Daten­über­mitt­lung an die Schufa

Eine Über­mitt­lung von Kun­den­da­ten an die Schufa ohne vor­he­ri­ge Inter­es­sen­ab­wä­gung ist nach einem Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf unzu­läs­sig. Damit hat das OLG Düs­sel­dorf der gän­gi­gen Pra­xis, Kun­den­da­ten auf­grund einer gene­rel­len Ein­wil­li­gung in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen eines Ver­tra­ges ohne eine Inter­es­sen­ab­wä­gung im Ein­zel­fall oder das kon­kre­te wirk­sa­me Ein­ver­ständ­nis des Kun­den an die Schufa Hol­ding AG wei­ter­zu­lei­ten, eine Absa­ge erteilt.

Daten­über­mitt­lung an die Schufa

Im Streit­fall hat­te der Lea­sing­ge­ber per­sön­li­che Daten des Lea­sing­neh­mers an die Schufa gemel­det, nach­dem zwi­schen den Ver­trags­par­tei­en nach Kün­di­gung des Lea­sing­ver­tra­ges über die Höhe der Rest­for­de­rung Streit ent­stan­den war. Das Land­ge­richt hielt die Daten­über­mitt­lung unter Hin­weis dar­auf, dass die Rest­for­de­rung im End­ergeb­nis getilgt und sich damit als begrün­det erwie­sen habe, für gerecht­fer­tigt und wies die in ers­ter Linie auf den Wider­ruf der Daten gegen­über der Schufa Hol­ding AG gerich­te­te Kla­ge ab. Auf die Beru­fung des Klä­gers hat der Senat nun die­ses Urteil abge­än­dert und den Lea­sing­ge­ber ver­pflich­tet, auf eine Löschung der Kun­den­da­ten bei der Schufa hin­zu­wir­ken.

Nach Auf­fas­sung des OLG Düs­sel­dorf ist eine for­mu­lar­mä­ßig erklär­te Ein­wil­li­gung zu einem Daten­trans­fer ohne Berück­sich­ti­gung der nach dem Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz vor­ge­schrie­be­nen Inter­es­sen­ab­wä­gung vor Wei­ter­ga­be von Daten unwirk­sam. Im kon­kre­ten Fall ver­wie­sen die For­mu­lar­be­din­gun­gen zwar auf die nach dem Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz gebo­te­ne Inter­es­sen­ab­wä­gung. Die danach gebo­te­ne Abwä­gung zwi­schen den schutz­wür­di­gen Belan­gen des Lea­sing­neh­mers einer­seits und den berech­tig­ten Inter­es­sen des Lea­sing­ge­bers bzw. der Schufa Hol­ding AG und der All­ge­mein­heit an der Kennt­nis­er­lan­gung von Daten zur Zah­lungs­fä­hig­keit und ?wil­lig­keit ande­rer­seits war in dem zu ent­schei­den­den Fall aber gänz­lich unter­blie­ben. Sie wäre hier, wie in dem Urteil wei­ter aus­ge­führt wird, unter den beson­de­ren Umstän­den des Ein­zel­fal­les über­dies zu Guns­ten des Lea­sing­neh­mers aus­ge­gan­gen.

Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 14. Dezem­ber 2006 ? I-10 U 69/​06