Berufs­qua­li­fi­ka­ti­on von Tier­ärz­ten

Die Bun­des­re­gie­rung hat einen Gesetz­ent­wurf für ein zwei­tes Gesetz zur Prä­zi­sie­rung von Vor­schrif­ten der Bun­des-Tier­ärz­te­ord­nung vor­ge­legt. Anlass ist ein von der EU-Kom­mis­si­on ange­streb­tes Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren wegen nicht sach­ge­rech­ter Umset­zung einer EU-Richt­li­nie aus dem Jahr 2006. Bean­stan­det wird von der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on die Aner­ken­nung heil­be­ruf­li­cher Aus­bil­dun­gen, die zwar inner­ge­mein­schaft­lich regle­men­tiert sind, jedoch nach dem gel­ten­den Berufs­an­er­ken­nungs­sys­tem nicht auto­ma­tisch aner­kannt wer­den kön­nen. Mit der Ände­rung des vete­ri­när­me­di­zi­ni­schen Berufs­rechts soll zur Ein­stel­lung des Ver­fah­rens bei­getra­gen wer­den.

Berufs­qua­li­fi­ka­ti­on von Tier­ärz­ten

Die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on hat Mit­te 2008 gegen Deutsch­land ein Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren wegen nicht sach­ge­rech­ter Umset­zung der Richt­li­nie 2005/​36/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 7. Sep­tem­ber 2006 über die Aner­ken­nung von Berufs­qua­li­fi­ka­tio­nen1 eröff­net. Gegen­stand die­ses Ver­fah­rens sind zwar unmit­tel­bar bestimm­te berufs­recht­li­che Rege­lun­gen zur Ertei­lung einer Appro­ba­ti­on für Zahn­ärz­te und Ärz­te, jedoch mit­tel­bar auch inhalts­glei­che Vor­schrif­ten ande­rer Heil­be­ru­fe, dar­un­ter auch das Berufs­recht der Tier­ärz­te.

Die durch die EU-Kom­mis­si­on bean­stan­de­ten Vor­schrif­ten betref­fen unter ande­rem die Vor­aus­set­zun­gen für die Aner­ken­nung sol­cher heil­be­ruf­li­cher Aus­bil­dun­gen, die zwar inner­ge­mein­schaft­lich regle­men­tiert sind, jedoch nach dem bestehen­den Berufs­an­er­ken­nungs­sys­tem nicht auto­ma­tisch aner­kannt wer­den kön­nen, viel­mehr einer Gleich­wer­tig­keits­prü­fung im Ein­zel­fall bedür­fen. Zur Errei­chung der Ein­stel­lung des Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­rens wur­de den Beden­ken der EU-Kom­mis­si­on durch Prä­zi­sie­rung betrof­fe­ner berufs­recht­li­cher Vor­schrif­ten im human­me­di­zi­ni­schen Bereich bereits Rech­nung getra­gen.

Die ent­spre­chen­de Prä­zi­sie­rung von inhalts­glei­chen Rege­lun­gen im tier­me­di­zi­ni­schen Bereich soll dies ergän­zen, um die Beden­ken der Euro­päi­schen EU-Kom­mis­si­on voll­stän­dig aus­zu­räu­men. Zu die­sem Zweck ist die Anpas­sung der Bun­des-Tier­ärz­te­ord­nung (BTÄO) erfor­der­lich.

In einem wei­te­ren Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren wird die Bun­des-Tier­ärz­te­ord­nung noch­mals geän­dert wer­den, um den am 9. Dezem­ber 2009 von der Bun­des­re­gie­rung beschlos­se­nen Eck­punk­ten zur Ver­bes­se­rung der Fest­stel­lung und Aner­ken­nung von im Aus­land erwor­be­nen beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen und Berufs­ab­schlüs­sen Rech­nung zu tra­gen.

Wesent­li­cher Inhalt des Gesetz­ent­wurfs

Den Beden­ken der EU-Kom­mis­si­on ent­spre­chend betref­fen die Ände­run­gen im Wesent­li­chen fol­gen­de Punk­te:

  1. Die für Uni­ons­bür­ger vor­ge­schrie­be­ne indi­vi­du­el­le Prü­fung der Gleich­wer­tig­keit des Aus­bil­dungs­stan­des bei vor­ge­leg­ten Aus­bil­dungs­nach­wei­sen, die zwar unter das euro­päi­sche Recht fal­len, jedoch nicht auto­ma­tisch aner­kannt wer­den kön­nen, wird richt­li­ni­en­kon­form aus­ge­stal­tet.
  2. Die Mög­lich­keit, Uni­ons­bür­gern mit Aus­bil­dungs­nach­wei­sen aus der Euro­päi­schen Uni­on, anstatt einer unbe­schränk­ten Appro­ba­ti­on eine beschränk­te Berufs­er­laub­nis ertei­len zu kön­nen, ent­fällt.
  3. In Aner­ken­nungs­ver­fah­ren von Aus­bil­dungs­nach­wei­sen aus Dritt­staa­ten, die nicht unter das euro­päi­sche Recht fal­len, bleibt es bei der Mög­lich­keit, anstatt einer unbe­schränk­ten Appro­ba­ti­on eine beschränk­te Berufs­er­laub­nis ertei­len zu kön­nen.
  1. ABl. L 255 vom 30.09.2005, S. 22 []