Zusam­men­le­gung zwei­er Grund­schu­len

Fehlt es an der Wirk­sam­keit der von einem Stadt­rat beschlos­se­nen Zusam­men­le­gung zwei­er Schu­len, da die für eine Zusam­men­le­gung erfor­der­li­che Geneh­mi­gung der Lan­des­schul­be­hör­de bis­her nicht erteilt wor­den ist, gibt es noch kei­ne recht­li­che Mög­lich­keit, gegen die Ent­schei­dun­gen des Stadt­ra­tes im Kla­ge­we­ge anzu­ge­hen.

Zusam­men­le­gung zwei­er Grund­schu­len

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Osna­brück in dem hier vorl­ei­gen­den Fall die Kla­ge von Eltern, deren Kin­der die Kreuz­schu­le (Grund­schu­le) besu­chen, zurück­ge­wie­sen. Der Rat der Stadt Osna­brück hat­te in Sit­zun­gen am 22.05. und 10.07. beschlos­sen, die Grund­schu­len Kreuz­schu­le und Over­berg­schu­le am gut 2 Kilo­me­ter ent­fern­ten Stand­ort der Teu­to­bur­ger­schu­le zusam­men­zu­le­gen. Dage­gen haben sich zahl­rei­che Eltern gewen­det.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Osna­brück ist die Kla­ge zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt unzu­läs­sig. Dies folgt maß­geb­lich dar­aus, dass die für eine Zusam­men­le­gung der Schu­len erfor­der­li­che Geneh­mi­gung der Lan­des­schul­be­hör­de bis­her nicht erteilt wor­den ist. Erst mit einer sol­chen Geneh­mi­gung wird die ange­streb­te schul­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­me der Stadt Osna­brück wirk­sam.

Die Lan­deschul­be­hör­de wird im Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren ins­be­son­de­re zu prü­fen haben, ob die Ent­wick­lung der Schü­ler­zah­len die Zusam­men­le­gung der betrof­fe­nen Schu­len recht­fer­tigt oder ob das – wie die Stadt es gehand­habt hat – auch zuläs­si­ger­wei­se auf die Ent­wick­lung der Schü­ler­zah­len an einer ande­ren Schu­le, im kon­kre­ten Fall der Stüve­schu­le, gestützt wer­den kann.

Im Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren wird nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts auch zu prü­fen sein, ob das dem Rats­be­schluss vor­aus­ge­hen­de Ver­fah­ren rich­tig durch­ge­führt wor­den ist. Inso­weit zeig­te sich in der münd­li­chen Ver­hand­lung, dass die Zusam­men­le­gung am neu­en Stand­ort nicht auf einer Vor­ar­beit der Ver­wal­tung beruh­te, son­dern aus der Befas­sung mit Fra­gen der Schul­ent­wick­lung in den poli­ti­schen Gre­mi­en der Beklag­ten erwach­sen ist. Nach den Rege­lun­gen des Nie­der­säch­si­schen Schul­ge­set­zes haben die Schul­trä­ger bei schul­or­ga­ni­sa­to­ri­schen Maß­nah­men die Inter­es­sen der Erzie­hungs­be­rech­tig­ten zu berück­sich­ti­gen. Ob die­se im Vor­feld der Beschlüs­se des Rates von der Stadt in einem metho­disch nach­voll­zieh­ba­ren Ver­fah­ren erho­ben wor­den sind, ließ sich in der Ver­hand­lung nicht bele­gen. Es zeich­ne­te sich ab, dass die Erzie­hungs­be­rech­tig­ten der Schü­ler vor dem Beschluss des Rates nicht ord­nungs­ge­mäß betei­ligt wor­den sind.

Ange­sichts der noch feh­len­den Wirk­sam­keit der beschlos­se­nen Zusam­men­le­gung der Schu­len bestand nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts kei­ne recht­li­che Mög­lich­keit, gegen die Ent­schei­dun­gen des Rates der Stadt im Kla­ge­we­ge anzu­ge­hen. Die Kla­ge ist des­halb zur Zeit unzu­läs­sig und aus die­sem Grun­de erfolg­los.

Ver­wal­tungs­ge­richt Osna­brück, Urteil vom 13. Novem­ber 2012 – 1 A 142/​12