Abmah­nung ohne Bil­der

Durch die Abmah­nung soll der als Stö­rer in Anspruch genom­me­ne (Inter­net-)Diens­te­an­bie­ter bzw. Foren­be­trei­ber in die Lage ver­setzt wer­den zu erken­nen, durch wel­che sei­ner Mit­glie­der mit­hil­fe sei­nes Diens­tes wel­che kon­kre­ten Rechts­ver­let­zun­gen in Bezug auf wel­che geschütz­ten Objek­te vor­ge­nom­men wer­den. Nur dann, wenn der Diens­te­an­bie­ter von dem Ver­letz­ten die hier­für erfor­der­li­che Kennt­nis ver­mit­telt erhal­ten hat, ist er in der Lage, gegen­über sei­nen Mit­glie­dern hier­auf durch sach­ge­rech­te Kon­troll­maß­nah­men, tech­ni­sche Ver­än­de­run­gen bzw. Auf­la­gen zu reagie­ren.

Abmah­nung ohne Bil­der

Wird das urhe­ber­rechts­ver­let­zen­de öffent­li­che Zugäng­lich­ma­chen von Gra­fi­ken bzw. Comic­dar­stel­lun­gen bean­stan­det, ist es im Regel­fall erfor­der­lich, dass die bean­stan­de­ten Gra­fi­ken selbst in die Abmah­nung ein­ge­blen­det wer­den, um dem Diens­te­an­bie­ter das Ergrei­fen zweck­ent­spre­chen­der Maß­nah­men zu ermög­li­chen. Eine Nen­nung allein des Titels der Gra­fik reicht im Regel­fall nicht aus. Allein über die ver­ba­le Benen­nung mit einem Titel las­sen sich Gra­fi­ken ersicht­lich nicht ver­läss­lich loka­li­sie­ren. Bei der Bean­stan­dung urhe­ber­recht­lich geschütz­ter gra­fi­scher Gestal­tun­gen setzt eine wirk­sa­me Reak­ti­on des Abge­mahn­ten des­halb die Kennt­nis des kon­kre­ten Erschei­nungs­bil­des des Schutz­ob­jekts vor­aus. Des­halb sind Abbil­dun­gen der Abmah­nung in der Regel bei­zu­fü­gen. Dies gilt ins­be­son­de­re dann, wenn die Gra­fi­ken – wie hier – noch nicht ein­mal sicht­bar mit ihrer ver­ba­len Beschrei­bung beti­telt sind.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 27. April 2010 – 5 W 24/​10