Der Streit um AGB-Klau­seln – und die Beschwer

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ori­en­tiert sich die Beschwer in Ver­fah­ren nach dem Gesetz über Unter­las­sungs­kla­gen bei Ver­brau­cher­rechts- und ande­ren Ver­stö­ßen regel­mä­ßig an dem Inter­es­se der All­ge­mein­heit am Unter­blei­ben des Gebrauchs der strit­ti­gen Klau­seln.

Der Streit um AGB-Klau­seln – und die Beschwer

Um die Ver­brau­cher­schutz­ver­bän­de bei der Wahr­neh­mung der ihnen im Gemein­in­ter­es­se ein­ge­räum­ten Befug­nis, den Rechts­ver­kehr von unwirk­sa­men All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen zu befrei­en, vor unan­ge­mes­se­nen Kos­ten­ri­si­ken zu schüt­zen, hat die wirt­schaft­li­che Bedeu­tung der Ver­bo­te, bestimm­te Klau­seln zu ver­wen­den, bei der Bemes­sung der Beschwer hin­ge­gen kei­ne aus­schlag­ge­ben­de Bedeu­tung 1.

Dies gilt nicht nur für die Beschwer eines Ver­brau­cher­schutz­ver­ban­des, son­dern auch für die Bemes­sung der Beschwer des im Unter­las­sungs­pro­zess unter­lie­gen­den Ver­wen­ders 2.

Die­sen Wert setzt der Bun­des­ge­richts­hof in stän­di­ger Recht­spre­chung mit 2.500 € je ange­grif­fe­ner Teil­klau­sel an 3.

Aller­dings ist es nicht von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen, der her­aus­ra­gen­den wirt­schaft­li­chen Bedeu­tung einer Klau­sel für die betrof­fe­nen Ver­kehrs­krei­se im Ein­zel­fall aus­nahms­wei­se durch die Bemes­sung mit einem höhe­ren Wert Rech­nung zu tra­gen, wenn die Ent­schei­dung über die Wirk­sam­keit einer bestimm­ten Klau­sel nicht nur für deren Ver­wen­der und die Ver­trags­part­ner, son­dern für die gesam­te Bran­che von wesent­li­cher Bedeu­tung ist. Dies kommt etwa in Betracht, wenn es um äußerst umstrit­te­ne ver­all­ge­mei­ne­rungs­fä­hi­ge Rechts­fra­gen von gro­ßer wirt­schaft­li­cher Trag­wei­te geht, über deren Beant­wor­tung bereits viel­fäl­tig und mit kon­tro­ver­sen Ergeb­nis­sen gestrit­ten wird 4

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Janu­ar 2017 – III ZR 296/​16

  1. st. Rspr., z.B. BGH, Beschlüs­se vom 28.10.2015 – III ZR 64/​15, BeckRS 2015, 19182 Rn. 5 und – III ZR 36/​15, BeckRS 2015, 19181 Rn. 4; vom 08.09.2011 – III ZR 229/​10, BeckRS 2011, 23098 Rn. 1; vom 28.09.2006 – III ZR 33/​06, NJW-RR 2007, 497 Rn. 2; BGH, Beschlüs­se vom 05.02.2015 – I ZR 106/​14, BeckRS 2015, 06518 Rn. 5; vom 09.12 2014 – VIII ZR 160/​14, BeckRS 2014, 23598 Rn. 5; vom 06.03.2013 – IV ZR 211/​11, BeckRS 2013, 05735 Rn. 3; vom 26.09.2012 – IV ZR 203/​11, BeckRS 2012, 21855 Rn.20 und – IV ZR 208/​11, NJW 2013, 875 Rn.20[]
  2. st. Rspr., z.B. BGH, Beschlüs­se vom 28.10.2015 – III ZR 64/​15 aaO und – III ZR 36/​15 aaO; vom 08.09.2011 aaO Rn. 2; BGH, Beschlüs­se vom 09.12 2014 aaO; und vom 06.03.2013 aaO Rn. 4 jeweils mwN[]
  3. z.B. BGH, Beschlüs­se vom 28.10.2015 – III ZR 64/​15 aaO Rn. 6 und – III ZR 36/​15 aaO Rn. 5; vom 08.09.2011 aaO Rn. 1; und vom 28.09.2006 aaO Rn. 3; BGH, Beschlüs­se vom 06.03.2013 aaO Rn. 3; vom 26.09.2012 – IV ZR 203/​11, aaO Rn. 21 und – IV ZR 208/​11, aaO Rn. 21[]
  4. BGH, Beschlüs­se vom 28.10.2015 – III ZR 64/​15 aaO und – III ZR 36/​15 aaO; BGH, Beschlüs­se vom 05.02.2015 aaO Rn. 6; vom 09.12 2014 aaO Rn. 6; und vom 10.12 2013 – XI ZR 405/​12, BeckRS 2013, 22513 Rn. 6[]
  5. EuGH, Urteil PPUH Steh­cemp, EU:C:2015:719, UR 2015, 917[]