Anzei­gen in Regio­nal­ma­ga­zi­nen

Ist in einem Ver­trag über Anzei­gen in einem Maga­zin die Ver­tei­lung der Maga­zi­ne in einem bestimm­ten ein­ge­grenz­ten Ver­tei­lungs­ge­biet hin­rei­chend gere­gelt und die Anzahl der Auf­la­gen deut­lich ver­ein­bart, hat der Anzei­gen­kun­de die ver­ein­bar­ten Auf­la­gen zu zah­len.

Anzei­gen in Regio­nal­ma­ga­zi­nen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Schwe­rin in die­sem Fall den Anzei­gen­ver­trag vom Medi­a­haus Ver­lag in Düs­sel­dorf als wirk­sam ange­se­hen. Der Medi­a­haus Ver­lag hat­te vor dem AG Schwe­rin eine offe­ne Rech­nung gel­tend gemacht. Nach Auf­fas­sung des Amts­ge­richts Schwe­rin ist in den Ver­trags-Vor­dru­cken deut­lich und druck­tech­nisch her­vor­ge­ho­ben auf den Medi­a­haus Ver­lag als Ver­trags­part­ner hin­ge­wie­sen. Ein Irr­tum konn­te daher nicht bestehen. Für eine Täu­schung ist inso­weit kein Raum. Dar­über­hin­aus hält das Gericht die Ver­tei­lung der Maga­zi­ne in dem Ver­trag für deut­lich genug gere­gelt. Das prä­zi­se ein­ge­grenz­te Ver­tei­lungs­ge­biet von 75 km Durch­mes­ser, in dem die Maga­zi­ne aus­ge­legt wer­den, reicht laut Amts­ge­richt Schwe­rin aus, da der Kun­de nicht davon aus­ge­hen kön­ne, dass jeder Ver­trags­part­ner im Mit­tel­punkt die­ser 75 km lie­ge, da dies prak­tisch nicht mög­lich sei und daher auch nicht erwar­tet wer­den kön­ne.

Der Kun­de wur­de ver­ur­teilt, die Anzei­gen­kos­ten für eine 2. Auf­la­ge zu über­neh­men und die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.

Anfang 2017 hat­te das AG Ober­hau­sen auf Basis des Ver­trags eben­falls einen Kun­den des Medi­a­haus Ver­la­ges ver­ur­teilt, eine wei­te­re Auf­la­ge zu zah­len. In sei­ner Beur­tei­lung hat das Gericht aus­ge­führt, dass im Ver­trag aus­drück­lich mehr­fach dar­auf hin­ge­wie­sen wur­de, dass es sich um meh­re­re Auf­la­gen han­delt. Folg­lich kön­ne nach Mei­nung des Gerichts kein Irr­tum in dem Ver­trag dar­über ent­ste­hen, dass wirk­lich meh­re­re Auf­la­gen eines Maga­zins beauf­tragt gewe­sen sei­en.

Auch das AG Tor­gau befand eine Wirk­sam­keit des Ver­trags – genau­so wie das AG Gif­horn. Die­ses ver­wies unter Hin­weis auf die Recht­spre­chung des LG Stutt­gart auch dar­auf, dass eine Anfech­tung mit Blick auf die deut­li­che Gestal­tung des Ver­trags nicht erfolg­reich sein kön­ne.

So ver­kau­fen die Mit­ar­bei­ter des Medi­a­haus Ver­lags in Düs­sel­dorf Anzei­gen, die auf den Bedarf des Kun­den abge­stimmt sind. Ange­bo­ten wer­den Ver­trä­ge mit unter­schied­li­chen Lauf­zei­ten – von einem bis zwei Jah­ren – und ver­schie­de­ner Anzahl der Erschei­nun­gen – von einer bis vier Auf­la­gen im Jahr. Die bran­chen­üb­li­chen Ver­trä­ge mit einer län­ge­ren Lauf­zeit tra­gen dazu bei, die Anzei­gen­kos­ten zu sen­ken. Denn oft kann der Preis pro Auf­la­ge durch eine län­ge­re Lauf­zeit gesenkt wer­den.

Da die Wirk­sam­keit der Anzei­gen in frei aus­ge­leg­ten Maga­zi­nen nicht direkt über­prüft wer­den kann und sich die Effi­zi­enz viel­fach erst mit einer gewis­sen Ver­zö­ge­rung zeigt, kann es schnell zu einer unbe­rech­tig­ten Unzu­frie­den­heit kom­men. Die­se Ängs­te und Unge­wiss­heit machen sich eini­ge Blog­ger im Inter­net zunut­ze und bie­ten den Betrof­fe­nen – natür­lich gegen Bezah­lung – ihre Hil­fe an.

Statt dar­auf ein­zu­ge­hen, ist es effi­zi­en­ter und kos­ten­güns­ti­ger, auf den Ver­lag zuzu­ge­hen und das Pro­blem auf direk­tem Weg zu lösen. In jeder ver­trag­li­chen Bezie­hung kön­nen Schwie­rig­kei­ten ent­ste­hen. Hier emp­fiehlt sich der direk­te Dia­log mit dem Ver­trags­part­ner. Denn Kun­den­zu­frie­den­heit ist ein wich­ti­ges Gut. So ist z.B. der Medi­a­haus Ver­lag bemüht, auch unzu­frie­de­ne Kun­den zufrie­den zu stel­len und gemein­sam eine Lösung fin­den, mit der alle zufrie­den sind. Denn war­um sich lan­ge Jah­re vor Gericht strei­ten, wenn die Lösung oft in einem ein­fa­chen Tele­fon­ge­spräch gefun­den wer­den kann? War­um der­art hohe (Kos­ten-) Risi­ken ein­ge­hen, wenn ein Anruf die Unsi­cher­heit nahe­zu zum Null­ta­rif besei­ti­gen kann? Daher bemüht sich der Medi­a­haus Ver­lag um jeden ein­zel­nen Kun­den, auch und erst recht, wenn die­ser unzu­frie­den ist. Nur so kann eine lang­fris­ti­ge Part­ner­schaft auf der Basis bei­der­sei­ti­gen Ver­trau­ens mög­lich wer­den.