Archi­tek­ten­auf­trag für meh­re­re Gebäu­de

Ein Auf­trag umfasst jeden­falls dann meh­re­re Gebäu­de im Sin­ne der § 22 Abs. 1, § 66 Abs. 1 HOAI a.F., wenn die Gebäu­de kon­struk­tiv von­ein­an­der getrennt sind und nicht in einem funk­tio­nel­len Zusam­men­hang ste­hen.

Archi­tek­ten­auf­trag für meh­re­re Gebäu­de

Ein Gebäu­de im Sin­ne der § 22 Abs. 1, § 66 Abs. 1 HOAI liegt grund­sätz­lich nicht vor, wenn zwei Gebäu­de errich­tet wer­den, die kon­struk­tiv, etwa durch einen Zwi­schen­raum, von­ein­an­der getrennt sind 1.

Der Bun­des­ge­richts­hof muss nicht ent­schei­den, ob im Aus­nah­me­fall trotz kon­struk­ti­ver Tren­nung durch einen engen räum­li­chen und funk­tio­nel­len Zusam­men­hang der Gebäu­de eine Ver­knüp­fung geschaf­fen wer­den kann, die es recht­fer­tigt, ein Gebäu­de im Sin­ne der § 22 Abs. 1, § 66 Abs. 1 HOAI anzu­neh­men 2. Denn ein sol­cher funk­tio­nel­ler Zusam­men­hang liegt nicht vor. Die Gara­ge dient einer ande­ren Funk­ti­on als die Feu­er­wehr­ge­rä­te­hal­le und die dazu­ge­hö­ri­ge Haus­meis­ter­woh­nung. Dass sie der Haus­meis­ter­woh­nung zuge­ord­net ist und ihr Zweck dar­in liegt, den Nut­zern der Woh­nung eine abge­schlos­se­ne Abstell­mög­lich­keit für ihr Fahr­zeug zu ver­schaf­fen, spielt kei­ne Rol­le. Ver­fehlt wäre es, aus dem Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs, in dem es um die Ein­ord­nung von Bau­wer­ken geht, die kon­struk­tiv zusam­men­hän­gen, jedoch unter­schied­li­chen Funk­tio­nen die­nen 3, Schlüs­se für den umge­kehr­ten Fall abzu­lei­ten, in dem zwei kon­struk­tiv getrenn­te Gebäu­de vor­lie­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. Febru­ar 2012 – VII ZR 31/​11

  1. OLG Mün­chen, BauR 1991, 650, 651; OLG Köln, BauR 2007, 132, 134; OLG Bran­den­burg, BauR 2008, 118, 120; Locher/​Koeble/​Frik, HOAI, 9. Aufl., § 22 Rn. 4; Sei­fert in Korbion/​Mantscheff/​Vygen, HOAI, 7. Aufl., § 22 Rn. 5a m.w.N.; Kniffka/​Koeble, Kom­pen­di­um des Bau­rechts, 3. Aufl., 12. Teil Rn. 340; Pott/​Dahlhoff/​Kniffka, HOAI, 7. Aufl., § 22 Rn. 4; Hart­mann, HOAI, Stand Juni 2009, Teil 4 Kap. 2 § 22 Rn. 2; vgl. auch Sei­fert, BauR 2000, 801, 803[]
  2. vgl. etwa Sei­fert in Korbion/​Mantscheff/​Vygen, HOAI, 7. Aufl., § 22 Rn. 5a m.w.N., der meint, es müs­se sowohl eine kon­struk­ti­ve als auch eine funk­tio­nel­le Selb­stän­dig­keit vor­lie­gen[]
  3. BGH, Urteil vom 16.12.2004 VII ZR 16/​03, BauR 2005, 735 = NZBau 2005, 285 = ZfBR 2005, 355[]

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