Alko­hol­ver­bot wegen Unzu­ver­läs­sig­keit

Wegen Unzu­ver­läs­sig­keit in Zusam­men­hang mit der Abga­be alko­ho­li­scher Geträn­ke kann einer Gast­stät­te die Erlaub­nis zum Aus­schank alko­ho­li­scher Geträn­ke wie­der ent­zo­gen wer­den.

Alko­hol­ver­bot wegen Unzu­ver­läs­sig­keit

So lehn­te etwa das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart jetzt den Eil­an­trag der Betrei­be­rin einer Erleb­nis-Gast­stät­te in Stutt­gart gegen den für sofort voll­zieh­bar erklär­ten Wider­ruf der Erlaub­nis in Bezug auf die Abga­be alko­ho­li­scher Geträn­ke und die Unter­sa­gung der wei­te­ren Abga­be alko­ho­li­scher Geträn­ke in der Gast­stät­te ab, so dass in der Gast­stät­te ab sofort kei­ne alko­ho­li­schen Geträn­ke mehr aus­ge­schenkt wer­den dür­fen. Erlaubt bleibt dage­gen vor­läu­fig die Abga­be von alko­hol­frei­en Geträn­ken.

Die Lan­des­haupt­stadt Stutt­gart hat mit Ver­fü­gung vom 26.02.2009 unter Anord­nung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung u.a. die Gast­stät­ten­er­laub­nis der Betrei­be­rin hin­sicht­lich der Abga­be alko­ho­li­scher Geträn­ke wider­ru­fen und die wei­te­re Abga­be alko­ho­li­scher Geträn­ke in der Gast­stät­te unter­sagt. Zur Abwick­lung wur­de der Betrei­be­rin eine Frist bis zum 30.03.2009 ein­ge­räumt. Der hier­ge­gen von der Betrei­be­rin am 26.03.2009 bei Gericht erho­be­ne Eil­an­trag, mit dem sie errei­chen möch­te, bis zu einer end­gül­ti­gen Ent­schei­dung von die­sen Rege­lun­gen ver­schont zu blei­ben, hat­te kei­nen Erfolg. Das Gericht hält die Vor­aus­set­zun­gen für einen Wider­ruf der Gast­stät­ten­er­laub­nis hin­sicht­lich der Abga­be alko­ho­li­scher Geträn­ke für gege­ben, so dass sich der Wider­ruf inso­weit vor­aus­sicht­lich als recht­mä­ßig erwei­sen wird. Es geht davon aus, dass der Betrei­ber unzu­ver­läs­sig ist, weil er befürch­ten las­se, dass dem Alko­hol­miss­brauch Vor­schub geleis­tet wer­de oder dass er die Vor­schrif­ten des Jugend­schut­zes nicht ein­hal­ten wer­de. Durch den Betrieb der Gast­wirt­schaft wer­de (wei­ter­hin) dem Alko­hol­miss­brauch Vor­schub geleis­tet, weil das aktu­el­le Preis- und Betriebs­kon­zept hier­zu her­aus-for­de­re und die Stadt eine Viel­zahl von akten­kun­di­gen Vor­gän­gen auf­ge­führt habe, bei denen stark alko­ho­li­sier­te Besu­cher fest­ge­stellt wor­den sei­en. Die Betrei­be­rin habe das ihr auf­er­leg­te Kon­zept der Geträn­ke­richt­wer­te bis­lang nicht umge­setzt. Das von ihr inzwi­schen angeb­lich ins Werk gesetz­te „Maß­nah­men­bün­del“ zur Ver­mei­dung von Alko­hol­miss­brauch sei offen­bar unzu­rei­chend. Ein wei­te­rer Grund für die Annah­me der Unzu­ver­läs­sig­keit der Betrei­be­rin sei der fort­ge­setz­te unzu­läs­si­ge dis­ko­the­ken­ähn­li­che Betrieb. Das beson­de­re Voll­zugs-inter­es­se, das dem Inter­es­se der Betrei­be­rin vor­ge­he, sei zu beja­hen. Denn mit Blick auf den Gesund­heits- und Jugend­schutz kön­ne eine vor­läu­fi­ge Fort­füh­rung eines Betrie­bes, der unter Miss­ach­tung behörd­li­cher und gericht­li­cher Ent­schei­dun­gen Alko­hol­ex­zes­sen Vor­schub leis­te und den recht­li­chen Anfor­de­run­gen des Jugend­schut­zes nicht voll nach­kom­me, nicht bis zu einem rechts­kräf­ti­gen Abschluss des Ver­fah­rens hin­ge­nom­men wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 26. Mai 2009 – 4 K 1143/​09