Zivil­dienst und kei­ne War­te­zei­ten zum Stu­di­um

Zivil­dienst­leis­ten­der muss kei­ne War­te­zei­ten bis Stu­di­en­be­ginn hin­neh­men. So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz dem Eil­an­trag eines Zivil­dienst­leis­ten­den statt­ge­ge­ben, der den Zivil­dienst wegen Stu­di­en­be­ginns zum kom­men­den Win­ter­se­mes­ter 2010/​2011 vor­zei­tig been­den will. Das Gericht sah eine beson­de­re Här­te dar­in, dass der Antrag­stel­ler bei voll­stän­di­ger Ableis­tung des Zivil­diens­tes bis zum Jah­res­en­de für den nächst­mög­li­chen Stu­di­en­be­ginn zum Win­ter­se­mes­ter 2011/​2012 noch wei­te­re neun Mona­te hät­te war­ten müs­sen.

Zivil­dienst und kei­ne War­te­zei­ten zum Stu­di­um

Der Antrag­stel­ler hät­te sei­nen Zivil­dienst regu­lär noch bis zum Ende des Jah­res 2010 leis­ten müs­sen. Er hat sich noch wäh­rend des Zivil­diens­tes für ein Stu­di­um bewor­ben, das jähr­lich nur zum Win­ter­se­mes­ter auf­ge­nom­men wer­den kann. Nach­dem sei­ne Bewer­bung für das kom­men­de Win­ter­se­mes­ter 2010/​2011 erfolg­reich war, hat er bei dem Bun­des­amt für den Zivil­dienst erfolg­los um eine vor­zei­ti­ge Ent­las­sung aus dem Zivil­dienst nach­ge­sucht. Er hat schließ­lich bei dem Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz den Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung bean­tragt.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die bean­trag­te einst­wei­li­ge Anord­nung erlas­sen und die Antrags­geg­ne­rin ver­pflich­tet, den Antrag­stel­ler vor­zei­tig aus dem Zivil­dienst zu ent­las­sen. Für den Antrag­stel­ler bedeu­te das Ver­blei­ben im Zivil­dienst wegen beruf­li­cher Grün­de, die nach dem Dienst­an­tritt ent­stan­den sei­en, eine beson­de­re Här­te. Nach regu­lä­rem Ende des Zivil­diens­tes müss­te der Antrag­stel­ler wei­te­re neun Mona­te bis zum nächst­mög­li­chen Stu­di­en­be­ginn war­ten. Die­se Zeit über­stei­ge die sechs­mo­na­ti­ge Dau­er des mitt­ler­wei­le ver­kürz­ten Wehr- und Zivil­diens­tes. Zudem sei er in die­ser Zeit nicht finan­zi­ell abge­si­chert und kön­ne sie auch nicht sinn­voll für das Stu­di­um nut­zen. Auch nach den rechts­kon­form aus­ge­leg­ten Vor­ga­ben der Antrags­geg­ne­rin sei bei einer War­te­zeit von mehr als sechs Mona­ten von einem Här­te­fall aus­zu­ge­hen. Wei­ter sei­en mit der Ver­kür­zung der Wehr- und Zivil­dienst­zeit die Über­le­gun­gen hin­fäl­lig, die War­te­zei­ten über die rei­ne Dienst­zeit hin­aus frü­her gerecht­fer­tigt hät­ten. Es sei bei sechs­mo­na­ti­gen Dienst­zei­ten kein Grund ersicht­lich, wes­halb die Dienst­pflich­ti­gen nicht so ein­ge­zo­gen wer­den könn­ten, dass kei­ne wei­te­ren War­te­zei­ten ent­stün­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Beschluss vom 30. August 2010 – 7 L 1010/​10.KO