"Der grü­ne Punkt"- und die Über­nah­me durch Remon­dis

Der Müll­ent­sor­ger Remon­dis darf die DSD – Dua­les Sys­tem Hol­ding GmbH & Co. KG, die Inha­be­rin der Mar­ke "Der grü­ne Punkt" ist, nicht über­neh­men.

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So hat das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den und die Unter­sa­gung der Fusi­on durch das Bun­des­kar­tell­amt als rech­tens ange­se­hen. Mit Beschluss vom 11. Juli 2019 hat­te das Bun­des­kar­tell­amt die Fusi­on von Remon­dis und der Inha­be­rin der Mar­ke "Der grü­ne Punkt", die DSD – Dua­les Sys­tem Hol­ding GmbH & Co. KG, unter­sagt. Gegen die­se Ent­schei­dung ist vom Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men Beschwer­de ein­ge­reicht wor­den.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf wür­den die betei­lig­ten Unter­neh­men durch ihren Zusam­men­schluss jeden­falls auf dem Markt für die Ver­mark­tung von auf­be­rei­te­ten Hohl­glas­scher­ben eine markt­be­herr­schen­de Stel­lung erlan­gen. Die­ser Gefahr kön­nen die von den Unter­neh­men ange­bo­te­nen Neben­be­stim­mun­gen nicht aus­rei­chend begeg­nen. Der Ver­kauf von zwei Auf­be­rei­tungs­an­la­gen durch Remon­dis etwa dürf­te den Markt­an­teil der Fusi­ons­be­tei­lig­ten nicht dau­er­haft abschmel­zen, weil die betref­fen­den Kapa­zi­tä­ten zur Glas­auf­be­rei­tung voll­um­fäng­lich auf benach­bar­te Remon­dis-Auf­be­rei­tungs­an­la­gen ver­la­gert wer­den könn­ten. Der zeit­lich beschränk­te Ver­zicht der DSD auf eine Lohn­auf­be­rei­tung von Glas­scher­ben wür­de eben­falls nicht mit der erfor­der­li­chen Wahr­schein­lich­keit zu einer Ver­la­ge­rung von Markt­an­tei­len auf Wett­be­wer­ber füh­ren und lie­fe über­dies auf eine unzu­läs­si­ge lau­fen­de Ver­hal­tens­kon­trol­le hin­aus. Des­halb lie­gen die Vor­aus­set­zun­gen für eine Unter­sa­gung der Fusi­on vor.

Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 22. April 2020 – VI-Kart 3/​19 (V)