Zustel­lung eines Wider­rufs­be­schei­des im Asyl­recht

Für die Zustel­lung eines Beschei­des des Bun­des­am­tes für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge, mit wel­chem die Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft wider­ru­fen wird, ist die Rege­lung des § 10 Abs. 2 AsylVfG, wonach der Betrof­fe­ne eine Über­sen­dung unter der letz­ten von ihm mit­ge­teil­ten Anschrift gegen sich gel­ten las­sen muss, nicht anwend­bar 1.

Zustel­lung eines Wider­rufs­be­schei­des im Asyl­recht

Eine Hei­lung der feh­len­den Zustel­lung die­ses Beschei­des ist zwar grds. durch die Ein­sicht eines von dem betrof­fe­nen Aus­län­der beauf­trag­ten Rechts­an­walts in die Aus­län­der­per­so­nal­ak­te, in der sich der Wider­rufs­be­scheid des Bun­des­am­tes befin­det, mög­lich. Die dem Rechts­an­walt erteil­te Voll­macht muss sich dann aber auch auf die Ent­ge­gen­nah­me eines sol­chen Beschei­des bezie­hen und darf nicht nur auf Ver­fah­ren gegen die Aus­län­der­be­hör­de beschränkt sein.

Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, Beschluss vom 3. Novem­ber 2010 – 11 B 2702/​10

  1. im Anschluss an BayVGH, Urteil vom 11.01.2010 – 9 B 08.30223[]