Das Boot”

Ein Miturheber kann einen Anspruch auf wei­te­re ange­mes­se­ne Beteiligung nach § 32a Abs. 1 oder 2 Satz 1 UrhG und einen die­sen Anspruch vor­be­rei­ten­den Auskunftsanspruch grund­sätz­lich unab­hän­gig von ande­ren Miturhebern und allein zu sei­nen Gunsten gel­tend machen; die Bestimmungen des § 8 Abs. 2 Satz 1 Halbsatz 1 und des § 8 Abs. 2 Satz 3 Halbsatz 2 UrhG ste­hen dem nicht ent­ge­gen.

<span class="dquo">„</span>Das Boot”

Nach § 132 Abs. 3 Satz 2 UrhG ist bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 32a Abs. 1 oder 2 Satz 1 UrhG eine wei­te­re ange­mes­se­ne Beteiligung allein an Erträgen und Vorteilen aus Verwertungshandlungen geschul­det, die nach dem 28. März 2002 vor­ge­nom­men wor­den sind. Für den Anspruch aus § 32a Abs. 1 oder 2 Satz 1 UrhG kommt es nach § 132 Abs. 3 Satz 2 UrhG nicht dar­auf an, ob das auf­fäl­li­ge Missverhältnis im Sinne des § 32a UrhG erst nach dem 28. März 2002 ent­stan­den ist oder ob es bereits vor dem 28. März 2002 bestand und nach dem 28. März 2002 fort­be­stan­den hat. Ferner sind im Rahmen der Prüfung, ob ein auf­fäl­li­ges Missverhältnis im Sinne des § 32a UrhG besteht, nach § 132 Abs. 3 Satz 2 UrhG nicht nur nach dem 28. März 2002 erziel­te Erträge und Vorteile, son­dern grund­sätz­lich auch sämt­li­che vor dem 28. März 2002 ange­fal­le­ne Erträgnisse zu berück­sich­ti­gen.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 22. September 2011 – I ZR 127/​10