Ban­ken­auf­sicht und Index­zer­ti­fi­ka­te

Nicht alle Finanz­ge­schäf­te unter­lie­gen der Ban­ken­auf­sicht. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig hat heu­te die Auf­he­bung zwei­er bank­auf­sichts­recht­li­cher Ver­fü­gun­gen der Bun­des­an­stalt für Finanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht bestä­tigt. Die Bun­des­an­stalt hat­te die Tätig­keit der Klä­ge­rin, einer Akti­en­ge­sell­schaft, als erlaub­nis­pflich­ti­ges Bank­ge­schäft ein­ge­stuft und wegen feh­len­der Erlaub­nis unter­sagt.

Ban­ken­auf­sicht und Index­zer­ti­fi­ka­te

Die Klä­ge­rin begibt gegen Zah­lung bestimm­ter Beträ­ge sog. Index­zer­ti­fi­ka­te an das inter­es­sier­te Publi­kum, wel­che den Anspruch des Inha­bers gegen den Emit­ten­ten auf Zah­lung eines Geld­be­tra­ges ver­brie­fen, des­sen Höhe vom Stand des zugrun­de lie­gen­den Index am Ende der Lauf­zeit abhängt. Sie legt das Geld der Inha­ber der Index­zer­ti­fi­ka­te im eige­nen Namen und auf eige­ne Rech­nung in Finanz­in­stru­men­ten wie Akti­en und Akti­en­de­ri­va­te, Wäh­rungs­op­tio­nen und Wäh­rungs­fu­tures an und ermit­telt den Index aus der Wert­ent­wick­lung die­ser Anla­gen.

Wie bereits die Vor­in­stan­zen hat auch das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt dar­in kei­nes der im Kre­dit­we­sen­ge­setz umschrie­be­nen Bank­ge­schäf­te gese­hen, ins­be­son­de­re kein Finanz­kom­mis­si­ons­ge­schäft. Es bleibt daher in ers­ter Linie Auf­ga­be des anle­gen­den Publi­kums, Erfol­ge und Risi­ken des Geschäfts­mo­dells abzu­schät­zen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 27. Febru­ar 2008 – G 6 C 11.07