Afri­ka im Fokus des G20-Gip­fels

Unter der deut­schen Prä­si­dent­schaft fin­det am 7. und 8. Juni 2017 in Ham­burg der zwölf­te G20-Gip­fel statt.

Afri­ka im Fokus des G20-Gip­fels

Seit 2009 exis­tiert die Grup­pe der Zwan­zig (G20), die als wich­tigs­tes und ein­fluss­reichs­tes Forum für inter­na­tio­na­le wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit gilt. Mit­glied sind die 19 füh­ren­den Indus­trie- und Schwel­len­län­der sowie die Euro­päi­sche Uni­on. Für ein Jahr hat die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land am 1.12.2016 die Prä­si­dent­schaft über­nom­men. Unter deut­scher Prä­si­dent­schaft fin­den 2017 vier Tref­fen der G20-Finanz­mi­nis­ter statt. Im März 2017 hat in Baden-Baden das Tref­fen der G20-Finanz­mi­nis­ter und ‑Noten­bank­gou­ver­neu­re statt­ge­fun­den. Am 12. und 13. Juni 2017 fand in Ber­lin die Afri­ka-Kon­fe­renz der deut­schen G20 Prä­si­dent­schaft statt.

Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel hat als Prä­si­den­tin des Welt­gip­fels neben der Stär­kung von Frau­en (W20) als wich­ti­ges The­ma für die am Gip­fel Teil­neh­men­den den Kon­ti­nent Afri­ka ins­ge­samt gesetzt. Ein Ziel ist es, in afri­ka­ni­schen Staa­ten die Rah­men­be­din­gun­gen für nach­hal­ti­ge Pri­vat­in­ves­ti­tio­nen sowie Inves­ti­tio­nen in Infra­struk­tur und wirt­schaft­li­che Teil­ha­be und Beschäf­ti­gung zu stär­ken. Es soll ein nach­hal­ti­ges Wirt­schafts­wachs­tum geför­dert wer­den, so dass eine stär­ke­re Teil­ha­be am wirt­schaft­li­chen Wachs­tum mög­lich ist.

Gera­de für die Bun­des­re­pu­blik ist die Ver­füg­bar­keit bestimm­ter Roh­stof­fe von beson­de­rer Bedeu­tung. Deutsch­land ist welt­weit einer der größ­ten Her­stel­ler und Ver­wen­der von Nicht-Eisen-Metall­erzeug­nis­sen. Indus­trie­me­tal­le wer­den in zahl­rei­chen Indus­trie­zwei­gen benö­tigt. Eine beson­de­re Rol­le kommt ihnen im Bereich der Zukunfts­tech­no­lo­gien zu. So ist z.B. ein moder­nes Leben und die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik nicht mehr vor­stell­bar ohne soge­nann­te "Stra­te­gi­sche Metal­le". In der moder­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik (Smart­pho­ne, Tablet, LCD-Bild­schirm) und im Rah­men der Ener­gie­wen­de (Solar­zel­len) sind mine­ra­li­sche Roh­stof­fe und Metal­le wie Indi­um, Gal­li­um oder Haff­ni­um unver­zicht­bar. Und gera­de durch die Unver­zicht­bar­keit und die rela­tiv gerin­gen Vor­kom­men wer­den sie stra­te­gisch bedeut­sam und erfah­ren eine enor­me Preis­stei­ge­rung.

In Afri­ka fin­det man diver­se die­ser Roh­stof­fe, deren För­de­rung auf­grund ihres Vor­kom­mens in gerin­gen Men­gen für die Umge­bung extrem belas­tend sein kann. Dage­gen steht ein rela­tiv gerin­ger Erlös. Den gro­ßen Gewinn erzie­len ande­re Län­der. Nun ist es beab­sich­tigt, im Rah­men des G20-Gip­fels die wirt­schaft­li­che Teil­ha­be in den afri­ka­ni­schen Län­dern umzu­set­zen. Inwie­weit dort gefass­te Zie­le in die Tat umge­setzt wer­den, ist offen. Denn die Beschlüs­se der G20 sind recht­lich nicht bin­dend – auch wenn die Selbst­ver­pflich­tung der Staa­ten zu einer poli­ti­schen Bin­dungs­wir­kung führt.