Zuschüs­se für Bau­maß­nah­men pri­va­ter Volks­schul­trä­ger

Trä­ger pri­va­ter Volks­schu­len haben kei­nen Anspruch auf Zah­lung staat­li­cher För­der­mit­tel für Bau­maß­nah­men zu einem bestimm­ten Zeit­punkt, ent­schied jetzt der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof. Schul­trä­ger, deren Bau­maß­nah­men vom Frei­staat Bay­ern geför­dert wer­den, müs­sen sich hier­nach dar­auf ein­stel­len, dass För­der­gel­der nur nach Maß­ga­be der jeweils im Staats­haus­halt bereit gestell­ten Mit­tel aus­ge­zahlt wer­den.

Zuschüs­se für Bau­maß­nah­men pri­va­ter Volks­schul­trä­ger

Die Regie­rung der Ober­pfalz hat­te im Jahr 2002 einem pri­va­ten Schul­trä­ger För­der­gel­der in Höhe von rund 4,3 Mio. € für den Umbau eines bestehen­den Gebäu­des bewil­ligt. Da der Schul­trä­ger nicht selbst bau­te, über­trug er sei­nen För­der­an­spruch dem Bau­herrn und Klä­ger, der den Umbau im Jahr 2002 fer­tig stell­te. Der Baye­ri­sche Land­tag hat in den Jah­ren 2004 und 2005 die Mit­tel zur För­de­rung von Bau­maß­nah­men im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren gekürzt. Dem Klä­ger wur­den För­der­gel­der erst ab 2007 ent­spre­chend den im Haus­halt ein­ge­stell­ten Mit­teln in jähr­li­chen Raten aus­be­zahlt. Bis Ende 2010 sind rund 1,7 Mil­lio­nen Euro der zuge­sag­ten Zuschüs­se geflos­sen. Die Kla­ge auf umge­hen­de Zah­lung der rest­li­chen För­der­gel­der hat­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Regens­burg abge­wie­sen. Auch die Beru­fung des Klä­gers blieb ohne Erfolg.

Der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof ent­schied, dass dem Klä­ger weder aus dem För­der­be­scheid noch aus dem Baye­ri­schen Schul­fi­nan­zie­rungs­ge­setz ein Anspruch auf sofor­ti­ge Aus­zah­lung der bewil­lig­ten För­der­gel­der zuste­he. Zwar wür­den dem Grund­satz nach 80% der Kos­ten der not­wen­di­gen Bau­maß­nah­men ersetzt, doch rich­te sich der Zeit­punkt der Ersatz­leis­tun­gen gemäß dem Schul­fi­nan­zie­rungs­ge­setz nach den im Staats­haus­halt aus­ge­brach­ten Mit­teln. Die­ser sog. Haus­halts­vor­be­halt, sei durch das Nach­trags­haus­halts­ge­setz von 1982 ein­ge­führt wor­den und habe auch vor der im Grund­ge­setz und in der Baye­ri­schen Ver­fas­sung ver­an­ker­ten Pri­vat­schul­frei­heit Bestand.

Unter Berück­sich­ti­gung der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt und vom Baye­ri­schen Ver­fas­sungs­ge­richts­hof ent­wi­ckel­ten Maß­stä­be ist der BayVGH zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass der Staat die ihm durch die Ver­fas­sung auf­er­leg­te För­der­pflicht nicht auf ein Volu­men zurück­ge­führt habe, das den Bestand des Pri­vat­schul­we­sens als Insti­tu­ti­on offen­sicht­lich gefähr­den wür­de. Dabei sei auch zu berück­sich­ti­gen, dass es neben dem Bau­kos­ten­zu­schuss wei­te­re För­der­maß­nah­men für pri­va­te Volks­schu­len gebe. So wer­de der not­wen­di­ge Sach­auf­wand für den Betrieb der Schu­le in Höhe von 80% sowie der Per­so­nal­auf­wand durch pau­scha­le Zuwen­dun­gen bezu­schusst. Die Frei­heit, Pri­vat­schu­len zu errich­ten, ent­bin­de den Schul­trä­ger nicht von der Ver­pflich­tung, antei­lig ange­mes­se­ne Eigen­mit­tel für die Inves­ti­ti­ons­kos­ten und die Anfangs­fi­nan­zie­rung bereit zu stel­len.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Urtei­le vom 17. Febru­ar 2011 – 7 BV 10.3030 und 7 BV 09.1827