Berufs­rechts­re­form für Wirt­schafts­prü­fer

Das Bun­des­ka­bi­nett hat den Ent­wurf eines "Geset­zes zur Stär­kung der Berufs­auf­sicht und zur Reform berufs­recht­li­cher Rege­lun­gen in der Wirt­schafts­prü­ferord­nung (Berufs­auf­sichts­re­form­ge­setz – BARefG)" beschlos­sen und in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­bracht.

Berufs­rechts­re­form für Wirt­schafts­prü­fer

Wesent­li­che Zie­le der Novel­le sind die Stär­kung der Berufs­auf­sicht der Wirt­schafts­prü­ferkam­mer über Wirt­schafts­prü­fer und ‑prü­fungs­ge­sell­schaf­ten und die Schaf­fung eines inter­na­tio­nal gleich­wer­ti­gen Auf­sichts­sys­tems. Mit dem Berufs­auf­sichts­re­form­ge­setz wer­den Ermitt­lungs­zu­stän­dig­keit und Ermitt­lungs­kom­pe­ten­zen der Wirt­schafts­prü­ferkam­mer aus­ge­wei­tet und das Ver­hält­nis der Wirt­schafts­prü­ferkam­mer zu Gene­ral­staats­an­walt­schaft und Berufs­ge­richt als letzt­ver­ant­wort­li­cher Instanz im berufs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren ent­spre­chend ange­passt.

Die Wirt­schafts­prü­ferkam­mer soll künf­tig auch in mit­tel­schwe­ren (bis­her nur in leich­ten) Fäl­len von Berufs­pflicht­ver­let­zun­gen Ermitt­lun­gen gegen Wirt­schafts­prü­fer durch­füh­ren kön­nen. Sie hat das Recht, Grund­stück oder Geschäfts­räu­me des Wirt­schafts­prü­fers zu betre­ten und besich­ti­gen. Erst­mals wer­den anlass­un­ab­hän­gi­ge, stich­pro­ben­haf­te Son­der­un­ter­su­chun­gen bei Abschluss­prü­fern mög­lich sein.

Mit der Novel­le setzt die Bun­des­re­gie­rung "Richt­li­nie 2006/​43/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 17. Mai 2006 über Abschluss­prü­fun­gen von Jah­res­ab­schlüs­sen und kon­so­li­dier­ten Abschlüs­sen, zur Ände­rung der Richt­li­ni­en 78/​660/​EWG und 83/​349/​EWG des Rates und zur Auf­he­bung der Richt­li­nie 84/​253/​EWG des Rates" in deut­sches Recht um. Die Umset­zungs­frist läuft bis zum 29. Juni 2008.

Wei­te­re Rege­lun­gen pas­sen das gel­ten­de Recht an die herr­schen­de Berufs­pra­xis des Wirt­schafts­prü­fers an. So kann es dem Wirt­schafts­prü­fer etwa erlaubt wer­den, sei­ne Berufs­be­zeich­nung wei­ter zu füh­ren, obwohl sei­ne Bestel­lung zum Wirt­schafts­prü­fer alters­be­dingt erlo­schen ist.