Moder­ner Scheck­ver­kehr

Heu­te ist die Ver­ord­nung über Abrech­nungs­stel­len im Scheck­ver­kehr (AbrStV) in Kraft getre­ten. Ab heu­te brau­chen die Bank­in­sti­tu­te Schecks beim Inkas­so nicht mehr in Papier­form zu ver­sen­den – es reicht ein elek­tro­ni­sches Bild des Schecks. Damit wur­den die recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen, dass das Scheck­ein­zugs­ver­fah­ren mit Hil­fe moder­ner elek­tro­ni­scher Medi­en abge­wi­ckelt wer­den kann. Das ist eine gro­ße Erleich­te­rung im Geschäfts­ver­kehr und zugleich ein beträcht­li­ches Ein­spar­po­ten­zi­al ange­sichts von über 12 Mil­lio­nen Schecks, die im letz­ten Jahr auf die­sem Weg in Deutsch­land ein­ge­löst wur­den. Die zahl­rei­chen zeit– und kos­ten­in­ten­si­ven Trans­por­te von Schecks durch ganz Deutsch­land kön­nen damit ent­fal­len.

Moder­ner Scheck­ver­kehr

Und so kann das neue Ver­fah­ren in der Pra­xis ablau­fen:
Der Gläu­bi­ger erhält von sei­nem Schuld­ner einen Scheck, den er bei sei­ner Bank vor­legt. Sei­ne Bank führt die Ver­rech­nung des Schecks mit Bank des Schuld­ners durch. Bis­her war dazu in der Regel die phy­si­sche Vor­la­ge des Scheck­o­ri­gi­nals in Papier­form erfor­der­lich. Dank der neu­en Abrech­nungs­stel­len­ver­ord­nung kann die Bank nun der Deut­schen Bun­des­bank als Abrech­nungs­stel­le statt des Ori­gi­nal-Schecks ein elek­tro­ni­sches, ein­ge­scann­tes Bild (image) die­ses Schecks über­mit­teln (image­ge­stütz­tes Scheck­ein­zugs­ver­fah­ren – ISE). Nur die­ses Scheck-Image wird der Bank des Schuld­ners vor­ge­legt, die anhand des Bil­des die Ein­lö­sung prüft und das Ergeb­nis der Deut­schen Bun­des­bank mit­teilt. Die her­ge­brach­ten Scheck­ein­zugs­ver­fah­ren wie das GSE- (beleg­lo­ser Ein­zug von Scheck­ge­gen­wer­ten mit geson­der­ter Vor­la­ge der Ori­gi­na­le) und das BSE-Ver­fah­ren (beleg­lo­ser Ein­zug von Scheck­ge­gen­wer­ten ohne Vor­la­ge des Ori­gi­nal­schecks) blei­ben aller­dings neben dem ISE-Ver­fah­ren wei­ter zuläs­sig. Schließ­lich löst die Bank des Schuld­ners den Scheck ein und belas­tet das Kon­to des Schuld­ners. Nach­dem die Zah­lung bei der Bank des Gläu­bi­gers ein­ge­gan­gen ist, schreibt die­se den Betrag auf sei­nem Kon­to gut.

Löst die Bank des Schuld­ners den Scheck nicht ein, kann die Deut­sche Bun­des­bank als Abrech­nungs­stel­le eine elek­tro­ni­sche Nicht­ein­lö­sungs­er­klä­rung abge­ben. Die­se kann der Gläu­bi­ger vor Gericht im Rah­men eines beschleu­nig­ten Urkun­den­pro­zes­ses ver­wen­den.