Archi­tekt oder Trag­werk­pla­ner? – Haf­tung für Ver­stö­ße gegen Brand­schutz­vor­schrif­ten

Hat sich ein Feh­ler der Archi­tek­ten­leis­tung in dem fer­ti­gen Bau­werk nie­der­ge­schla­gen, schul­det der Archi­tekt von vorn­her­ein nur noch Scha­dens­er­satz. Ein sol­cher Anspruch setzt nicht vor­aus, dass gegen­über dem Archi­tek­ten eine Män­gel­rü­ge erho­ben oder ihm Gele­gen­heit zur Nach­bes­se­rung gege­ben wird.

Archi­tekt oder Trag­werk­pla­ner? – Haf­tung für Ver­stö­ße gegen Brand­schutz­vor­schrif­ten

Ein Trag­werks­pla­ner ist kein Fach­mann für den Brand­schutz. Auf­ga­be des Sta­ti­kers ist es ledig­lich, sta­ti­sche Berech­nun­gen und Fest­stel­lun­gen dem Bau­herrn bzw. des­sen Archi­tek­ten vor­zu­schla­gen. Der Bau­herr oder sein Archi­tekt ent­schei­den dann über die tat­säch­li­che Umset­zung der auf­ge­zeig­ten Mög­lich­kei­ten, also über das „Ob” und „Wie”.

Der Archi­tekt muss prü­fen, ob und wie die Mög­lich­kei­ten der Sta­tik mit den Wün­schen des Auf­trag­ge­bers und den Brand­schutz­vor­schrif­ten kom­pa­ti­bel gemacht wer­den kön­nen, nicht aber der Trag­werks­pla­ner.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Urteil vom 4. Janu­ar 2012 – 14 U 126/​11