16 Immo­bi­li­en­fonds-Anle­ger kla­gen auf Scha­dens­er­satz

Wird von Anle­gern eines Immo­bi­li­en­fonds ein Scha­dens­er­satz­an­spruch wegen über­höh­ter Pro­vi­si­on gel­tend gemacht, liegt die Beweis­last für die Zah­lung einer auf­klä­rungs­be­dürf­ti­gen, über­höh­ten Pro­vi­si­on beim Klä­ger, das nega­ti­ve Beweis­ergeb­nis geht daher zu sei­nen Las­ten.

16 Immo­bi­li­en­fonds-Anle­ger kla­gen auf Scha­dens­er­satz

So hat aktu­ell das Ober­lan­des­ge­richt Köln die Kla­gen von ins­ge­samt 16 Immo­bi­li­en­fonds-Anle­gern zurück­ge­wie­sen, die eine Fonds- und eine Treu­hand­ge­sell­schaft sowie den All­ge­mei­nen Wirt­schaft­dienst AWD auf Scha­dens­er­satz in einer Gesamt­hö­he von rund 750.000,00 Euro in Anspruch genom­men hat­ten. Die Klä­ger hat­ten Anfang bis Mit­te der 90er Jah­re Antei­le an einem Immo­bi­li­en­fonds erwor­ben, der ein Wohn- und Geschäfts­ge­bäu­de in Ber­lin errich­te­te und betrieb; die AWD GmbH hat­te den Ver­kauf ver­mit­telt. Nach­dem die Ren­di­ten nicht den Vor­stel­lun­gen der Klä­ger ent­spro­chen hat­ten, nah­men sie die betei­lig­ten Gesell­schaf­ten und den AWD auf Rück­zah­lung der Ein­la­gen gegen Rück­ga­be der Fonds­an­tei­le in Anspruch. Die Klä­ger war­fen den Beklag­ten vor, der Pro­spekt sei in meh­re­ren Punk­ten feh­ler­haft gewe­sen. So sei nicht aus­rei­chend dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass die Fonds­an­tei­le nur ein­ge­schränkt han­del­bar sei­en; die Ren­di­te-Pro­gno­se­rech­nung sei unrea­lis­tisch über­höht gewe­sen. Zudem sei das Ver­hält­nis zwi­schen dem Anteil des Kapi­tals, der tat­säch­lich für Errich­tung und Betrieb des Gebäu­des ver­wen­det wur­de und dem Anteil für Bera­tungs- und sons­ti­ge Neben­kos­ten unklar und feh­ler­haft dar­ge­stellt wor­den.

Bereits das erst­in­stanz­lich mit den Kla­gen befass­te Land­ge­richt hat­te die Kla­gen wegen Ver­jäh­rung abge­wie­sen. In der Beru­fungs­in­stanz haben die Klä­ger dar­auf­hin neben den wei­ter­hin auf­recht­erhal­te­nen Vor­wür­fen gegen den Pro­spekt, auch eine über­höh­te Pro­vi­si­ons­zah­lung an den AWD behaup­tet: es sei­en ent­ge­gen den Anga­ben im Pro­spekt min­des­tens 15% Pro­vi­si­on gezahlt wor­den, wor­über dann nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­ho­fes hät­te auf­ge­klärt wer­den müs­sen.

In dem Beru­fungs­ver­fah­ren vor dem Ober­lan­des­ge­richt Köln sind zur Fra­ge der Höhe der gezahl­ten Pro­vi­sio­nen meh­re­re Zeu­gen ver­nom­men wor­den, dar­un­ter auch den frü­he­ren Vor­stands­vor­sit­zen­den der AWD Hol­ding AG Cars­ten Maschmey­er. Kei­ner der Zeu­gen konn­te die Zah­lung einer Pro­vi­si­on von 15% oder mehr an den AWD bestä­ti­gen.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Köln lie­ge die Beweis­last für die Zah­lung einer auf­klä­rungs­be­dürf­ti­gen Pro­vi­si­on bei den Klä­gern, das nega­ti­ve Beweis­ergeb­nis gehe daher zu deren Las­ten. In der Urteils­be­grün­dung ist hin­sicht­lich der übri­gen Vor­wür­fe wei­ter aus­ge­führt, dass die ers­te Instanz zu Recht von einer Ver­jäh­rung der Ansprü­che aus­ge­gan­gen sei. Zudem sei der Pro­spekt nicht feh­ler­haft gewe­sen; die Anga­ben sei­en hin­rei­chend nach­voll­zieh­bar. Folg­lich waren die Beru­fun­gen der Klä­ger zurück­zu­wei­sen.

Ober­lan­des­ge­richt Köln, Urtei­le vom 30. August 2012 – 18 U 42/​11, 18 U 47/​11, 18 U 48/​11, 18 U 50/​11, 18 U 64/​11, 18 U 65/​11, 18 U 66/​11, 18 U 67/​11, 18 U 72/​11, 18 U 76/​11, 18 U 77/​11, 18 U 79/​11, 18 U 80/​11, 18 U 84/​11, 18 U 85/​11 und 18 U 86/​11