Berech­nung des Archi­tek­ten­ho­no­rars

Bei der Beur­tei­lung, in wel­cher Höhe dem Archi­tek­ten ein Ver­gü­tungs­an­spruch für bis zur Kün­di­gung erbrach­te Leis­tun­gen zusteht, muss berück­sich­tigt wer­den, dass nicht alle Grund­leis­tun­gen einer Leis­tungs­pha­se vom Archi­tek­ten geschul­det sind; es ist daher zunächst fest­zu­stel­len, wel­che Teil­leis­tun­gen in den ein­zel­nen Leis­tungs­pha­sen hät­ten erbracht wer­den müs­sen, um die vom Archi­tek­ten bis zur Kün­di­gung erbrach­ten Teil­leis­tun­gen hono­rar­mä­ßig bewer­ten zu kön­nen.

Berech­nung des Archi­tek­ten­ho­no­rars

Hat der Archi­tekt die anre­chen­ba­ren Kos­ten durch die Dar­le­gung von Auf­trags­sum­men sub­stan­ti­iert dar­ge­legt, ist ein pau­scha­les Bestrei­ten des Bau­herrn unbe­acht­lich; da dem Bau­herrn die zugrun­de­lie­gen­den Ange­bo­te bekannt sind, muss er für ein beacht­li­ches Bestrei­ten detail­liert ange­ben, wel­che Ein­wen­dun­gen er gegen die Kos­ten­be­rech­nung erhebt.

Bei erheb­li­cher, vom Archi­tek­ten zu ver­tre­ten­der Über­schrei­tung einer ver­ein­bar­ten Bau­sum­me ist der Bau­herr zur frist­lo­sen Kün­di­gung des Archi­tek­ten­ver­trags berech­tigt.

Beru­hen Archi­tek­ten­leis­tun­gen bei Erwei­te­rungs- und Umbau­ten auf einem ein­heit­li­chen Auf­trag zur Pla­nung und Aus­füh­rung, ist kei­ne getrenn­te Hono­rar­be­rech­nung für Umbau und Erwei­te­rung vor­zu­neh­men, wenn Umbau und Erwei­te­rung aus tech­ni­schen und kon­struk­ti­ven Grün­den inein­an­der­grei­fen (hier: Pla­nung eines Anbaus mit Schwimm­bad an ein Wohn­haus).

Rech­net der Bau­herr gegen den Hono­rar­an­spruch des Archi­tek­ten hilfs­wei­se mit einem Scha­dens­er­satz­an­spruch auf, den er zugleich zum Gegen­stand einer Wider­kla­ge macht, darf das Gericht nicht durch Teil­ur­teil den Hono­rar­an­spruch abwei­sen und die Ent­schei­dung zur Wider­kla­ge dem Schlus­sur­teil vor­be­hal­ten.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Urteil vom 12. Febru­ar 2014 – 14 U 103/​13