Brief­por­to-Erhö­hung 2019

Die Geneh­mi­gung eines höhe­ren Por­tos der Deut­sche Post AG für Standard‑, Kompakt‑, Groß- und Maxi­brie­fe (natio­nal) ist nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln, das jetzt die auf­schie­ben­de Wir­kung einer hier­ge­gen gerich­te­ten Kla­ge anord­ne­te, vor­aus­sicht­lich rechtswidrig.

Brief­por­to-Erhö­hung 2019

Unmit­tel­ba­re Fol­gen hat die­se Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts aller­dings nur für den Antrag­stel­ler die­ses Ver­fah­rens, einen bun­des­weit täti­gen Logis­tik-Ver­band. Der Ver­band hat­te im eige­nen Namen gegen die Ent­gelt­ge­neh­mi­gung der Bun­des­netz­agen­tur für die Deut­sche Post AG vom 12. Dezem­ber 2019 Kla­ge erho­ben, über die das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln bis­her noch nicht ent­schie­den hat [1], und ca. 11 Mona­te spä­ter – am 6. Novem­ber 2020 – einen Eil­an­trag gestellt. Damit mach­te der Antrag­stel­ler im Wesent­li­chen gel­tend, die Geneh­mi­gung eines höhe­ren Brief­por­tos sei rechtswidrig.

Dem ist das Ver­wal­tungs­ge­richt gefolgt und hat die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­ge im Ver­hält­nis zu der kla­gen­den Par­tei ange­ord­net. Die BNetzA sei von einem nicht zutref­fen­den Maß­stab für die geneh­mi­gungs­fä­hi­gen Kos­ten der Deut­sche Post AG aus­ge­gan­gen. Die­se Kos­ten sei­en unter ande­rem eine wesent­li­che Grund­la­ge für die geneh­mig­ten Por­to-Ent­gel­te. Die BNetzA habe zur Ermitt­lung des Kos­ten­an­sat­zes ledig­lich eine Ver­gleichs­markt­be­trach­tung ange­stellt, für die das Post­ge­setz aber kei­ne Rechts­grund­la­ge bie­te. Dabei habe sie in unzu­läs­si­ger Wei­se nicht auch das kon­kre­te Unter­neh­men, hier die Deut­sche Post AG, in den Blick genom­men. Dies habe zur Fol­ge, dass der Antrag­stel­ler vor­läu­fig, bis zum Erge­hen einer wirk­sa­men Ent­gelt­ge­neh­mi­gung, nicht zur Zah­lung von Ent­gel­ten für die Beför­de­rung von Brie­fen durch die Deut­sche Post AG ver­pflich­tet sei. Dies gel­te aller­dings nur für den Antragsteller.

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Wiedereinsetzung wegen überlanger Postlaufzeit

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die Gel­tung der Ent­schei­dung ent­spre­chend der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung auf das Ver­hält­nis zwi­schen den kon­kre­ten Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten beschränkt. Da seit dem Bekannt­wer­den der hier ange­grif­fe­nen Ent­gelt­ge­neh­mi­gung im Dezem­ber 2019 nun­mehr über ein Jahr ver­gan­gen ist, dürf­ten wei­te­re Kla­gen bzw. Eil­an­trä­ge gegen die Geneh­mi­gung nicht mehr zuläs­sig sein.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 5. Janu­ar 2021 – 21 L 2082/​20

  1. VG Köln – 21 K 273/​20[]

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