Der Bau von Wind­ener­gie­an­la­gen

Auch wenn die Bun­des­re­gie­rung den Aus­stieg aus der Atom­ener­gie beschlos­sen hat und die Nut­zung von erneu­er­ba­ren Ener­gi­en för­dert, ist es für die Betrei­ber von Wind­ener­gie­an­la­gen nicht gera­de ein­fach, für ihre Anla­gen einen Stand­ort zu fin­den, der auch geneh­migt wird.

Der Bau von Wind­ener­gie­an­la­gen

Wäh­rend auf der einen Sei­te Berg­bau­be­rech­ti­gun­gen zur Suche nach Erd­öl und Erd­gas wegen schwie­ri­ger Rah­men­be­din­gun­gen zurück­ge­ge­ben wer­den, haben auf der ande­ren Sei­te die Betrei­ber von Wind­ener­gie­an­la­gen regel­mä­ßig mit Kla­gen zu kämp­fen. So sind in Nie­der­sach­sen beim Lan­des­amt für Berg­bau, Ener­gie und Geo­lo­gie (LBEG) Auf­he­bungs­an­trä­ge für Auf­su­chungs­er­laub­nis­se und Gewin­nungs­be­rech­ti­gun­gen auf Koh­len­was­ser­stof­fe (Erdöl/​Erdgas) ein­ge­gan­gen, da sich das betref­fe­ne­de Unter­neh­men aus Deutsch­land zurück­zie­hen wird. Die Auf­he­bungs­an­trä­ge betref­fen drei Gebie­te im Land­kreis Gif­horn und Roten­burg. Mit einer berg­recht­li­chen Erlaub­nis darf in einem spe­zi­el­len Gebiet ein bestimm­ter Roh­stoff auf­ge­sucht wer­den. Wird eine sol­che Berech­ti­gung durch das LEBG auf­ge­ho­ben, besteht für ande­re Fir­men die Mög­lich­keit, sich auf Antrag eben die­se Berech­ti­gung durch das LBEG nach dem Bun­des­berg­ge­setz beschei­ni­gen zu las­sen.

Gleich­zei­tig sind in jüngs­ter Zeit geplan­te Wind­ener­gie­an­la­gen durch Kla­ge­ein­rei­chun­gen erheb­lich behin­dert bzw. gestoppt wor­den. So ist gegen die Errich­tung von fünf Wind­kraft­an­la­gen die Bür­ger­initia­ti­ve Neu-Anspach in Hes­sen mit einem Bür­ger­be­geh­ren vor­ge­gan­gen – was aller­dings vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Frank­furt a.M. 1 geschei­tert ist. Eben­so ist ein Eil­an­trag der Stadt Michel­stadt gegen ein geplan­tes Wind­rad in Hain­haus vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Darm­stadt 2 abge­lehnt wor­den. In dem Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren hat­te die Stadt Michel­stadt als Stand­ort­ge­mein­de ihr Ein­ver­neh­men ver­wei­gert und das Regie­rungs­prä­si­di­um Darm­stadt als zustän­di­ge Geneh­mi­gungs­be­hör­de dem Betrei­ber die bean­trag­te Geneh­mi­gung erteilt. Dage­gen hat die Stadt Michel­stadt geklagt und einen Eil­an­trag gestellt . Aller­dings fin­det man in spe­zi­el­len Ver­öf­fent­li­chun­gen der Wirt­schaft und Indus­trie genau­so Mit­tei­lun­gen über gestopp­te Bau­vor­ha­ben von Wind­an­la­gen. Kürz­lich sind z. B. vom Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richt Augs­burg die Ableh­nung von Wind­kraft­an­la­gen bei Wal­ler­dorf (Stadt Rain) für recht­mä­ßig ange­se­hen wor­den. Nach­dem vom zustän­di­gen Land­rats­amt die Geneh­mi­gungs­an­trä­ge abge­lehnt wor­den waren, haben die Betrei­ber auf Ertei­lung einer Geneh­mi­gung für ins­ge­samt sechs Wind­rä­der geklagt. Das Ver­wal­tungs­ge­richt 3 hat die­se Kla­gen abge­wie­sen. In einem ande­ren Fall hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Würz­burg ent­schie­den, dass solan­ge nicht an den betref­fen­den Wind­kraft­an­la­gen wei­ter­ge­baut wer­den darf, bis über die Kla­gen ent­schie­den wor­den ist. Die auf­schie­ben­de Wir­kung von Kla­gen gegen 6 Wind­kraft­an­la­gen im Land­kreis Haß­ber­ge ist vom Ver­wal­tungs­ge­richt 4 wie­der­her­ge­stellt wor­den. Die ent­spre­chen­den Anträ­ge haben Eigen­tü­mer von Grund­stü­cken in einem Nach­bar­ort gestellt.

Aus den Pres­se­ver­öf­fent­li­chun­gen ergibt sich, dass die Behin­de­run­gen beim Anla­gen­bau meist auf die Umwelt­ver­träg­lich­keit zurück­zu­füh­ren sind. Ent­we­der sind die Belan­ge des Tier­schut­zes nicht hin­rei­chend berück­sich­tigt wor­den oder Anwoh­ner füh­len sich durch die geplan­te Anla­ge in ihren Rech­ten beein­träch­tigt. Trotz dem Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en als Grund­stüt­ze der Ener­gie­wen­de ist die Umset­zung nicht immer ohne Schwie­rig­kei­ten mög­lich.

  1. VG Frank­furt, Urteil vom 01.07.2015 – 7 K 2472/​14.F[]
  2. VG Darm­stadt, Beschluss vom 17.06.2015 – 6 L 571/​15.DA[]
  3. VG Augs­burg, Urtei­le vom 02.07.2015 – Au 4 K 13.567 (Ener­con GmbH) und Au 4 K 14.795 (Wind­park Wal­ler­dorf Pro­jekt GmbH & Co. KG) []
  4. VG Würz­burg, Beschlüs­se vom 27.03.2015 – W 4 S 15.155, 156 und W 4 S 15.158 – 161[]