Zugang zu den „Gut­ten­berg-Unter­la­gen“ – der Wis­sen­schaft­li­che Dienst des Deut­schen Bun­des­ta­ges

Vom Anwen­dungs­be­reich des Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­set­zes, IFG, ist nur der spe­zi­fi­sche Bereich der Wahr­neh­mung par­la­men­ta­ri­scher Ange­le­gen­hei­ten aus­ge­nom­men. Die Arbeit der Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te des Deut­schen Bun­des­ta­ges ist Ver­wal­tungs­tä­tig­keit und fällt nicht dar­un­ter.

Zugang zu den „Gut­ten­berg-Unter­la­gen“ – der Wis­sen­schaft­li­che Dienst des Deut­schen Bun­des­ta­ges

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall, in dem Zugang begehrt wird zu ins­ge­samt acht Doku­men­ten der Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te und des Spra­chen­diens­tes des Deut­schen Bun­des­ta­ges, die Karl-Theo­dor zu Gut­ten­berg ange­for­dert und für sei­ne Dis­ser­ta­ti­on ver­wen­det hat. Der Deut­sche Bun­des­tag hat­te die­ses Ersu­chen mit der Begrün­dung abge­lehnt, das IFG sei nicht anwend­bar. Die Zuar­beit der Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te und des Spra­chen­diens­tes sei der Man­dats­aus­übung der Abge­ord­ne­ten zuzu­rech­nen und daher als Wahr­neh­mung par­la­men­ta­ri­scher Ange­le­gen­hei­ten vom Infor­ma­ti­ons­zu­gang aus­ge­nom­men. Im Übri­gen ste­he dem Infor­ma­ti­ons­an­spruch der Schutz geis­ti­gen Eigen­tums ent­ge­gen.

Die­ser Ansicht ist das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in sei­ner Urteils­be­grün­dung nicht gefolgt. Viel­mehr ist es der Auf­fas­sung, vom Anwen­dungs­be­reich des IFG sei nur der spe­zi­fi­sche Bereich der Wahr­neh­mung par­la­men­ta­ri­scher Ange­le­gen­hei­ten aus­ge­nom­men. Die Arbeit der Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te des Bun­des­ta­ges fal­le nicht hier­un­ter, son­dern sei Ver­wal­tungs­tä­tig­keit, auch wenn die Anfra­gen der Abge­ord­ne­ten an die Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te man­dats­be­zo­gen sei­en. Die Arbei­ten der Wis­sen­schaft­li­chen Diens­te sei­en Grund­la­ge für die par­la­men­ta­ri­sche Arbeit der Abge­ord­ne­ten, nicht aber bereits selbst par­la­men­ta­ri­sche Tätig­keit.

Der Schutz des geis­ti­gen Eigen­tums ste­he dem Anspruch nicht ent­ge­gen. Die Bun­des­tags­ver­wal­tung sei Inha­be­rin der Nut­zungs­rech­te. Ihr Erst­ver­öf­fent­li­chungs­recht sei durch die Her­aus­ga­be nicht ver­letzt, weil nur der Klä­ger und nicht die All­ge­mein­heit Ablich­tun­gen erhal­te. Bereits in ihrem Urteil vom 1. Dezem­ber 2011 hat­te das Ver­wal­tungs­ge­richt in einer par­al­lel gela­ger­ten Sache die­se Rechts­auf­fas­sung ver­tre­ten [1].

Ver­wal­tungs­ge­richt­Ber­lin, Urteil vom 14. Sep­tem­ber 2012 – VG 2 K 185.11

  1. VG Ber­lin, Urteil vom 01.12.2011 – VG 2 K 91.11[]