Del­can­tos Hits und die GEMA

Ein urhe­ber­recht­li­cher Lizenz­ver­trag über die Ein­räu­mung oder Über­tra­gung von Nut­zungs­rech­ten an einem ver­meint­li­chen Werk ist nicht des­halb unwirk­sam, weil das ver­meint­li­che Werk tat­säch­lich kei­nen Urhe­ber­rechts­schutz genießt. Der Lizenz­ge­ber eines sol­chen Lizenz­ver­tra­ges kann grund­sätz­lich die ver­ein­bar­te Ver­gü­tung bean­spru­chen, solan­ge der Lizenz­ver­trag besteht und dem Lizenz­neh­mer eine wirt­schaft­li­che Vor­zugs­stel­lung ver­schafft.

Del­can­tos Hits und die GEMA

Den Par­tei­en eines Lizenz­ver­tra­ges ist es aller­dings unbe­nom­men, die Rechts­fol­gen der Über­tra­gung eines Schein­rechts anders zu regeln. Ins­be­son­de­re kön­nen sie ver­ein­ba­ren, dass ein Ver­gü­tungs­an­spruch nicht besteht, wenn der Lizenz­ge­ber nicht nach­weist, dass die mate­ri­el­len Schutz­vor­aus­set­zun­gen des ein­ge­räum­ten oder über­tra­ge­nen Rechts vor­lie­gen.

Die GEMA ist nach den Bestim­mun­gen des Berech­ti­gungs­ver­tra­ges zur Erhe­bung und Ver­rech­nung von Auf­füh­rungs­ge­büh­ren nur berech­tigt und ver­pflich­tet, wenn der Bezugs­be­rech­tig­te in Zwei­fels­fäl­len nach­weist, dass die auf­ge­führ­ten Musik­stü­cke urhe­ber­recht­lich geschützt sind.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 2. Febru­ar 2012 – I ZR 162/​09