App­les "trag­ba­res elek­tro­ni­sches Gerät zur Foto-Ver­wal­tung"

Ein Euro­päi­sches Patent kann dann für nich­tig erklärt wer­den, wenn der Patent­an­spruch in der erteil­ten Fas­sung als gegen­über dem Stand der Tech­nik nicht auf einer erfin­de­ri­schen Tätig­keit beru­hend beur­teilt wird.

App­les "trag­ba­res elek­tro­ni­sches Gerät zur Foto-Ver­wal­tung"

Mit die­ser Begrün­dung hat das Bun­des­pa­tent­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall über zwei – mit­ein­an­der ver­bun­de­ne – Kla­gen der Moto­ro­la Mobi­li­ty Ger­ma­ny GmbH und der Sam­sung Elec­tro­nics GmbH gegen das Euro­päi­sche Patent 2 059 868 mit dem Titel "Por­ta­ble Elec­tro­nic Device for Pho­to Manage­ment" ("Trag­ba­res elek­tro­ni­sches Gerät zur Foto-Ver­wal­tung") der Fa. Apple Inc. ent­schie­den. Das ange­grif­fe­ne Patent wur­de sowohl in der erteil­ten Fas­sung als auch in der Fas­sung der acht Hilfs­an­trä­ge für nich­tig erklärt.

Nach Auf­fas­sung des Bun­des­pa­tent­ge­richts war der Patent­an­spruch in der erteil­ten Fas­sung zu beur­tei­len als gegen­über dem Stand der Tech­nik (ins­bes. WO 03 /​81 458 A1"Lira") nicht auf einer erfin­de­ri­schen Tätig­keit beru­hend. Die vor­ge­leg­ten Hilfs­an­trä­ge, die Ergän­zun­gen zu den in Fra­ge ste­hen­den Merk­ma­len ent­hal­ten, hat das Bun­des­pa­tent­ge­richt nicht anders bewer­tet. Für die am engs­ten gefass­ten Hilfs­an­trä­ge wur­de als Stand der Tech­nik eine als Video fest­ge­hal­te­ne Prä­sen­ta­ti­on des iPho­ne durch den dama­li­gen Apple-CEO Ste­ve Jobs am 9. Janu­ar 2007 her­an­ge­zo­gen. Das Streit­pa­tent hat­te zwar durch ins­ge­samt sie­ben bean­spruch­te Prio­ri­tä­ten einen älte­ren Zeitrang. Die Klä­ge­rin­nen konn­ten aber auf­zei­gen, dass die älte­ren Prio­ri­täts­an­mel­dun­gen die paten­tier­te Erfin­dung nicht ent­hal­ten und dem Streit­pa­tent somit als frü­hes­ter Zeitrang der 29. Juni 2007 zukommt.

Eine vom Bun­des­pa­tent­ge­richt in sei­nem "Hin­weis an die Par­tei­en" (§ 83 Abs. 1 PatG) als mög­li­cher­wei­se nicht vor­weg­ge­nom­men oder nahe­lie­gend bezeich­ne­te Merk­mals­kom­bi­na­ti­on wur­de von der Patent­in­ha­be­rin nicht auf­ge­grif­fen.

Bun­des­pa­tent­ge­richt, Urteil vom 26. Sep­tem­ber 2013 – 2 Ni 61/​11 EP ver­bun­den mit 2 Ni 76/​11 EP