Buchungs­por­ta­le im Inter­net – und die inter­na­ti­na­le Zustän­dig­keit deut­scher Gerich­te

Die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit deut­scher Gerich­te für (ver­meint­li­che) Wett­be­werbs­ver­stö­ße auf einem Buchungs­por­tal, dass sich auch an deut­sche Ver­brau­cher wen­det, ergibt sich aus Art. 5 Nr. 3 der Brüs­sel-I-VO.

Buchungs­por­ta­le im Inter­net – und die inter­na­ti­na­le Zustän­dig­keit deut­scher Gerich­te

Nach die­ser Bestim­mung kann eine Per­son, die ihren Wohn­sitz im Hoheits­ge­biet eines Mit­glied­staats hat, in einem ande­ren Mit­glied­staat vor dem Gericht des Ortes, an dem das schä­di­gen­de Ereig­nis ein­ge­tre­ten ist oder ein­zu­tre­ten droht, ver­klagt wer­den, wenn eine uner­laub­te Hand­lung oder eine Hand­lung, die einer uner­laub­ten Hand­lung gleich­ge­stellt ist, oder wenn Ansprü­che aus einer sol­chen Hand­lung den Gegen­stand des Ver­fah­rens bil­den.

Gesell­schaf­ten haben gemäß Art. 60 Abs. 1 Buchst. a Brüs­sel-I-VO für die Anwen­dung der Ver­ord­nung ihren Wohn­sitz am Ort ihres sat­zungs­mä­ßi­gen Sit­zes. Im hier ent­schie­de­nen Fall ist die beklag­te Port­al­be­trei­be­rin in Groß­bri­tan­ni­en ansäs­sig und hat somit ihren Sitz im Hoheits­ge­biet eines ande­ren Mit­glied­staats.

Zu den uner­laub­ten Hand­lun­gen gemäß Art. 5 Nr. 3 Brüs­sel-I-VO zäh­len auch uner­laub­te Wett­be­werbs­hand­lun­gen, wie sie Gegen­stand der Kla­ge sind. Die Wen­dung "Ort, an dem das schä­di­gen­de Ereig­nis ein­ge­tre­ten ist", bezeich­net sowohl den Ort des ursäch­li­chen Gesche­hens als auch den Ort der Ver­wirk­li­chung des Scha­dens­er­folgs 1. Der Ort der Ver­wirk­li­chung des Scha­dens­er­folgs liegt nach den für Wett­be­werbs­hand­lun­gen gel­ten­den Grund­sät­zen im Inland. Die mit der Kla­ge ange­grif­fe­nen Buchungs­an­ge­bo­te rich­ten sich an inlän­di­sche Adres­sa­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 29. Sep­tem­ber 2016 – I ZR 160/​15

  1. vgl. EuGH, Urteil vom 19.04.2012 – C523/​10, GRUR 2012, 654 Rn.19 – Wintersteiger/​Products 4U; BGH, Urteil vom 24.09.2014 – I ZR 35/​11, GRUR 2015, 264 Rn. 15 = WRP 2015, 347 – Hi Hotel II; Urteil vom 05.11.2015 – I ZR 91/​11, GRUR 2016, 490 Rn. 17 = WRP 2016, 596 – Mar­cel-Breu­er-Möbel II[]