Neben der Aus­bil­dung spiel­te er Golf im Ama­teur­la­ger. Kurz vor dem Ende sei­ner Aus­bil­dung und dem Ende sei­ner Zurück­stel­lungs­zeit ent­schloss er sich, ins Pro­fi­la­ger über­zu­wech­seln und unter­schrieb einen drei­jäh­ri­gen Spon­so­ren­ver­trag. Als er nach dem Ende sei­ner Zurück­stel­lungs­zeit sei­nen Zivil­dienst antre­ten soll­te, bean­trag­te er beim Bun­des­amt für den Zivil­dienst, bis zum Ablauf sei­nes Spon­so­ren­ver­tra­ges zurück­ge­stellt zu wer­den, um die Chan­ce zu nut­zen, sich eine Pro­fi­kar­rie­re auf­zu­bau­en. Ohne regel­mä­ßi­ges inten­si­ves Trai­ning und ohne Tur­nier­teil­nah­men wer­de die­se Chan­ce zunich­te gemacht. Außer­dem bestehe die Gefahr, dass der Spon­sor die geleis­te­ten Spon­so­ren­gel­der zurück­ver­lan­ge. Das Bun­des­amt für den Zivil­dienst lehn­te die Zurück­stel­lung ab. Der Antrag­stel­ler bean­trag­te dar­auf­hin vor­läu­fi­gen Rechts­schutz beim Ver­wal­tungs­ge­richt.

Der Antrag blieb erfolg­los. In den Grün­den des Beschlus­ses heißt es: Der Antrag­stel­ler kön­ne kei­ne Zurück­stel­lung vom Zivil­dienst bis zum Ablauf des Spon­so­ren­ver­tra­ges ver­lan­gen, weil er dann über 25 Jah­re alt wäre und eine Zurück­stel­lung in einem sol­chen Fall nur mög­lich sei, wenn eine unzu­mut­ba­re Här­te vor­lie­ge. Eine unzu­mut­ba­re Här­te kön­ne zwar ein­tre­ten, wenn er eine ein­ma­li­ge beruf­li­che Chan­ce ver­lie­ren wür­de. Aller­dings sei von ihm zu for­dern, dass er alles getan habe, um den Ein­tritt des Här­te­falls abzu­wen­den. Dar­an feh­le es. Denn der Antrag­stel­ler habe sich erst kurz vor Ablauf der Zurück­stel­lungs­zeit ent­schlos­sen, vom Ama­teur- zum Pro­fi­la­ger über­zu­wech­seln und habe den Spon­so­ren­ver­trag abge­schlos­sen, ohne sich zuvor beim Bun­des­amt für den Zivil­dienst zu ver­ge­wis­sern, ob eine Ein­be­ru­fung anste­he. Eine sol­che Rück­fra­ge hät­te es ihm ermög­licht, den Über­tritt ins Pro­fi­la­ger bis zum Ende der Zivil­dienst­zeit zu ver­schie­ben und bis dahin wei­ter als Ama­teur zu spie­len. Die Ein­be­ru­fung vor sei­nem Wech­sel ins Pro­fi­la­ger hät­te ihn wohl weit­aus weni­ger hart getrof­fen. Denn an sei­nen Trai­nings­zei­ten hät­te sich gegen­über denen wäh­rend sei­ner Berufs­aus­bil­dung wenig geän­dert, zumal er durch die Benen­nung einer Zivil­dienst­stel­le sei­ner Wahl sei­nen Dienst­ort in die Nähe sei­nes Trai­nings­orts hät­te legen kön­nen. Dar­über hin­aus hät­te er die Möglichkeit gehabt, mit der Beschäf­ti­gungs­stel­le einen Dienst­an­tritts­ter­min nahe zum Aus­bil­dungs­en­de zu ver­ein­ba­ren, um so die Zeit bis zum Wech­sel ins Pro­fi­la­ger mög­lichst kurz zu hal­ten.

Der Beschluss ist rechts­kräf­tig.

Ver­wal­tungs­ge­richt Karls­ru­he, Beschluss vom 11.3.2008, – 9 K 482/​08