Ciga­ril­lo-Wer­bung

Nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs muss auch bei der Wer­bung für Ciga­ril­los ein Warn­hin­weis zur Gesund­heits­schäd­lich­keit des Rau­chens gege­ben wer­den.

Ciga­ril­lo-Wer­bung

Bereits im Jah­re 1993 hat­te der BGH der für Ziga­ret­ten wer­ben­den Tabak­in­dus­trie auf­ge­ge­ben, den für die Ver­pa­ckung von Tabak­wa­ren vor­ge­schrie­be­nen Warn­hin­weis auch in der Wer­bung sicht­bar wer­den zu las­sen. Die Tabak­in­dus­trie hielt in ihren „Wer­be­richt­li­ni­en“ bei der Wer­bung für Ziga­ret­ten einen ent­spre­chen­den Warn­hin­weis für ange­bracht, nicht aber für Ciga­ril­los und sons­ti­ge Tabak­wa­ren. Die­ser Dif­fe­ren­zie­rung maß der Senat aber kei­ne Bedeu­tung bei. Nicht die vom wer­ben­den Unter­neh­men oder Unter­neh­mens­ver­bän­den selbst erstell­ten Richt­li­ni­en bestimm­ten das Maß der Lau­ter­keit, son­dern das lau­ter­keits­recht­li­che Ver­hal­tens­ge­bot des UWG, im vor­lie­gen­den Fall zum Schutz des Ver­brau­chers vor Gefah­ren für sei­ne Gesund­heit.

Der Bun­des­ge­richts­hof ist von einer all­ge­mei­nen sitt­li­chen Ver­pflich­tung aus­ge­gan­gen, im Inter­es­se des Gesund­heits­schut­zes der Bevöl­ke­rung das Bewusst­sein der Schäd­lich­keit des Rau­chens wach­zu­hal­ten. Im Hin­blick auf die hoch­gra­di­gen Gesund­heits­ge­fah­ren des Rau­chens sei das Unter­blei­ben eines Warn­hin­wei­ses eine wett­be­werbs­recht­lich unan­ge­mes­se­ne unsach­li­che Ein­fluss­nah­me auf die Ent­schei­dungs­frei­heit der Ver­brau­cher. Der Genuss von Ciga­ril­los sei in etwa so gesund­heits­schäd­lich wie das Rau­chen von Ziga­ret­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 13. Juli 2006 – I ZR 234/​03