Detek­tiv­ar­beit bei Rechts­strei­tig­kei­ten

Rechts­strei­tig­kei­ten vor Gericht sind immer mit einem beson­de­ren Auf­wand für die betrof­fe­nen Par­tei­en ver­bun­den. Egal, ob es sich um einen Auto­un­fall, Arbeits­rechts­strei­tig­kei­ten, oder auch Fami­li­en­aus­ein­an­der­set­zun­gen han­delt, zur Klä­rung der Ange­le­gen­hei­ten und für die Ver­tre­tung vor Gericht sucht man sich im Regel­fall einen Rechts­an­walt sei­nes Ver­trau­ens. Doch die­ser kann für sei­ne Arbeit immer nur auf die Behaup­tun­gen und Tat­sa­chen zurück­grei­fen, die der Man­dant ihm mit­teilt. Schwie­rig wird es, wenn rele­van­te Ver­mu­tun­gen nicht durch Bewei­se unter­mau­ert wer­den kön­nen. So muss das "Krank­fei­ern" des Arbeit­neh­mers genau­so nach­ge­wie­sen wer­den wie der ver­mu­te­te Griff in die Por­to­kas­se. Für sol­che Nach­for­schun­gen kann ein Detek­tiv gute Diens­te leis­ten und der Rechts­sa­che vor Gericht zum Erfolg ver­hel­fen.

Detek­tiv­ar­beit bei Rechts­strei­tig­kei­ten

Seriö­se Detek­tei­en legen gro­ßen Wert auf ihre Dis­kre­ti­on und Pro­fes­sio­na­li­tät. Zu ihren all­täg­li­chen Auf­ga­ben zählt auch die gerichts­ver­wert­ba­re Beweis­si­che­rung. Unab­hän­gig davon, ob es sich um ein Zivil­ver­fah­ren, einen Straf­pro­zess oder um Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät han­delt, kann eine Detek­tei das viel­leicht noch feh­len­de Beweis­ma­te­ri­al für den Rechts­streit lie­fern.

Die Arbeit eines Detek­tiv­bü­ros ist zwar auch mit Kos­ten ver­bun­den – sie kön­nen aber unter bestimm­ten Vorraus­set­zun­gen in einem Gerichts­ver­fah­ren erstat­tungs­fä­hig sein. Grund­sätz­lich zählt der all­ge­mei­ne Pro­zess­auf­wand1 nicht zu den erstat­tungs­fä­hi­gen Kos­ten eines Rechts­streits. Daher hat jede Par­tei die mit der Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung eines Rechts­streits ver­bun­de­nen Kos­ten selbst zu tra­gen.

Ledig­lich wenn es einer Par­tei nicht zuge­mu­tet wer­den kann, Eigen­leis­tun­gen zu erbrin­gen oder wenn das beson­de­re Fach­wis­sen fehlt, kön­nen Kos­ten für einen Drit­ten erstat­tet wer­den. Bei­spiels­wei­se hat das Ober­lan­des­ge­richt Koblenz für die Ein­schal­tung einer Detek­tei zur Anschrif­ten­er­mitt­lung die Kos­ten als erstat­tungs­fä­hig beur­teilt, weil Anfra­gen beim Mel­de­re­gis­ter kein Ergeb­nis brach­ten2. Aber auch das Ober­lan­des­ge­richt Schles­wig hat für die Ermitt­lung von Grün­den für die Anmie­tung eines Miet­wa­gens beim Ver­dacht eines gestell­ten Unfalls die Erstat­tungs­fä­hig­keit der Kos­ten bejaht3. Hat eine Par­tei kei­ne ande­re Mög­lich­keit, an bestimm­te Infor­ma­tio­nen bzw. Bewei­se zu gelan­gen, kann eine Detek­tei beauf­tragt wer­den und die dadurch ent­ste­hen­den Kos­ten kön­nen erstat­tet wer­den.

  1. OLG Köln, Beschuss vom 19.09.2012 – 17 W 150/​12 []
  2. OLG Koblenz, vom 08.06.1998 – 14 W 391/​98 []
  3. OLG Schles­wig JB 1991, 1657; KG JB 2004, 32 []