Annah­me­stel­len für Sport­wet­ten in Rhein­land-Pfalz

Die Ver­mitt­lung pri­va­ter Sport­wet­ten ist, wie jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt an der Wein­stra­ße in meh­re­ren vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren ent­schied, in Rhein­land-Pfalz vor­läu­fig wei­ter erlaubt. Die Annah­me­stel­len für Sport­wet­ten in Rhein­land-Pfalz dür­fen also vor­erst wei­ter betrie­ben wer­den

Annah­me­stel­len für Sport­wet­ten in Rhein­land-Pfalz

In den ent­schie­de­nen Fäl­len waren die Betrof­fe­nen mit sofor­ti­ger Wir­kung auf­ge­for­dert wor­den, ihre Tätig­keit als Annah­me­stel­len eines Sport­wet­ten­an­bie­ters mit Sitz in Wien bzw. Mal­ta ein­zu­stel­len. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt hat­te dar­auf­hin im Jah­re 2007/​2008 die auf­schie­ben­de Wir­kung der von den Betrei­bern gegen die­se Unter­sa­gungs­ver­fü­gun­gen ein­ge­leg­ten Wider­sprü­che ange­ord­net, d.h. sie durf­ten wei­ter­hin die Annah­me­stel­len für Sport­wet­ten betrei­ben. Die Beschwer­den des Lan­des Rhein­land-Pfalz wur­den 2008 durch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz – unter bestimm­ten Auf­la­gen – zurück­ge­wie­sen.

Nach der Ände­rung des Lan­des­glücks­spiel­ge­set­zes vom 22. Dezem­ber 2008 bean­trag­te das Land Rhein­land-Pfalz am 6. August 2009 beim Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt an der Wein­stra­ße, in die­sen Fäl­len die frü­he­re Ent­schei­dung abzu­än­dern und die sofor­ti­ge Voll­zieh­bar­keit der Ver­fü­gun­gen anzu­ord­nen, um die Tätig­keit der Annah­me­stel­len nun­mehr sofort unter­bin­den zu kön­nen.

Die Eil­an­trä­ge des Lan­des hat­ten jedoch vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt kei­nen Erfolg. Die Rich­ter von der Wein­stra­ße ent­schie­den, dass die Wett­bü­ros vor­erst wei­ter geöff­net blei­ben dür­fen. Die vom Ver­wal­tungs­ge­richt anzu­stel­len­de Abwä­gung einer­seits der Inter­es­sen des Lan­des und ande­rer­seits der Inter­es­sen der Betrei­ber der Annah­me­stel­len fal­le zuguns­ten der von der Schlie­ßung Betrof­fe­nen aus, denn, so das Ver­wal­tungs­ge­richt, es bestün­den erheb­li­che Zwei­fel dar­an, dass der Aus­schluss pri­va­ter Sport­wett­ver­an­stal­tun­gen und ihrer Ver­mitt­lung auf der Grund­la­ge des neu­en Lan­des­glücks­spiel­ge­set­zes ver­fas­sungs- und euro­pa­recht­lich gerecht­fer­tigt sei.

Zwar ver­fü­ge das Land Rhein­land-Pfalz mitt­ler­wei­le über die Mehr­heit der Geschäfts­an­tei­le der Lot­to Rhein­land-Pfalz GmbH und auch die Zahl der staat­lich kon­trol­lier­ten Annah­me­bü­ros sei auf 1150 begrenzt wor­den. Nicht zu erken­nen sei aber das hin­ter die­ser Begren­zung ste­hen­de Kon­zept. Ins­be­son­de­re kön­ne nicht mit der Begrün­dung, eine Kana­li­sie­rung der Wett­sucht erfor­de­re vie­le Annah­me­stel­len, der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im März 2006 bean­stan­de­te Zustand fast unver­än­dert bei­be­hal­ten wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Beschlüs­se vom 17. Sept. 2009 – 5 L 806/​09.NW u.a.