Bun­des­netz­agen­tur

Seit dem 13. Juli 2005 hat die ehe­ma­li­ge Regu­lie­rungs­be­hör­de für Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on und Post (RegTP) einen neu­en Namen: "Bun­des­netz­agen­tur für Elek­tri­zi­tät, Gas, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on, Post und Eisen­bah­nen". Gleich­zei­tig hat sich das Tätig­keits­feld der Bun­des­ober­be­hör­de im Geschäfts­be­reich des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Arbeit (BMWA) erheb­lich erwei­tert.

Bun­des­netz­agen­tur

Neben ihren bis­her­hi­gen Auf­ga­ben, der Regu­lie­rung im Post- und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­reich, ist die Bun­des­netz­agen­tur nun auch zustän­dig für die Regu­lie­rung der Ener­gie­ver­sor­gungs­net­ze, um einen dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Wett­be­werb auf den Strom- und Gas­märk­ten zu gewähr­leis­ten. Grund­la­ge des Kom­pe­tenz­zu­wach­ses im Bereich Ener­gie ist das am 13. Juli 2005 in Kraft getre­te­ne neue Ener­gie­wirt­schafts­ge­setz (EnWG). Es setzt die EU-Strom­richt­li­nie und die EU-Gas­richt­li­nie aus dem Jah­re 2003 in natio­na­les Recht um. Ziel ist mehr Wett­be­werb für die Strom- und Gas­märk­te. In sei­nen Kern­punk­ten sorgt das Gesetz für einen dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Zugang aller Wett­be­wer­ber zu den jewei­li­gen Netz­in­fra­struk­tu­ren und unter­wirft die Netz­be­trei­ber einer ver­schärf­ten Auf­sicht. Zur Durch­set­zung der Regu­lie­rungs­zie­le ist die Bun­des­netz­agen­tur mit einer Rei­he von Infor­ma­ti­ons- und Unter­su­chungs­rech­ten sowie mit Sank­ti­ons­mög­lich­kei­ten aus­ge­stat­tet wor­den.

Die Bun­des­netz­agen­tur wird in ers­ter Linie als Schieds­rich­ter und Streit­schlich­ter bei Kon­flik­ten um Netz­zu­gang und Netz­ent­gel­te tätig sein. Bei ihr müs­sen Netz­be­trei­ber die Ent­gel­te, die sie von ande­ren Wett­be­wer­ben für den Netz­zu­gang ver­lan­gen, anmel­den. Als Auf­sichts­be­hör­de hat sie im Fal­le unge­recht­fer­tigt hoher Netz­ent­gel­te die Pflicht, gegen die­se vor­zu­ge­hen. Um Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen von vorn­her­ein ent­ge­gen zu wir­ken, ist die Bun­des­netz­agen­tur auch mit der Kon­trol­le der Neu­tra­li­tät des Netz­be­triebs beauf­tragt. Laut Gesetz müs­sen die Unter­neh­men der Ver­sor­gungs­wirt­schaft den Netz­be­trieb von ande­ren Berei­chen des Kon­zerns tren­nen, ins­be­son­de­re auch von der Ener­gie­er­zeu­gung. Die Rech­te der indus­tri­el­len, gewerb­li­chen und pri­va­ten Ver­brau­cher wer­den durch jeder­zei­ti­ge Beschwer­de- und Kla­ge­mög­lich­kei­ten, die auch für Ver­brau­cher­ver­bän­de gel­ten, gestärkt.

Um die Gestal­tung eines zukunfts­fä­hi­gen Mark­tes mit markt­wirt­schaft­li­chen Spiel­räu­men dreht sich auch die so genann­te Anreiz­re­gu­lie­rung. Bei die­ser Form der Regu­lie­rung wer­den den Netz­be­trei­bern für bestimm­te Zeit­räu­me Erlös- oder Ent­gelt­ober­gren­zen vor­ge­ge­ben. Am gewinn­brin­gends­ten kön­nen dann jene Unter­neh­men wirt­schaf­ten, die am kos­ten­güns­tigs­ten arbei­ten. Mit der Geset­zes­no­vel­le des EnWG hat die Bun­des­netz­agen­tur den Auf­trag erhal­ten, inner­halb eines Jah­res ein geeig­ne­tes Modell für sol­che Anrei­ze zu ent­wi­ckeln.