Der Sach­ver­stän­di­ge im Haf­tungs­pro­zess gegen Wirt­schafts­prü­fer

Zur Beant­wor­tung der Fra­ge, ob ein Vor­stands­mit­glied einer Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft bei der Ent­schei­dung über die Erwei­te­rung einer Nie­der­las­sung von einer zutref­fend erstell­ten Ertrags­pro­gno­se aus­ge­gan­gen ist, muss das Gericht regel­mä­ßig einen Sach­ver­stän­di­gen hören, sofern es nicht dar­legt, dass es eige­ne Sach­kun­de auf dem Gebiet der Unter­neh­mens­pla­nung besitzt und des­we­gen in der Lage ist, die strei­ti­gen Fra­gen ohne sach­ver­stän­di­ge Hil­fe abschlie­ßend zu beur­tei­len.

Der Sach­ver­stän­di­ge im Haf­tungs­pro­zess gegen Wirt­schafts­prü­fer

Da es bei der dem Vor­stands­mit­glied der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft zur Last geleg­ten Pflicht­ver­let­zung um eine unter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dung geht, die nicht allein des­halb pflicht­wid­rig ist, weil sie nicht den erstreb­ten Erfolg hat­te, ist die­ser gemäß § 93 Abs. 1 Satz 2 AktG schon dann ent­las­tet, wenn er ver­nünf­ti­ger­wei­se anneh­men durf­te, auf der Grund­la­ge ange­mes­se­ner Infor­ma­ti­on zum Woh­le der Gesell­schaft zu han­deln 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. Febru­ar 2011 – II ZR 146/​09

  1. BGH, Urteil vom 21.04.1997 – II ZR 175/​95, BGHZ 135, 244, 253; Beschluss vom 14.07.2008 – II ZR 202/​07, ZIP 2008, 1675, Rn. 11; Beschluss vom 03.11.2008 – II ZR 236/​07, ZIP 2009, 223[]