Aus­schluss­frist beim Ver­lust von Flug­ge­päck

Für die mög­li­che Haf­tung des Luft­be­för­de­rungs­un­ter­neh­mens kom­men §§ 44, 47 Abs. I, III Luft­Ver­kG in Betracht, soweit Rege­lun­gen im Mont­rea­ler Über­ein­kom­men 1 kei­ne Anwen­dung fin­den oder kei­ne Rege­lung ent­hal­ten ist.

Aus­schluss­frist beim Ver­lust von Flug­ge­päck

Für Schä­den am Gepäck des Flug­gas­tes gel­ten jedoch Aus­schluss­fris­ten für die Kla­ge­er­he­bung, die sowohl im Luft­ver­kehrs­ge­setz (§ 49a Luft­Ver­kG) als auch in Arti­kel 35 des Mont­rea­ler Über­ein­kom­mens wort­gleich lau­ten: Die Kla­ge auf Scha­dens­er­satz kann nur bin­nen einer Aus­schluss­frist von zwei Jah­ren erho­ben wer­den. Die Frist beginnt mit dem Tag, an dem das Luft­fahr­zeug am Bestim­mungs­ort ange­kom­men ist oder an dem es hät­te ankom­men sol­len oder an dem die Beför­de­rung abge­bro­chen wor­den ist.

Gem. § 48 Luft­ver­kehrs­ge­setz gilt die Aus­schluss­frist auch inso­weit, als ande­re Anspruchs­grund­la­gen (etwa §§ 823 ff. BGB) in Betracht kom­men!

Amts­ge­richt Nür­tin­gen, Beschluss vom 9. März 2011 – 11 C 405/​11

  1. Über­ein­kom­men vom 28.05.1999 zur Ver­ein­heit­li­chung bestimm­ter Vor­schrif­ten über die Beför­de­rung im inter­na­tio­na­len Luft­ver­kehr, BGBl. 2004 II, 458[]