Archi­tek­ten­recht bleibt Län­der­sa­che

Die Bun­des­re­gie­rung geht nicht davon aus, dass eine bun­des­ein­heit­li­che Rege­lung für Zugangs­vor­aus­set­zun­gen und Berufs­pflich­ten von Archi­tek­ten geschaf­fen wer­den kann. In einer Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge aus dem Deut­schen Bun­des­tag heißt es, die unter­schied­li­chen Rege­lun­gen der Archi­tek­ten­ge­set­ze auf Lan­des­ebe­ne resul­tier­ten aus der föde­ra­len Struk­tur der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und der im Grund­ge­setz vor­ge­se­he­nen Auf­tei­lung der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen. Dies habe der Bund zu respek­tie­ren.

Archi­tek­ten­recht bleibt Län­der­sa­che

Die Inan­spruch­nah­me der kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz u. a. im Bereich des Rechts der Wirt­schaft (Art. 74 Abs. 1 Nr. 11 GG) durch den Bund setzt auch nach der Föde­ra­lis­mus­re­form von 2006 vor­aus, dass eine bun­des­ge­setz­li­che Rege­lung zur Her­stel­lung gleich­wer­ti­ger Lebens­ver­hält­nis­se im Bun­des­ge­biet oder zur Wah­rung der Rechts- oder Wirt­schafts­ein­heit im gesamt­staat­li­chen Inter­es­se erfor­der­lich ist (Art. 72 Abs. 2 GG). Ange­sichts der in der neue­ren Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts [1] ver­tre­te­nen restrik­ti­ven Aus­le­gung der Tat­be­stands­merk­ma­le die­ser Ver­fas­sungs­norm erscheint es sehr zwei­fel­haft, dass eine Bun­des­re­ge­lung mög­lich wäre, zumal die unter­schied­li­chen lan­des­recht­li­chen Rege­lun­gen zum Teil bereits lang­jäh­rig bestehen.

  1. BVerfGE 106, 62[]