Der Unter­las­sungs­an­spruch – und der Miss­brauchs­ein­wand

Von einem Miss­brauch im Sin­ne des § 8 Abs. 4 UWG ist aus­zu­ge­hen, wenn sich der Gläu­bi­ger bei der Gel­tend­ma­chung des Unter­las­sungs­an­spruchs allein oder zumin­dest über­wie­gend von sach­frem­den Moti­ven lei­ten lässt 1.

Der Unter­las­sungs­an­spruch – und der Miss­brauchs­ein­wand

Die Annah­me eines der­ar­ti­gen Rechts­miss­brauchs erfor­dert eine ein­ge­hen­de Prü­fung und Abwä­gung der maß­geb­li­chen Ein­zel­um­stän­de. Hier­zu zäh­len die Art und Schwe­re des Wett­be­werbs­ver­sto­ßes sowie das Ver­hal­ten des Schuld­ners nach dem Ver­stoß.

Vor allem ist aber auf das Ver­hal­ten des Gläu­bi­gers bei der Ver­fol­gung die­ses und ande­rer Ver­stö­ße abzu­stel­len 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. Dezem­ber 2014 – I ZR 113/​13

  1. vgl. BGH, Urteil vom 06.04.2000 – I ZR 76/​98, BGHZ 144, 165, 170 Miss­bräuch­li­che Mehr­fach­ver­fol­gung, zu § 13 Abs. 5 UWG aF; Urteil vom 22.04.2009 – I ZR 14/​07, GRUR 2009, 1180 Rn.20 = WRP 2009, 1510 0, 00 Grund­ge­bühr; Urteil vom 22.10.2009 – I ZR 58/​07, GRUR 2010, 454 Rn.19 = WRP 2010, 640 – Klas­sen­lot­te­rie; Urteil vom 06.10.2011 – I ZR 42/​10, GRUR 2012, 286 Rn. 13 = WRP 2012, 464 Fal­sche Such­ru­brik[]
  2. vgl. BGHZ 144, 165, 170 Miss­bräuch­li­che Mehr­fach­ver­fol­gung; BGH, Urteil vom 15.12 2011 – I ZR 174/​10, GRUR 2012, 730 Rn. 15 = WRP 2012, 930 Bau­heiz­ge­rät[]