Der Anwalts­ge­richts­hof und die Per­so­nal­ak­te des Rechts­an­walts

Im Kla­ge­ver­fah­ren gegen den Wider­ruf der Zulas­sung zur Rechts­an­walts­schaft darf der Anwalts­ge­richts­hof die Per­so­nal­ak­ten des Rechts­an­walts bei­zie­hen, die Rechts­an­walts­kam­mer ist nach § 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO, § 99 Abs. 1 Satz 1 VwGO zur Vor­la­ge ver­pflich­tet.

Der Anwalts­ge­richts­hof und die Per­so­nal­ak­te des Rechts­an­walts

Aus­rei­chen­de Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge für den Anwalts­ge­richts­hof ist die ihm zuge­wie­se­ne gesetz­li­che Auf­ga­ben­er­fül­lung 1, zu der eine umfas­sen­de gericht­li­che Sach­auf­klä­rung gehört.

Der Umstand, dass Per­so­nal­ak­ten Drit­ten gegen­über grund­sätz­lich geheim­hal­tungs­be­dürf­tig sind, steht ihrer Bei­zie­hung in gericht­li­chen Ver­fah­ren über den Wider­ruf der Zulas­sung zur Rechts­an­walt­schaft nicht ent­ge­gen. Die Vor­la­ge ist in die­sen Fäl­len zum Schutz höher­wer­ti­ger Rechts­gü­ter – Inter­es­se der All­ge­mein­heit an einer funk­ti­ons­fä­hi­gen Rechts­pfle­ge – gebo­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 4. Juli 2014 – AnwZ (Brfg) 23/​14

  1. vgl. Böhn­lein in Feuerich/​Weyland, Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung, 8. Aufl., § 58 Rn. 17; Har­tung in Henssler/​Prütting, Bun­des­rechts­an­walts­ord­nung, 4. Aufl., § 58 Rn. 9; aA Zuck in Gaier/​Wolf/​Göcken, Anwalt­li­ches Berufs­recht, § 58 Rn. 15[]