Ange­mes­se­ne Urhe­ber­rechts­ver­gü­tung für freie Jour­na­lis­ten

Der Urhe­ber, der eine ange­mes­se­ne Ver­gü­tung nach § 32 UrhG begehrt, kann für ver­gan­ge­ne Zeit­räu­me auf Zah­lung kla­gen, ohne dass es einer vor­ge­schal­te­ten Kla­ge auf Ein­wil­li­gung in eine Ver­trags­än­de­rung bedarf.

Ange­mes­se­ne Urhe­ber­rechts­ver­gü­tung für freie Jour­na­lis­ten

Die Ange­mes­sen­heit nach § 36 UrhG auf­ge­stell­ter gemein­sa­mer Ver­gü­tungs­re­geln wird unwi­der­leg­lich ver­mu­tet. Eine ver­ein­bar­te Ver­gü­tung ist jeden­falls dann unan­ge­mes­sen, wenn sie mit auf­fal­lend gro­ßem Abstand dahin­ter zurück­bleibt (hier: etwa die Hälf­te).

Ob für einen Zei­tungs­jour­na­lis­ten der Tarif für das "Erst­druck­recht" (§ 38 Abs. 3 Satz 2 UrhG) als Ver­gleichs­maß­stab her­an­zu­zie­hen ist, rich­tet sich, wenn es an einer aus­drück­li­chen Rege­lung über den Umfang der Rech­te­ein­räu­mung fehlt, nach der tat­säch­li­chen Übung der Par­tei­en.

Gemein­sa­me Ver­gü­tungs­re­geln nach § 36 UrhG ent­fal­ten für einen gewis­sen Zeit­raum vor ihrem Inkraft­tre­ten indi­zi­el­le Bedeu­tung für die Ange­mes­sen­heit der Ver­gü­tung und lösen eine sekun­dä­re Dar­le­gungs­last des Ver­la­ges zu einer wesent­li­chen Ver­än­de­rung der Bran­chen­übung oder der wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se aus.

Für die Ver­gü­tung von Pres­se­fo­tos fehlt es bis­her an einer bran­chen­üb­li­chen Ver­gü­tung im Sin­ne von § 32 Abs. 2 Satz 2 UrhG. Das ange­mes­se­ne Foto­ho­no­rar ist daher gemäß § 287 Abs. 2 ZPO unter Wür­di­gung aller Umstän­de des Ein­zel­falls nach frei­er Über­zeu­gung und bil­li­gem Ermes­sen zu bestim­men.

Land­ge­richt Mann­heim, Urteil vom 2. August 2013 – 7 O 308/​12