Aufstiegs-BAföG

Zum 1. August 2020 – passend zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres – ist die 4. Novelle des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes, des AFGB, in Kraft getreten.

Aufstiegs-BAföG

Nach der Einführung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes am 1. Januar 19961 hat das Gesetz einige Reformen hinter sich gebracht. Das eigentliche Ziel des Gesetzes – die Unterstützung von Handwerkern und Fachkräften bei ihrer beruflichen Aufstiegsfortbildung durch finanzielle Mittel ist dabei immer im Focus geblieben. Allgemein wird diese Aufstiegsfortbildungsförderung auch als „Aufstiegs-BAföG“ oder „Meister-BAföG“ bezeichnet und wird daher mit dem BAföG für Studierende verglichen. Aber hier handelt es sich eben nicht um die Vorbereitung auf einen akademischen Grad, sondern um eine berufliche Aufstiegsfortbildung. Durch die Förderung sollen gerade im Mittelstand bzw. im Handwerk bessere Möglichkeiten geschaffen werden, den Meister zu machen. Einer beruflichen Weiterbildung soll kein finanzielles Hindernis im Wege stehen, sodass jedem – unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage – ein „zukunftsweisender Karriereweg“ offenstehen kann, wie es das Bundesbildungsministerium (Link: https://www.aufstiegs-bafoeg.de/de/karliczek-novelle-des-aufstiegs-bafoeg-staerkt-berufliche-bildung-als-karriereweg-1980.html ) ausgedrückt hat.

Das Handwerk zählt zu den Grundpfeilern der Wirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Deshalb ist ohne die wichtigste Fortbildung im Handwerk keine Weiterentwicklung und Innovation möglich: Die Meisterprüfung ist in der Regel in den zulassungspflichtigen Handwerken der Handwerksordnung immer noch Voraussetzung für eine Selbständigkeit. Nicht ohne Grund gilt der Meisterbrief als die beste Qualifikation und Vorbereitung auf die Selbständigkeit.

Mit der Novellierung des AFGB zum 1. August 2020 sind enorme Leistungsverbesserungen in Kraft getreten. Sie betreffen nicht nur flexiblere Rückzahlungsbedingungen, eine größere finanzielle Unterstützung, sondern auch Verbesserungen für Familien in Form von Kinderbetreuungszuschuss und Unterhaltsförderung. Die Förderung, die aus finanziellen Beiträgen zu den Kosten der Fortbildung (unabhängig vom Einkommen) und bei Vollzeitfortbildungen aus einem finanziellen Beitrag zum Lebensunterhalt (abhängig vom Einkommen) besteht, erfolgt zum Teil als zinsgünstiges Darlehen und zum Teil als Zuschuss. Bei Selbständigkeit nach der Fortbildung fällt die Rückzahlung des Darlehens weg und die Existenzgründung beginnt nicht schon mit einer „finanziellen Alt-Last“.

Allerdings ist nicht jede Aufstiegsweiterbildung nach diesem Gesetz förderfähig. So sollte nach § 2a AFBG die Fortbildung durch ein öffentliches oder staatlich anerkanntes Institut erfolgen. Außerdem ist es für die Förderbewilligung auch ausreichend, wenn die Fortbildung durch einen zertifizierten Träger erfolgt. Darüber hinaus sind weitere Bedingungen bezüglich der Staatsangehörigkeit (§ 8 AFBG), der Zulassungsvoraussetzungen bzw. Vorqualifikation (§ 9 AFBG) und des Förderungsausschlusses (§ 3 AFBG) zu beachten.

  1. Gesetz zur Förderung der beruflichen Aufstiegsfortbildung, BGBl. I S. 623[]

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