Bahn­fahrt – und der Scha­dens­er­satz für Vermögensschäden

Die Schie­nen­netz-Benut­zungs­be­din­gun­gen 2013 (bzw.2014), die unter ande­rem Min­de­rungs­rech­te des Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­mens und des Eisen­bahn­in­fra­struk­tur­un­ter­neh­mens regeln, schlie­ßen Scha­dens­er­satz­an­sprü­che für Ver­mö­gens­schä­den nicht aus.

Bahn­fahrt – und der Scha­dens­er­satz für Vermögensschäden

In dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall nimmt ein pri­va­tes Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men die beklag­te DB Netz AG auf Scha­dens­er­satz wegen nicht ver­trags­ge­rech­ter Über­las­sung von Schie­nen­tras­sen in Anspruch.

Die DB Netz AG unter­hält und betreibt als Kon­zern­un­ter­neh­men der Deut­schen Bahn AG den weit über­wie­gen­den Teil des deut­schen Schie­nen­net­zes. Sie war im hier streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum im Jahr 2013 nach Maß­ga­be der Vor­schrif­ten des All­ge­mei­nen Eisen­bahn­ge­set­zes (AEG) und der bis zum 1.09.2016 gel­ten­den Ver­ord­nung über den dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Zugang zur Eisen­bahn­in­fra­struk­tur und über die Grund­sät­ze zur Erhe­bung von Ent­gelt für die Benut­zung der Eisen­bahn­in­fra­struk­tur1 (im Fol­gen­den: Eisen­bahn­in­fra­struk­tur-Benut­zungs­ver­ord­nung = EIBV) dazu ver­pflich­tet, pri­va­ten Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men (im Fol­gen­den: EVU) Zugang zur Eisen­bahn­in­fra­struk­tur zu gewäh­ren. Die Bedin­gun­gen des Netz­zu­gangs ein­schließ­lich der Ent­gelt­grund­sät­ze leg­te die DB Netz AG gemäß § 4 Abs. 1 EIBV in ihren Schie­nen­netz­Be­nut­zungs­be­din­gun­gen (im Fol­gen­den: SNB) fest, zu deren Bestand­tei­len (Anla­ge 1.6 der SNB) die „All­ge­mei­nen Bedin­gun­gen für die Nut­zung der Infra­struk­tur der DB Netz AG“ (AGB-IN) gehören.

Die Klä­ge­rin erbringt als Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men (EVU) im Auf­trag der Streit­hel­fer (Län­der Bran­den­burg, Ber­lin und Meck­len­burg-Vor­pom­mern) öffent­li­chen Schie­nen­per­so­nen­nah­ver­kehr. Sie ver­pflich­te­te sich den Streit­hel­fern gegen­über zur Ein­hal­tung fes­ter Fahr­plä­ne und bestell­te bei der DB Netz AG die zur Rea­li­sie­rung des Fahr­plans not­wen­di­gen Tras­sen. Ver­trags­grund­la­ge zwi­schen den Par­tei­en ist der Grund­satz-Infra­struk­tur­nut­zungs­ver­trag vom 01.04.2010 mit einer Lauf­zeit vom 01.04.2010 bis 31.12.2022 (im Fol­gen­den: Grund­satz-INV) nebst den gemäß § 1 Nr. 3 Grund­satz-INV hier­zu abge­schlos­se­nen Ein­zel­nut­zungs­ver­trä­gen2.

Für den streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum des Jah­res 2013 macht die Klä­ge­rin einen Betrag von 193.281, 87 € gel­tend, um den ihre Ver­gü­tung von den Streit­hel­fern wegen Nicht­ein­hal­tung der Fahr­plä­ne gekürzt wur­de, was auf einem pflicht­wid­ri­gen Ver­hal­ten der DB Netz AG beru­he. Das erst­in­stanz­lich hier­mit befass­te Land­ge­richt Frank­furt am Main hat die Kla­ge mit der Begrün­dung abge­wie­sen, es sei den zwi­schen den Par­tei­en geschlos­se­nen Ein­zel­nut­zungs­ver­trä­gen und dem sons­ti­gen Regel­werk nicht zu ent­neh­men, dass die DB Netz AG auch für die „Pünkt­lich­keit“ ein­zu­ste­hen habe3. Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main hat die Beru­fung zurück­ge­wie­sen4. Auf die Revi­si­on des Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­mens hat nun der Bun­des­ge­richts­hof das Beru­fungs­ur­teil auf­ge­ho­ben und die Sache zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Ober­lan­des­ge­richt zurückverwiesen:

Daei bil­ligt der Bun­des­ge­richts­hof zunächst, dass das Ober­lan­des­ge­richt den zwi­schen den Par­tei­en geschlos­se­nen Ver­trag als Miet­ver­trag qua­li­fi­ziert hat.

Gemäß § 535 Abs. 1 Satz 1 und 2 BGB wird der Ver­mie­ter durch den Miet­ver­trag ver­pflich­tet, dem Mie­ter den Gebrauch der Miet­sa­che wäh­rend der Miet­zeit zu gewäh­ren. Der Ver­mie­ter hat die Miet­sa­che dem Mie­ter in einem zum ver­trags­ge­mä­ßen Gebrauch geeig­ne­ten Zustand zu über­las­sen und sie wäh­rend der Miet­zeit in die­sem Zustand zu erhal­ten. Die Fra­ge, was der Ver­mie­ter im Ein­zel­fall tun muss, um sei­ner Pflicht zur Gebrauchs­über­las­sung i.S. des § 535 BGB zu genü­gen, rich­tet sich nach der Art und dem Umfang des Gebrauchs, der dem Mie­ter nach dem Ver­trag gestat­tet ist. Nur wenn hier­nach der Gebrauch der Miet­sa­che not­wen­dig deren Besitz vor­aus­setzt, gehört zur Gebrauchs­ge­wäh­rung auch die Ver­schaf­fung des Besit­zes. Ist dage­gen der ver­trags­ge­mä­ße Gebrauch nur ein beschränk­ter, rich­tet er sich zum Bei­spiel – wie hier – nur auf eine gele­gent­li­che, dem jewei­li­gen Bedarf ange­pass­te Nut­zung, so dass eine stän­di­ge Besitz­über­las­sung zur Gebrauchs­ge­wäh­rung nicht erfor­der­lich ist, ent­fällt damit noch nicht das für die Mie­te erfor­der­li­che Ele­ment der Gebrauchs­ge­wäh­rung5.

Ent­schei­dend hängt die recht­li­che Qua­li­fi­zie­rung eines Ver­trags, bei dem eine Ver­trags­par­tei neben der ent­gelt­li­chen Über­las­sung einer Sache, hier des Schie­nen­net­zes, wei­te­re Leis­tun­gen zu erbrin­gen hat, von der Aus­ge­stal­tung der Ver­trags­be­zie­hung im Ein­zel­fall ab. Maß­geb­lich ist dabei, wel­che der Leis­tun­gen dem Ver­trag das Geprä­ge geben6. Die dane­ben geschul­de­ten Pla­nungs- und Koor­di­na­ti­ons­leis­tun­gen haben ledig­lich die­nen­de Funk­ti­on7. Auch wenn sie als Dienst­leis­tun­gen zu qua­li­fi­zie­ren wären, sol­len sie als blo­ße Neben­pflich­ten nur die ver­trag­lich geschul­de­te Nut­zungs­über­las­sung sicher­stel­len, wes­halb sie eine unter­ge­ord­ne­te Bedeu­tung haben.

Gemes­sen hier­an ist es revi­si­ons­recht­lich nicht zu bean­stan­den, dass das Ober­lan­des­ge­richt den zwi­schen den Par­tei­en geschlos­se­nen Grund­satz­In­fra­struk­tur­ver­trag vom 01.04.2010 als Miet­ver­trag ein­ge­ord­net hat.

Nach § 1 Nr. 1 Grund­satz-INV erbringt das EVU Ver­kehrs­leis­tun­gen im öffent­li­chen Per­so­nen- und Güter­ver­kehr. § 1 Nr. 2 Grund­satz-INV stellt allein auf den Begriff der „Nut­zung“ ab und gibt daher dem Ver­trag das ent­spre­chen­de miet­ver­trag­li­che Geprä­ge. Da das EVU eige­ne Ver­kehrs­leis­tun­gen erbrin­gen will und zu die­sem Zweck ledig­lich die Infra­struk­tur von dem Infra­struk­tur­un­ter­neh­men zur Ver­fü­gung gestellt wer­den soll, liegt kein Beför­de­rungs- oder Trans­port­ver­trag vor, der als Werk­ver­trag zu qua­li­fi­zie­ren sein könn­te8. Auch die Defi­ni­ti­on der Zug­tras­se in § 2 Nr. 1 EIBV und die dar­in ange­spro­che­ne Zeit­kom­po­nen­te spre­chen nicht für einen werk­ver­trag­li­chen Cha­rak­ter des Ver­trags. Denn dass eine „Zug­tras­se“ der Anteil der Schie­nen­weg­ka­pa­zi­tät eines Betrei­bers ist, der erfor­der­lich ist, damit ein Zug zu einer bestimm­ten Zeit zwi­schen zwei Orten ver­keh­ren kann, steht der Annah­me eines Miet­ver­trags gera­de nicht entgegen.

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Mit dem Ober­lan­des­ge­richt ist auch davon aus­zu­ge­hen, dass die DB Netz AG ver­pflich­tet ist, der Klä­ge­rin die Schie­nen­be­nut­zung zu den ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Tras­sen­zei­ten zu ermöglichen.

Die Aus­le­gung der hier inso­weit vor­lie­gen­den Indi­vi­du­al­ver­ein­ba­rung gemäß §§ 133, 157 BGB ist grund­sätz­lich Sache des Tatrich­ters. Des­sen Aus­le­gung ist für das Revi­si­ons­ge­richt bin­dend, wenn sie rechts­feh­ler­frei vor­ge­nom­men wor­den ist und zu einem ver­tret­ba­ren Aus­le­gungs­er­geb­nis führt, selbst wenn ein ande­res Aus­le­gungs­er­geb­nis mög­lich erscheint. Sie kann des­halb vom Revi­si­ons­ge­richt grund­sätz­lich nur dar­auf über­prüft wer­den, ob der Aus­le­gungs­stoff voll­stän­dig berück­sich­tigt wor­den ist, ob gesetz­li­che Aus­le­gungs­re­geln oder all­ge­mein aner­kann­te Aus­le­gungs­grund­sät­ze, sons­ti­ge Erfah­rungs­sät­ze oder die Denk­ge­set­ze ver­letzt sind oder ob die Aus­le­gung auf Ver­fah­rens­feh­lern beruht9.

Nach die­sen Anfor­de­run­gen ist die vom Ober­lan­des­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Aus­le­gung nicht zu beanstanden.

Der Grund­satz-INV ver­weist in § 1 Nr. 3 auf die jeweils abzu­schlie­ßen­den Ein­zel­nut­zungs­ver­trä­ge. In die­sen sind die jewei­li­gen Zei­ten, zu denen der in die­sem Ver­trag genann­te Zug zu ver­keh­ren hat, genannt. Damit steht die­se Rege­lung in Ein­klang mit § 2 Nr. 1 EIBV, wonach „Zug­tras­se“ den­je­ni­gen Anteil der Schie­nen­weg­ka­pa­zi­tät eines Betrei­bers der Schie­nen­we­ge bezeich­net, der erfor­der­lich ist, damit ein Zug zu einer bestimm­ten Zeit zwi­schen zwei Orten ver­keh­ren kann. Zudem fin­det sich unter ande­rem in Zif­fer 6.02.05.07.4 SNB 2013 eine Rege­lung, wonach ein pro­dukt­be­zo­ge­ner Min­de­rungs­be­trag bis zur Höhe von maxi­mal 50 % des jewei­li­gen Tras­sen­nut­zungs­ent­gelts unter ande­rem auf Zusatz­ver­spä­tungs­mi­nu­ten gewährt wird.

Soweit § 1 Nr. 2 Grund­satz-INV auf die „Schie­nen­netz-Benut­zungs­be­din­gun­gen der DB Netz AG (SNB)“ ver­weist, ohne die­se wei­ter zu kon­kre­ti­sie­ren, kann mit dem Ober­lan­des­ge­richt dahin­ge­stellt blei­ben, ob auf den Ver­trag für den hier im Streit ste­hen­den Zeit­raum des Jah­res 2013 allein die SNB 2013 oder auch die ab 9.04.2013 gel­ten­den SNB 2014 Anwen­dung fin­den. Denn inhalt­lich haben Letz­te­re kei­ne ent­schei­dungs­re­le­van­te Ände­rung erfah­ren. Danach war die DB Netz AG nach den ein­ge­gan­ge­nen Ver­trags­be­zie­hun­gen ver­pflich­tet, der Klä­ge­rin zu den in den Ein­zel­nut­zungs­ver­trä­gen jeweils genann­ten Zeit­punk­ten bzw. Zeit­räu­men die Zug­tras­sen zu über­las­sen. Aus­weis­lich Zif­fer 3.05.04.02.1 der jewei­li­gen SNB sind die im Fahr­plan ange­ge­be­nen Zei­ten ver­bind­lich, ins­be­son­de­re die Abfahrts­zei­ten am Zuganfangsbahnhof.

Der Ein­wand der DB Netz AG in ihrer DB Netz AG, sie habe kei­nen Rechts­bin­dungs­wil­len für die recht­zei­ti­ge Bereit­stel­lung und Befahr­bar­keit der Tras­sen gehabt, geht fehl. Zutref­fend weist das Ober­lan­des­ge­richt dar­auf hin, dass in Zif­fer 6.02.05.7 der SNB 2013 (bzw.2014) eine Ent­gelt­min­de­rung ver­ein­bart ist, wenn infol­ge des nicht ver­trags­ge­mä­ßen Zustands der Schie­nen­we­ge die erbrach­te Leis­tung nicht unwe­sent­lich von der geschul­de­ten abweicht, was in Zif­fer 6.02.05.07.1 der jewei­li­gen SNB als „Man­gel“ defi­niert wird. Die­se ver­trag­li­che Rege­lung setzt § 21 Abs. 6 Satz 2 EIBV um, wonach die zu ver­ein­ba­ren­den Ent­gel­te bei sol­chen Umstän­den zu min­dern sind. In den nach­fol­gen­den Ein­zel­re­ge­lun­gen der SNB wird der Man­gel dahin­ge­hend kon­kre­ti­siert, dass es wegen bestimm­ter Unzu­läng­lich­kei­ten der Schie­nen­we­ge bezüg­lich der Steue­rungs- und Siche­rungs­sys­te­me, der Strom­ver­sor­gung oder per­so­nell-betrieb­li­cher Män­gel zu sechs oder mehr Zusatz­ver­spä­tungs­mi­nu­ten kom­me. Dar­aus ergibt sich, dass Inhalt der Leis­tungs­pflicht – und damit zugleich vom Rechts­bin­dungs­wil­len umfasst – auch die recht­zei­ti­ge Bereit­stel­lung und Befahr­bar­keit der Tras­se ist.

Soweit die DB Netz AG dar­auf abstellt, dass Ver­spä­tun­gen im Schie­nen­ver­kehr sys­tem­im­ma­nent sei­en, ist dem inso­weit Rech­nung getra­gen, dass die­se gemäß Zif­fer 6.02.05.07.2 der jewei­li­gen SNB erst ab einer Ver­spä­tung von sechs Minu­ten zum Tra­gen kom­men. Soll­ten die Ursa­chen für die Ver­spä­tun­gen von Drit­ten, nicht im Ver­trag invol­vier­ten Per­so­nen her­rüh­ren, wird das in Zif­fer 6.02.03.01.2 der jewei­li­gen SNB hin­rei­chend berück­sich­tigt. Danach sind nur die­je­ni­gen Zusatz­ver­spä­tungs­mi­nu­ten rele­vant, die sich ent­we­der durch die DB Netz (DB Netz AG) oder durch das betref­fen­de EVU (Klä­ge­rin) beein­flus­sen lassen.

Wenn die DB Netz AG unter Bezug­nah­me auf Zif­fer 5.2 der jewei­li­gen SNB begrün­den will, dass sie kei­ne pünkt­li­che Tras­sen­über­las­sung schul­de, über­sieht sie, dass es am Ende die­ser Zif­fer heißt, der genaue räum­li­che und zeit­li­che Nut­zungs­um­fang erge­be sich aus dem jewei­li­gen Ein­zel­nut­zungs­ver­trag. Wären die dort vor­ge­ge­be­nen Zei­ten unver­bind­lich, könn­te das EVU sei­ne Ver­keh­re nicht mit der erfor­der­li­chen Zuver­läs­sig­keit planen.

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts ist der zwi­schen den Par­tei­en geschlos­se­ne Miet­ver­trag aller­dings nicht dahin aus­zu­le­gen, dass neben den Min­de­rungs­an­sprü­chen Ansprü­che auf Scha­dens­er­satz für Ver­mö­gens­schä­den – sei es aus § 536 a BGB oder aus § 280 BGB – aus­ge­schlos­sen sind. Die Fra­ge, wel­che Norm hier anwend­bar ist10, kann offen­blei­ben, weil der Mie­ter auch im Fall des § 536 a BGB das Ver­schul­den des Ver­mie­ters nach Ver­trags­schluss nicht dar­le­gen muss, wenn die Ursa­che aus des­sen Herr­schaftsund Ein­fluss­be­reich her­rührt11.

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Das Ober­lan­des­ge­richt ist – inso­weit für die Revi­si­on güns­tig12 davon aus­ge­gan­gen, dass es sich bei den hier rele­van­ten Klau­seln der SNB, die einen Aus­schluss von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen begrün­den sol­len, um All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen im Sin­ne von § 305 Abs. 1 BGB han­delt, die zwi­schen Unter­neh­mern ver­wen­det wer­den13.

All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen sind bei der Aus­le­gung wie revi­si­ble Rechts­nor­men zu behan­deln und infol­ge­des­sen vom Revi­si­ons­ge­richt frei aus­zu­le­gen, da bei ihnen unge­ach­tet der Fra­ge, ob sie über den räum­li­chen Bezirk des Beru­fungs­ge­richts hin­aus ver­wen­det wer­den, ein Bedürf­nis nach einer ein­heit­li­chen Hand­ha­bung besteht14.

All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen sind nach ihrem objek­ti­ven Inhalt und typi­schen Sinn ein­heit­lich so aus­zu­le­gen, wie sie von ver­stän­di­gen und red­li­chen Ver­trags­part­nern unter Abwä­gung der Inter­es­sen der nor­ma­ler­wei­se betei­lig­ten Krei­se ver­stan­den wer­den. Dabei sind die Vor­stel­lun­gen und Ver­ständ­nis­mög­lich­kei­ten eines durch­schnitt­li­chen, recht­lich nicht vor­ge­bil­de­ten Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders zugrun­de zu legen. Ansatz­punkt für die bei einer For­mu­lar­klau­sel gebo­te­ne objek­ti­ve, nicht am Wil­len der kon­kre­ten Ver­trags­part­ner zu ori­en­tie­ren­de Aus­le­gung ist dabei in ers­ter Linie ihr Wort­laut. Äuße­re Umstän­de, die zum Ver­trags­schluss geführt und für einen ver­stän­di­gen und red­li­chen Ver­trags­part­ner Anhalts­punk­te für eine bestimm­te Aus­le­gung des Ver­trags gege­ben haben, dür­fen zwar grund­sätz­lich berück­sich­tigt wer­den. Da All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen aber ein­heit­lich aus­zu­le­gen sind, kom­men inso­weit nur all­ge­mei­ne Umstän­de in Betracht, die auf einen ver­all­ge­mei­ner­ba­ren Wil­len des Ver­wen­ders schlie­ßen las­sen15. Dabei ist eine Frei­zeich­nung in Form einer Haf­tungs­aus­schluss­klau­sel eng aus­zu­le­gen16.

Die Aus­le­gung der hier ein­schlä­gi­gen SNB begrün­det danach ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts kei­nen Aus­schluss von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen für Vermögensschäden.

Schon nach dem Wort­laut der SNB 2013 bzw.2014 wer­den Scha­dens­er­satz­an­sprü­che nicht aus­ge­schlos­sen. Zif­fer 6.02.05.7 sieht eine Ent­gelt­min­de­rung bei nicht ver­trags­ge­mä­ßem Zustand vor. Laut Zif­fer 6.02.05.07.1 Satz 2 wird das geschul­de­te Nut­zungs­ent­gelt (…) gemin­dert, wenn die erbrach­te Leis­tung nicht nur unwe­sent­lich von der ver­trag­lich geschul­de­ten Leis­tung abweicht (Man­gel). Anders als die DB Netz AG meint, schließt Zif­fer 6.02.05.07.6 vor allem sei­nem Wort­laut nach Scha­dens­er­satz­an­sprü­che gera­de nicht aus. Viel­mehr ent­hält das gesam­te Regel­werk ein aus­ta­rier­tes Sys­tem, aller­dings nur bezo­gen auf die jewei­li­gen Min­de­run­gen. Inso­weit bestimmt die vor­ge­nann­te Rege­lung, dass eine Min­de­rung für Män­gel, die nicht auf dem Zustand des Schie­nen­wegs, der zuge­hö­ri­gen Steue­rungs- und Siche­rungs­sys­te­me sowie der zuge­hö­ri­gen Anla­gen zur stre­cken­be­zo­ge­nen Ver­sor­gung mit Fahr­strom beru­hen und die Nutz­bar­keit zum ver­trags­ge­mä­ßen Gebrauch nicht der­art gra­vie­rend beein­träch­ti­gen, dass damit der dis­kri­mi­nie­rungs­freie Netz­zu­gang nach § 14 Abs. 1 AEG beein­träch­tigt ist, aus­ge­schlos­sen ist. Dass hier­von auch der Aus­schluss von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen umfasst sein soll, wird jedoch weder aus die­ser Rege­lung noch aus dem Gesamt­zu­sam­men­hang erkennbar.

Zudem stün­de die vom Ober­lan­des­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Aus­le­gung eines pau­scha­len Aus­schlus­ses von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen für Ver­mö­gens­schä­den auch im Wider­spruch zu dem Wort­laut der AGB-IN, die Bestand­teil der SNB 2013 sind. Die­se beinhal­ten in Zif­fer 8 AGB-IN eine eige­ne Haf­tungs­re­ge­lung. Gemäß Zif­fer 8 Abs. 2 Satz 1 AGB-IN wird im Ver­hält­nis zwi­schen DB Netz AG und dem ein­be­zo­ge­nen EVU der Ersatz eige­ner Sach­schä­den aus­ge­schlos­sen. Dies gilt aber nicht, wenn der Sach­scha­den eines Betei­lig­ten den Betrag von 10.000 Euro über­steigt; es gilt fer­ner nicht, wenn einem Betei­lig­ten Vor­satz oder gro­be Fahr­läs­sig­keit zur Last fällt oder wenn außer eige­nen Sach­schä­den der Betei­lig­ten auch Sach­schä­den Drit­ter oder Per­so­nen­schä­den zu erset­zen sind, Zif­fer 8 Abs. 2 Satz 2 AGB-IN. Eine Rege­lung dazu, dass Scha­dens­er­satz­an­sprü­che ins­ge­samt aus­ge­schlos­sen sein sol­len, ent­hält Zif­fer 8 AGB-IN somit nicht.

Ent­spre­chen­des gilt auch für eine Aus­le­gung der jewei­li­gen SNB nach ihrem Sinn und Zweck. Wie das EVU zu Recht aus­führt, wei­sen das Min­de­rungs­recht und das Scha­dens­er­satz­recht völ­lig unter­schied­li­che Schutz­rich­tun­gen auf. Das Min­de­rungs­recht ist eine unmit­tel­ba­re Aus­prä­gung des Äqui­va­lenz­prin­zips. Durch die Miet­min­de­rung soll das von den Par­tei­en fest­ge­leg­te Äqui­va­lenz­ver­hält­nis im Man­gel­fall wie­der­her­ge­stellt wer­den17. Die­sem Zweck ent­spre­chend ist es für die Anpas­sung der Miet­zah­lungs­pflicht an den man­gel­be­dingt her­ab­ge­setz­ten Gebrauchs­wert der Miet­sa­che grund­sätz­lich uner­heb­lich, ob der Ver­mie­ter die Auf­he­bung oder Ein­schrän­kung der Gebrauchs­taug­lich­keit zu ver­tre­ten hat.

Dage­gen soll das Recht auf Scha­dens­er­satz den Mie­ter vor Ver­mö­gens­ein­bu­ßen durch Män­gel schüt­zen, die nicht unmit­tel­bar die Äqui­va­lenz von Leis­tung und Gegen­leis­tung betref­fen. Ein Anspruch besteht bei nach Ver­trags­schluss ent­stan­de­nen Män­geln nur, wenn der Ver­mie­ter den Man­gel zu ver­tre­ten hat (§§ 536 a Abs. 1, 280 Abs. 1 Satz 2 BGB).

Das bil­det sich auch auf der Rechts­fol­gen­sei­te ab: Die Miet­min­de­rung tritt kraft Geset­zes auto­ma­tisch bei Vor­lie­gen eines Sach- oder Rechts­man­gels ein. Der Mie­ter schul­det bei Vor­lie­gen eines Man­gels nur noch eine (antei­lig) gekürz­te Mie­te; die Ent­gelt­min­de­rung ist dar­auf gerich­tet, in einem kon­kre­ten Fall der man­gel­haf­ten Leis­tung eines Eisen­bahn­in­fra­struk­tur­un­ter­neh­mens (hier der DB Netz AG) die Gegen­leis­tung anzu­pas­sen. Die Ent­gelt­min­de­rung umfasst jedoch kei­ne Ansprü­che der Klä­ge­rin wegen Schä­den, die infol­ge einer Pflicht­ver­let­zung der DB Netz AG ein­ge­tre­ten sind. Dage­gen kann der Gläu­bi­ger eines Scha­dens­er­satz­an­spruchs sämt­li­che Ver­mö­gens­ein­bu­ßen ersetzt ver­lan­gen, die ihm infol­ge der Nicht- oder Schlech­ter­fül­lung ent­ste­hen. Gemäß § 249 BGB hat der zum Scha­dens­er­satz Ver­pflich­te­te den Zustand her­zu­stel­len, der bestehen wür­de, wenn der zum Ersatz ver­pflich­ten­de Umstand nicht ein­ge­tre­ten wäre.

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Hin­zu kommt, dass das Eisen­bahn­recht gemäß dem für den streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum noch anzu­wen­den­den § 21 Abs. 1 EIBV i.V.m. Zif­fer 6.02.3 der jewei­li­gen SNB den betei­lig­ten Unter­neh­men einen Anreiz dafür bie­tet, dass die Schie­nen­netz­ka­pa­zi­tä­ten mög­lichst opti­mal von den Betei­lig­ten aus­ge­nutzt wer­den kön­nen. Das Anreiz­sys­tem knüpft dabei aus­schließ­lich an Min­de­rungs­tat­be­stän­de – wie zum Bei­spiel einem Betei­lig­ten zuzu­rech­nen­de Ver­spä­tun­gen – an. Letzt­lich wird im Rah­men des Sys­tems der SNB der ein­ge­tre­te­ne wirt­schaft­li­che Min­der­wert pau­scha­liert. Schä­den, die infol­ge einer Pflicht­ver­let­zung aus dem Ver­trag dem jeweils ande­ren Ver­trags­un­ter­neh­men ent­ste­hen, wer­den hier­von nicht erfasst. Das Anreiz­sys­tem soll nach Auf­fas­sung der Bun­des­netz­agen­tur, die gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1 BEVVG Regu­lie­rungs­be­hör­de ist, viel­mehr als zusätz­li­ches Instru­ment der Qua­li­täts­ver­bes­se­rung neben die ohne­hin bestehen­den Rech­te aus dem all­ge­mei­nen Leis­tungs­stö­rungs­recht tre­ten. Das gesetz­ge­be­ri­sche Ziel, einen zusätz­li­chen Anreiz zu schaf­fen, wür­de ver­fehlt, wenn Anrei­z­ent­gel­te einen Scha­dens­er­satz aus­schlös­sen18.

Im Übri­gen ist die von der DB Netz AG befürch­te­te „Über­kom­pen­sa­ti­on“ zuguns­ten des EVU (hier der Klä­ge­rin) aus­ge­schlos­sen. Zwar erscheint eine sol­che im Ansatz – ent­ge­gen der Ansicht des EVU – denk­bar, sofern das EVU einer­seits den Tras­sen­preis gegen­über dem Eisen­bahn­in­fra­struk­tur­un­ter­neh­men (hier der DB Netz AG) min­dern könn­te, ande­rer­seits aber von den Auf­ga­ben­stel­lern (hier von den Streit­hel­fern) im Ergeb­nis das unge­schmä­ler­te Ent­gelt erhal­ten wür­de, wenn die – von die­sen zurück­be­hal­te­ne – Dif­fe­renz im Wege des Scha­dens­er­sat­zes von dem Eisen­bahn­in­fra­struk­tur­un­ter­neh­men zu leis­ten wäre. In die­sem Fall wäre aber bei der Berech­nung des Scha­dens­er­sat­zes die erfolg­te Min­de­rung zu Las­ten des EVU anzurechnen.

Nach den von der Recht­spre­chung im Bereich des Scha­dens­er­satz­rechts ent­wi­ckel­ten Grund­sät­zen der Vor­teils­aus­glei­chung sind dem Geschä­dig­ten in gewis­sem Umfang die­je­ni­gen Vor­tei­le zuzu­rech­nen, die ihm in adäqua­tem Zusam­men­hang mit dem Scha­dens­er­eig­nis zuge­flos­sen sind. Es soll ein gerech­ter Aus­gleich zwi­schen den bei einem Scha­dens­fall wider­strei­ten­den Inter­es­sen her­bei­ge­führt wer­den. Der Geschä­dig­te darf einer­seits im Hin­blick auf das scha­dens­er­satz­recht­li­che Berei­che­rungs­ver­bot nicht bes­ser­ge­stellt wer­den, als er ohne das schä­di­gen­de Ereig­nis stün­de. Ande­rer­seits sind nur die­je­ni­gen durch das Scha­dens­er­eig­nis beding­ten Vor­tei­le auf den Scha­dens­er­satz­an­spruch anzu­rech­nen, deren Anrech­nung mit dem jewei­li­gen Zweck des Ersatz­an­spruchs über­ein­stimmt, also dem Geschä­dig­ten zumut­bar ist und den Schä­di­ger nicht unan­ge­mes­sen ent­las­tet19.

Dem­ge­mäß hat die 10. Beschluss­kam­mer der Bun­des­netz­agen­tur in ihrem Beschluss vom 31.08.2018 (BK10-18–0014_E) anläss­lich einer von der DB Netz AG initi­ier­ten Über­prü­fung der SNB 2019 aus­ge­führt, eine Kom­bi­na­ti­on von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen und Anrei­z­ent­gel­ten stel­le kei­ne unge­woll­te Über­kom­pen­sa­ti­on dar. Zwar ent­hal­ten die SNB 2019 – anders als die SNB 2013 und 2014 – im Abschnitt ab Zif­fer 2.09.08. geson­der­te Haf­tungs­re­geln zum Scha­dens­er­satz. Aller­dings woll­ten die Infra­struk­tur­un­ter­neh­men mit ihrem Antrag ersicht­lich errei­chen, dass Scha­dens­er­satz­an­sprü­che im Zusam­men­hang mit dem Anreiz­sys­tem und etwai­gen Ver­spä­tun­gen aus­ge­schlos­sen wer­den, wes­halb Zif­fer 6.04.03.2 der SNB 2019 geän­dert wer­den soll­te. Hier­zu hat die Bun­des­netz­agen­tur aus­ge­führt, ins­be­son­de­re dürf­te auch in der Behaup­tung der Infra­struk­tur­un­ter­neh­men, dass die Zugangs­be­rech­tig­ten oft­mals hohe Straf­zah­lungs­ver­spre­chen gegen­über den Auf­ga­ben­trä­gern über Scha­dens­er­satz­ver­lan­gen an sie wei­ter­reich­ten, kei­nen sol­chen Umstand bedeu­ten. Der Geschä­dig­te sol­le wirt­schaft­lich so gestellt wer­den, wie er stün­de, wenn der zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­ten­de Umstand nicht ein­ge­tre­ten wäre. Sofern aus Sicht der Infra­struk­tur­un­ter­neh­men durch ein obli­ga­to­ri­sches Straf­ver­spre­chen eines Zugangs­be­rech­tig­ten im Ergeb­nis eine unbil­li­ge Scha­dens­ver­la­ge­rung auf sie erfol­ge, oblie­ge es ihnen, dem Scha­dens­er­satz­ver­lan­gen des Zugangs­be­rech­tig­ten im Ein­zel­fall zivil­recht­lich entgegenzutreten.

Auch die Bun­des­re­gie­rung hat bezo­gen auf die SNB 2019 Scha­dens­er­satz­an­sprü­che als gege­ben erach­tet. In einer ent­spre­chen­den Unter­rich­tung zum „Sek­tor­gut­ach­ten Bahn“ der Mono­pol­kom­mis­si­on gemäß – des eben­falls seit dem 2.09.2016 gel­ten­den – § 78 Abs. 1 ERegG vom 06.08.2019 heißt es, dass in Bezug auf ande­re EVU eine Ent­schä­di­gungs­pflicht ins­be­son­de­re aus dem Ver­trags­ver­hält­nis die­ser Unter­neh­men mit der DB Netz AG abge­lei­tet wer­den kön­ne. Denn die DB Netz AG stel­le den Unter­neh­men die Schie­nen­in­fra­struk­tur auf­grund ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen bereit und habe dafür zu sor­gen, dass die Rech­te, Rechts­gü­ter und Inter­es­sen der EVU nicht durch infra­struk­tur­be­ding­te Ver­spä­tungs­ur­sa­chen beein­träch­tigt wür­den. Zwar sei­en die betref­fen­den EVU theo­re­tisch dazu in der Lage, zusätz­li­che Zah­lun­gen, wel­che ihnen durch eine unpünkt­li­che Bereit­stel­lung der Infra­struk­tur durch den Betrei­ber der Schie­nen­we­ge ent­stün­den, in Scha­dens­er­satz­kla­gen gegen­über die­sem gel­tend zu machen, jedoch sei hier­für ein Nach­weis über die tat­säch­li­che Ursa­che der Ver­spä­tung not­wen­dig. Die Erbrin­gung eines sol­chen Nach­wei­ses schei­ne in Anbe­tracht der feh­len­den Infor­ma­tio­nen aus Sicht der EVU in vie­len Fäl­len nicht leist­bar zu sein. Somit bestehe prak­tisch nahe­zu kei­ne Mög­lich­keit für die EVU, die von ihnen geleis­te­ten Stra­fen, wel­che vom Betrei­ber der Schie­nen­we­ge ver­ur­sacht wür­den, die­sem in Rech­nung zu stel­len20.

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Ein for­mu­lar­mä­ßi­ger Aus­schluss von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen wäre auch wegen Vor­lie­gens einer unan­ge­mes­se­nen Benach­tei­li­gung unwirk­sam. Dies folgt aus § 307 Abs. 1 und 2 BGB, der nach Maß­ga­be des § 310 Abs. 1 Satz 2 BGB auch auf All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen Anwen­dung fin­det, wenn sie – wie hier – gegen­über einem Unter­neh­men ver­wen­det wur­den21.

Zwar ist der DB Netz AG inso­weit zu fol­gen, als der Maß­stab für die Bewer­tung der Zuläs­sig­keit von SNB ori­gi­när aus dem Eisen­bahn­re­gu­lie­rungs­recht und nicht etwa aus dem AGB-Recht abzu­lei­ten ist. Inso­weit sind die an sich pri­vat­recht­li­chen Nut­zungs­ver­ein­ba­run­gen öffent­lich-recht­lich über­formt BGH, Urteil vom 08.10.2014 – XII ZR 164/​12 , NJW-RR 2015, 114 Rn. 18 mwN)). Gegen­stand des vor­lie­gen­den Ver­fah­rens ist aber nicht eine Bestim­mung nach bil­li­gem Ermes­sen im Sin­ne des § 315 Abs. 1 BGB22 oder eine Bewer­tung, ob die Bestim­mung des Ent­gelts in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen den Ver­trags­part­ner unan­ge­mes­sen benach­tei­ligt23. Hier ist nicht die im öffent­li­chen Recht behei­ma­te­te Regu­lie­rung des Eisen­bahn­rechts betrof­fen, son­dern allein die zivil­recht­li­che Fra­ge24 zu beant­wor­ten, ob die zu über­prü­fen­den Klau­seln auch den Aus­schluss von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen umfassen.

Der Hin­weis der DB Netz AG auf Art. 30 der Richt­li­nie 2001/​14/​EG und auf die hier­zu ergan­ge­ne Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs vom 09.11.2017 ver­fängt des­halb nicht. Dort führt der Gerichts­hof zwar aus, dass es zu den mit der Richt­li­nie 2001/​14/​EG ver­folg­ten Zie­len gehö­re, einen nicht dis­kri­mi­nie­ren­den Zugang zu den Fahr­we­gen sicher­zu­stel­len25. Ein wei­te­res Ziel der Richt­li­nie 2001/​14/​EG sei die Sicher­stel­lung eines fai­ren Wett­be­werbs. Die durch die­se Richt­li­nie als Gestal­tungs­in­stru­ment geschaf­fe­ne Ent­geltre­ge­lung die­ne auch dazu, die Unab­hän­gig­keit des Betrei­bers der Infra­struk­tur zu gewähr­leis­ten. Über­dies soll­ten die Ent­geltre­ge­lun­gen nach dem 12. Erwä­gungs­grund der Richt­li­nie den Betrei­bern der Eisen­bahn­in­fra­struk­tur zur Sicher­stel­lung einer effi­zi­en­ten Nut­zung der Eisen­bahn­in­fra­struk­tur in dem von den Mit­glied­staa­ten abge­steck­ten Rah­men einen Anreiz geben, die Nut­zung ihrer Fahr­we­ge zu opti­mie­ren. Zur Errei­chung die­ses Ziels soll­te den Betrei­bern der Infra­struk­tur nach dem 20. Erwä­gungs­grund der Richt­li­nie 2001/​14/​EG eine gewis­se Fle­xi­bi­li­tät ein­ge­räumt wer­den26.

Die­se vom Euro­päi­schen Gerichts­hof fest­ge­stell­ten Zie­le der Richt­li­nie 2001/​14/​EG blei­ben durch die hier anzu­stel­len­de Prü­fung, ob durch die SNB 2013 bzw.2014 auch Scha­dens­er­satz­an­sprü­che aus­ge­schlos­sen sind, indes unan­ge­tas­tet. Es geht nicht um die Ange­mes­sen­heit der ein­zel­nen Min­de­rungs­re­ge­lun­gen, son­dern allein um die Fra­ge, ob ein etwai­ger Aus­schluss von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen durch die SNB letzt­lich für das EVU als Ver­wen­dungs­geg­ner eine unan­ge­mes­se­ne Benach­tei­li­gung im zivil­recht­li­chen Sin­ne dar­stel­len würde.

Ein sol­cher Aus­schluss wür­de den Vor­ga­ben des § 307 i.V.m. § 310 Abs. 1 Satz 2 BGB nicht standhalten.

Eine for­mu­lar­mä­ßi­ge Frei­zeich­nung darf ver­trags­we­sent­li­che Rechts­po­si­tio­nen des Ver­trags­part­ners des Klau­sel­ver­wen­ders nicht aus­höh­len, weil sie ihm sol­che Rech­te nimmt oder ein­schränkt, die ihm der Ver­trag nach sei­nem Inhalt und Zweck gera­de zu gewäh­ren hat. Die Haf­tungs­be­schrän­kung darf nicht dazu füh­ren, dass der Klau­sel­ver­wen­der von Ver­pflich­tun­gen befreit wird, deren Erfül­lung die ord­nungs­ge­mä­ße Durch­füh­rung des Ver­trags über­haupt erst ermög­licht und auf deren Ein­hal­tung der Ver­trags­part­ner regel­mä­ßig ver­traut und ver­trau­en darf27. Der for­mu­lar­mä­ßi­ge Aus­schluss eines Rechts muss mit den wesent­li­chen Grund­ge­dan­ken der gesetz­li­chen Rege­lung ver­ein­bar sein (§ 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB). Von einem wesent­li­chen Grund­ge­dan­ken ist aus­zu­ge­hen, wenn die gesetz­li­che Rege­lung, von der die For­mu­lar­be­stim­mung abweicht, nicht auf rei­nen Zweck­mä­ßig­keits­er­wä­gun­gen, son­dern auf die Inter­es­sen bei­der Par­tei­en berück­sich­ti­gen­den Gerech­tig­keits­er­wä­gun­gen beruht und des­halb zum gesetz­li­chen Leit­bild gehört28.

Dabei ist das Klau­sel­ver­bot des § 309 Nr. 7 lit. b BGB (Haf­tung für sons­ti­ge Schä­den) zwar nicht unmit­tel­bar anwend­bar, weil es sich bei der Klä­ge­rin um ein Unter­neh­men han­delt. Auf All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen, die gegen­über einem Unter­neh­mer ver­wen­det wer­den, fin­det § 309 BGB kei­ne unmit­tel­ba­re Anwen­dung (§ 310 Abs. 1 Satz 1 BGB). Sol­che Geschäfts­be­din­gun­gen unter­lie­gen jedoch der Inhalts­kon­trol­le nach § 307 Abs. 1 und 2 BGB, und zwar auch inso­weit, als dies zur Unwirk­sam­keit von Ver­trags­be­stim­mun­gen führt, die in § 309 BGB auf­ge­führt sind; dabei ist auf die im Han­dels­ver­kehr gel­ten­den Gewohn­hei­ten und Bräu­che ange­mes­sen Rück­sicht zu neh­men (§ 310 Abs. 1 Satz 2 BGB). Danach sind bei der Inhalts­kon­trol­le im unter­neh­me­ri­schen Ver­kehr die in den Klau­sel­ver­bo­ten zum Aus­druck kom­men­den Wer­tun­gen zu berück­sich­ti­gen, soweit sie auf die all­ge­mei­ne Inhalts­kon­trol­le über­trag­bar sind29.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kommt den strik­ten Klau­sel­ver­bo­ten auch im unter­neh­me­ri­schen Geschäfts­ver­kehr im Rah­men der Inhalts­kon­trol­le Indi­zwir­kung für die Unwirk­sam­keit der Klau­sel zu. Fällt eine Klau­sel bei ihrer Ver­wen­dung gegen­über Ver­brau­chern unter eine Ver­bots­norm des § 309 BGB, so ist dies ein Indiz dafür, dass sie auch im Fal­le der Ver­wen­dung gegen­über Unter­neh­mern zu einer unan­ge­mes­se­nen Benach­tei­li­gung führt, es sei denn, sie kann wegen der beson­de­ren Inter­es­sen und Bedürf­nis­se des unter­neh­me­ri­schen Geschäfts­ver­kehrs aus­nahms­wei­se und unter Berück­sich­ti­gung der im Han­dels­ver­kehr gel­ten­den Gewohn­hei­ten und Gebräu­che (§ 310 Abs. 1 Satz 2 Halb­satz 2 BGB) als ange­mes­sen ange­se­hen wer­den30.

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Nach die­ser Maß­ga­be ist eine umfas­sen­de Frei­zeich­nung in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen, nach der die Haf­tung des Klau­sel­ver­wen­ders für sons­ti­ge Schä­den auch bei gro­bem Ver­schul­den (§ 309 Nr. 7 lit. b BGB) aus­ge­schlos­sen ist, nicht nur gegen­über Ver­brau­chern, son­dern eben­so im Geschäfts­ver­kehr zwi­schen Unter­neh­mern wegen unan­ge­mes­se­ner Benach­tei­li­gung des Ver­trags­part­ners des Ver­wen­ders unwirk­sam, § 307 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 Nr. 2 BGB31. Eine Frei­zeich­nung im unter­neh­me­ri­schen Geschäfts­ver­kehr bei einem Ver­stoß gegen § 309 Nr. 7 lit. b BGB ist somit dann unwirk­sam, wenn sie – wie es vor­lie­gend der Fall wäre – hin­sicht­lich sons­ti­ger Schä­den die Haf­tung für Vor­satz und gro­be Fahr­läs­sig­keit voll­stän­dig aus­schließt. Ein der­art weit­rei­chen­der Haf­tungs­aus­schluss benach­tei­ligt den Ver­trags­part­ner des Ver­wen­ders auch im unter­neh­me­ri­schen Geschäfts­ver­kehr unan­ge­mes­sen, weil er den Ver­trags­zweck gefähr­det (§ 307 Abs. 2 Nr. 2 BGB). Ein Unter­neh­mer darf eben­so wie ein Ver­brau­cher dar­auf ver­trau­en, dass sein Ver­trags­part­ner ihn nicht grob fahr­läs­sig oder gar vor­sätz­lich schä­digt. Des­halb besteht auch im Geschäfts­ver­kehr mit Unter­neh­mern ein Ver­bot der umfas­sen­den Frei­zeich­nung von der Haf­tung für gro­bes Ver­schul­den32.

Gemes­sen hier­an wäre der vom Ober­lan­des­ge­richt ange­nom­me­ne Aus­schluss von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen für Ver­mö­gens­schä­den unwirksam.

Ein etwai­ger Aus­schluss von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen der Zugangs­be­rech­tig­ten wür­de im vor­lie­gen­den Fall einen Ver­stoß gegen die zur Aus­fül­lung des Begriffs der Ange­mes­sen­heit ergän­zend her­an­zu­zie­hen­den zivil­recht­li­chen Wer­tun­gen aus § 309 Nr. 7 lit. b BGB dar­stel­len. Denn nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts wären sämt­li­che Scha­dens­er­satz­an­sprü­che für Ver­mö­gens­schä­den – unab­hän­gig vom Grad des Ver­schul­dens – aus­ge­schlos­sen. Allein das stell­te eine unan­ge­mes­se­ne Benach­tei­li­gung dar, die nicht von gesetz­li­chen Rege­lun­gen, die das Sys­tem der gegen­läu­fi­gen Min­de­run­gen in den SNB flan­kie­ren, gerecht­fer­tigt wäre33. Hin­zu kommt, dass die Haf­tung ins­ge­samt aus­ge­schlos­sen wäre, es sich also nicht ein­mal um eine Haf­tungs­be­gren­zung handelte.

Über­dies erwie­se sich ein Aus­schluss von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen in den SNB – wie das EVU zu Recht ein­wen­det – als intrans­pa­rent und damit eben­falls als unwirksam.

Nach § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB – der hier eben­falls anwend­bar ist34 kann sich eine unan­ge­mes­se­ne Benach­tei­li­gung des Ver­trags­geg­ners auch dar­aus erge­ben, dass eine Bestim­mung nicht klar und ver­ständ­lich ist. Der Ver­wen­der All­ge­mei­ner Geschäfts­be­din­gun­gen ist nach den Grund­sät­zen von Treu und Glau­ben ver­pflich­tet, die Rech­te und Pflich­ten sei­ner Ver­trags­part­ner mög­lichst klar und durch­schau­bar dar­zu­stel­len. Er muss einer­seits die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen und Rechts­fol­gen so genau beschrei­ben, dass für ihn kei­ne unge­recht­fer­tig­ten Beur­tei­lungs­spiel­räu­me ent­ste­hen. Der Ver­trags­part­ner soll ande­rer­seits ohne frem­de Hil­fe mög­lichst klar und ein­fach sei­ne Rech­te und Pflich­ten fest­stel­len kön­nen, damit er die recht­li­che Trag­wei­te der Ver­trags­be­din­gun­gen bei Ver­trags­schluss hin­rei­chend erfas­sen kann und nicht von der Durch­set­zung sei­ner Rech­te abge­hal­ten wird. Der Ver­trags­part­ner soll unter ande­rem davor geschützt wer­den, infol­ge fal­scher Vor­stel­lun­gen über die ange­bo­te­ne Leis­tung zu einem unan­ge­mes­se­nen Ver­trags­ab­schluss ver­lei­tet zu wer­den. Die ein­deu­ti­ge und durch­schau­ba­re Ver­mitt­lung der mit einem beab­sich­tig­ten Ver­trags­schluss ver­bun­de­nen Rech­te und Pflich­ten ist Vor­aus­set­zung für eine infor­mier­te Sach­ent­schei­dung. Die Klau­sel muss des­halb nicht nur in ihrer For­mu­lie­rung ver­ständ­lich sein, son­dern auch die mit ihr ver­bun­de­nen wirt­schaft­li­chen Nach­tei­le und Belas­tun­gen soweit wie mög­lich ver­deut­li­chen. Eine Intrans­pa­renz kann sich nicht nur bei ein­zel­nen Klau­seln aus ihrer inhalt­li­chen Unklar­heit, man­geln­den Ver­ständ­lich­keit oder der unzu­rei­chen­den Erkenn­bar­keit der Kon­se­quen­zen erge­ben, son­dern auch aus der Gesamt­re­ge­lung. Abzu­stel­len ist dabei auf die Ver­ständ­nis­mög­lich­kei­ten des typi­scher­wei­se bei Ver­trä­gen der gere­gel­ten Art zu erwar­ten­den Durch­schnitts­kun­den. Für die Aus­le­gung von All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen ist in ers­ter Linie ihr Wort­laut rele­vant35.

Gemes­sen hier­an wür­de vor­lie­gend ein Aus­schluss von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen neben der ver­ein­bar­ten Min­de­rung in den SNB eine unan­ge­mes­se­ne Benach­tei­li­gung i.S.d. § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB darstellen.

Bereits der Umstand, dass die DB Netz AG – wenn auch spä­ter – selbst eine ent­spre­chen­de Ände­rung der SNB 2019 bean­tragt hat, zeigt, dass auch sie auf der Grund­la­ge der SNB von einem neben der Min­de­rung bestehen­dem Scha­dens­er­satz­an­spruch aus­geht. Die­se Annah­me fin­det ihre Bestä­ti­gung in dem Wort­laut der ent­spre­chen­den SNB, die kei­nen Aus­schluss von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen erwähnt und der es fol­ge­rich­tig an jeg­li­chen Anga­ben zum Ver­schul­dens­maß­stab fehlt. Der Ver­trags­part­ner kann bei die­ser Sach­la­ge nicht mit einem über die Rege­lung in Zif­fer 8 AGB-IN hin­aus­ge­hen­den Aus­schluss von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen rechnen.

Weil das Ober­lan­des­ge­richt in der Ent­gelt­min­de­rung bei nicht ver­trags­ge­mä­ßem Zustand nach Zif­fer 6.02.05.7 SNB 2013 eine abschlie­ßen­de Rege­lung für Ver­mö­gens­schä­den aus Ver­spä­tun­gen erblickt hat, ist die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung auf­zu­he­ben und das Ver­fah­ren zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung zurückzuverweisen:

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Für das wei­te­re Ver­fah­ren weist der Bun­des­ge­richts­hof auf das Fol­gen­de hin:

Nach den bis­lang getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen dürf­te eine Pflicht­ver­let­zung der DB Netz AG nicht mit der erfor­der­li­chen Sicher­heit bejaht wer­den kön­nen, weil das Ober­lan­des­ge­richt Scha­dens­er­satz­an­sprü­che schon dem Grun­de nach für aus­ge­schlos­sen erach­tet hat. Es wird der Klä­ge­rin Gele­gen­heit zu geben haben, ihren Vor­trag ent­spre­chend zu konkretisieren.

Dabei ver­kennt der Bun­des­ge­richts­hof nicht, dass die Dar­le­gung einer objek­ti­ven Pflicht­wid­rig­keit des Eisen­bahn­in­fra­struk­tur­un­ter­neh­mens oft nur schwer mög­lich ist36. Dem könn­te aber gege­be­nen­falls dadurch Rech­nung zu tra­gen sein, dass den EVU eine Erleich­te­rung der ihnen oblie­gen­den Dar­le­gungs- und Beweis­last nach den von der Recht­spre­chung zum Beweis nega­ti­ver Tat­sa­chen ent­wi­ckel­ten Grund­sät­zen zuteil­wird37.

Im Umfang einer even­tu­el­len Pflicht­ver­let­zung der DB Netz AG wird sich das Ober­lan­des­ge­richt unter Berück­sich­ti­gung der Aus­füh­run­gen der Par­tei­en und Streit­hel­fer im Revi­si­ons­ver­fah­ren mit der Bemes­sung eines even­tu­el­len Scha­dens aus­ein­an­der­zu­set­zen haben.

Schließ­lich wäre gege­be­nen­falls zu prü­fen, inwie­weit der gel­tend gemach­te Scha­den bereits durch etwai­ge Min­de­run­gen gegen­über der DB Netz AG kom­pen­siert wäre38.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 3. Febru­ar 2021 – XII ZR 29/​20

  1. in der Fas­sung vom 03.06.2005; BGBl. I S. 1566[]
  2. s. hier­zu auch Zif­fer 2.3.2 der ab dem 11.04.2012 gül­ti­gen SNB 2013[]
  3. LG Frank­furt am Main, Urteil vom 03.08.2018 – 2–27 O 462/​16[]
  4. OLG Frank­furt am Main, Urteil vom 12.03.2020 – 16 U 158/​18[]
  5. BGH, Urteil vom 17.07.2002 – XII ZR 86/​01 , NJW 2002, 3322 f. mwN[]
  6. vgl. BGH Urteil vom 26.03.1996 – X ZR 100/​94 , NJW-RR 1996, 1203, 1204 mwN; s. auch BeckA­EG-Kom­m/­Gerst­ner 2. Aufl. § 14 Rn. 236[]
  7. vgl. KG TranspR 2010, 194, 196 mwN[]
  8. vgl. KG TranspR 2010, 194, 195 mwN[]
  9. BGH, Urteil vom 30.09.2020 – XII ZR 6/​20 – DStR 2020, 2804 Rn. 10 mwN[]
  10. vgl. BGH, Urteil vom 22.10.2008 – XII ZR 148/​06 , NJW 2009, 142 Rn. 12[]
  11. BGH, Urteil vom 01.03.2000 – XII ZR 272/​97 NJW 2000, 2344, 2345; Palandt/​Weidenkaff BGB 80. Aufl. § 536 a Rn. 11 mwN[]
  12. vgl. BGH, Urteil vom 08.10.2014 – XII ZR 164/​12 , NJW-RR 2015, 114 Rn. 11[]
  13. vgl. auch BVerw­GE 140, 359 = NVwZ 2012, 307 Rn. 28[]
  14. BGHZ 200, 362 = NJW 2014, 2269 Rn. 25 mwN und Urteil vom 10.06.2020 – VIII ZR 289/​19 – MDR 2020, 1047 Rn. 25 mwN[]
  15. BGH Urteil vom 19.04.2018 – III ZR 255/​17 , NJW 2018, 2117 Rn. 18 mwN[]
  16. BGHZ 63, 333 = NJW 1975, 645[]
  17. BGH, Urteil BGHZ 163, 1 = NJW 2005, 1713, 1714[]
  18. vgl. dazu Beschluss der 10. Beschluss­kam­mer der Bun­des­netz­agen­tur vom 31.08.2018 – BK10-18–0014_E[]
  19. BGHZ 225, 316 = NJW 2020, 1962 Rn. 65; s. auch Palandt/​Weidenkaff BGB 80. Aufl. § 536 a Rn. 1[]
  20. BT-Drs.19/12300 S. 46[]
  21. vgl. BGHZ 174, 1 = NJW 2007, 3774 Rn. 11[]
  22. vgl. EuGH EuZW 2018, 74[]
  23. vgl. BGH, Urteil vom 08.10.2014 – XII ZR 164/​12 , NJW-RR 2015, 114 Rn. 14 ff. mwN[]
  24. vgl. dazu auch BVerw­GE 153, 192 = DVBl 2016, 183 Rn.20 und 22 und BVerw­GE 140, 359 = NVwZ 2012, 307 Rn. 28[]
  25. EuGH EuZW 2018, 74 Rn. 36 und 46[]
  26. EuGH EuZW 2018, 74 Rn. 37 ff. mwN[]
  27. BGH Urteil vom 15.09.2005 – I ZR 58/​03 , NJW-RR 2006, 267 Rn. 38 mwN[]
  28. BGH Urteil vom 23.11.2018 – V ZR 33/​18 NJW-RR 2019, 755 Rn. 15 mwN[]
  29. BGHZ 174, 1 = NJW 2007, 3774 Rn. 11 mwN[]
  30. BGHZ 174, 1 = NJW 2007, 3774 Rn. 12 mwN und BGH, Urteil vom 27.06.2007 – XII ZR 54/​05 , NJW 2007, 3421 Rn.20[]
  31. BGHZ 174, 1 = NJW 2007, 3774 Rn. 13 mwN[]
  32. BGHZ 174, 1 = NJW 2007, 3774 Rn. 15 mwN[]
  33. vgl. dazu BGHZ 138, 118 = NJW 1998, 1640, 1642 mwN[]
  34. vgl. BGH, Urteil vom 08.10.2014 – XII ZR 164/​12 , NJW-RR 2015, 114 Rn. 22[]
  35. BGH Urteil vom 18.02.2020 – VI ZR 135/​19 , NJW 2020, 1888 Rn. 8 mwN; BGH, Urteil vom 10.09.2014 – XII ZR 56/​11 , NJW 2014, 3722 Rn. 18 mwN[]
  36. vgl. BT-Drs.19/12300 S. 46[]
  37. vgl. BGH, Beschluss BGHZ 223, 203 = FamRZ 2020, 21 Rn. 54 mwN und BGH, Urteil BGHZ 185, 1 = FamRZ 2010, 875 Rn.19 ff.[]
  38. vgl. BGHZ 225, 316 = NJW 2020, 1962 Rn. 65; Palandt/​Weidenkaff BGB 80. Aufl. § 536 a Rn. 1[]