Zulas­sung zum Sport­stu­di­um – ohne Sporteignungsprüfung

Es ist recht­lich nicht zu bean­stan­den, dass die West­fä­li­sche Wil­helms-Uni­ver­si­tät Müns­ter bei der Zulas­sung zum Stu­di­um im Fach Sport zum Win­ter­se­mes­ter 2020/​2021 wegen der Coro­na-Pan­de­mie von der sonst obli­ga­to­ri­schen Sport­eig­nungs­prü­fung abge­se­hen hat.

Zulas­sung zum Sport­stu­di­um – ohne Sporteignungsprüfung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter den Eil­an­trag eines Stu­di­en­platz­be­wer­bers abge­lehnt, ihn vor­läu­fig zum Stu­di­en­gang zuzu­las­sen. Der Antrag­stel­ler hat­te 2019 die Sport­eig­nungs­prü­fung an der West­fä­li­schen Wil­helms-Uni­ver­si­tät Müns­ter bestan­den. 2020 erwarb er die Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung mit einer Durch­schnitts­no­te von 3,1. Sein Abitur­zeug­nis weist im Fach Sport in allen vier Teil­no­ten der letz­ten bei­den Jahr­gangs­stu­fen 15 Punk­te aus. Gleich­wohl hat­te die Antrags­geg­ne­rin sei­ne Zulas­sung zum Sport­stu­di­um mit der Begrün­dung abge­lehnt, der Antrag­stel­ler habe die Aus­wahl­gren­zen im zulas­sungs­be­schränk­ten Stu­di­en­gang Sport nicht erreicht. Im aktu­el­len Zulas­sungs­jahr sei aus pan­de­mie­be­ding­ten Grün­den von der Durch­füh­rung der sonst obli­ga­to­ri­schen Sport­eig­nungs­prü­fung abge­se­hen wor­den. Statt­des­sen sei­en als Nach­weis der beson­de­ren Eig­nung für das Sport­stu­di­um min­des­tens zehn Punk­te im Fach Sport in min­des­tens drei der vier Teil­no­ten der letz­ten bei­den Schul­jahr­gangs­stu­fen gefor­dert wor­den. Dies habe zu einem nicht erwar­te­ten Bewer­ber­zu­wachs für das Fach Sport geführt. Wäh­rend es 2019 440 Bewer­bun­gen gege­ben habe, sei­en es 2020 1.373 gewe­sen. Dabei habe der Antrag­stel­ler mit sei­ner Abitur­no­te von 3,1 nicht zuge­las­sen wer­den können.

Dem­ge­gen­über mach­te der Antrag­stel­ler unter ande­rem gel­tend: Die Antrags­geg­ne­rin mache die Eig­nung für den Stu­di­en­gang von ein­zel­nen Noten im Fach Sport in der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung abhän­gig und ver­zich­te pan­de­mie­be­dingt auf eine Sport­eig­nungs­prü­fung. Bei ihrer Aus­wahl­ent­schei­dung ori­en­tie­re sie sich aber allein an der Note der Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung und der War­te­zeit. Dies wider­spre­che der aktu­el­len Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, wonach sich die Ver­tei­lung der Stu­di­en­plät­ze an der kon­kre­ten Eig­nung für das Stu­di­en­fach zu ori­en­tie­ren habe.

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Dem folg­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter jedoch nicht. In den Grün­den des Beschlus­ses heißt es unter ande­rem: Der Antrag­stel­ler erfül­le zwar die Zugangs­vor­aus­set­zun­gen für den genann­ten Stu­di­en­gang. Es sei aber aller Vor­aus­sicht nach nicht zu bean­stan­den, dass er im Rah­men des Aus­wahl­ver­fah­rens nicht berück­sich­tigt wor­den sei. Die­se Ent­schei­dung bewe­ge sich nicht nur inner­halb des inso­weit gel­ten­den hoch­schul­zu­las­sungs­recht­li­chen Regel­wer­kes. Auch aus ver­fas­sungs­recht­li­chen Grün­den sei nichts ande­res gebo­ten. Die auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie geschaf­fe­ne und zeit­lich befris­te­te Neu­re­ge­lung der Antrags­geg­ne­rin, auf eine Eig­nungs­prü­fung zu ver­zich­ten, füh­re nicht zu einer grund­sätz­li­chen Ände­rung der schon bis­her prak­ti­zier­ten Ver­fah­rens­wei­se. Viel­mehr sei der Nach­weis einer Grund­sport­lich­keit durch die gefor­der­ten Sport­no­ten bei­be­hal­ten wor­den. Auch die Ver­tei­lung knap­per Stu­di­en­plät­ze rich­te sich nach wie vor maß­geb­lich nach der Abiturdurchschnittsnote.

Ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter, Beschluss vom 19. Mai 2021 ‑9 L 923/​20

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