Die Bun­des­län­der wol­len Kon­zes­si­ons­be­schrän­kung für Sport­wet­ten­an­bie­ter auf­he­ben

Die Bun­des­län­der haben sich dazu ent­schie­den, die bis­her gel­ten­de Anzahl von maxi­mal 20 Kon­zes­sio­nen für Sport­wet­ten­an­bie­ter zu kip­pen, weil die­se in der Pra­xis zu erheb­li­chen Pro­ble­men geführt und mit­un­ter genau Gegen­tei­li­ges bewirkt hat. So war ille­ga­les pri­va­tes Glücks­spiel ein zuneh­men­des Pro­blem, dem prä­ven­tiv ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den soll­te. Nichts­des­to­trotz sol­len die Kon­zes­sio­nen zukünf­tig auch an qua­li­ta­ti­ve Min­dest­stan­dards geknüpft wer­den.

Die Bun­des­län­der wol­len Kon­zes­si­ons­be­schrän­kung für Sport­wet­ten­an­bie­ter auf­he­ben
Sportwette auf Smartphone
Bild: Sport­wet­ten machen nicht nur Spaß, son­dern unter Umstän­den auch reich. Bild­quel­le: wave­bre­ak­me­dia – 299107145 /​Shutterstock.com

Alter Glücks­spiel­staats­ver­trag mani­fes­tier­te Mono­pol des Anbie­ters Oddset

Glücks­spiel ist, wie www.wz.de berich­tet, nicht nur in Deutsch­land so eine Sache – es muss im Ein­klang mit der aktu­el­len Geset­zes­la­ge ste­hen und darf nicht von jedem durch­ge­führt wer­den. Eine ers­te Regle­men­tie­rung des Sek­tors fand schon im Jahr 2008 mit dem soge­nann­ten Glücks­spiel­staats­ver­trag statt, dem sich alle 16 deut­schen Bun­des­län­der unter­war­fen. Der Ver­trag soll­te ein­heit­li­che Rege­lun­gen für die Ver­an­stal­tung von Glücks­spiel schaf­fen und trat direkt am 1. Janu­ar in Kraft. Er soll­te fort­an für vol­le vier Jah­re bis zum 31. Janu­ar des Jah­res 2011 gel­ten. Doch sei­ne Gel­tung ende­te nicht etwa, weil er nicht mehr sach­dien­lich gewe­sen wäre, son­dern schlicht und ergrei­fend des­halb, weil die ein­zel­nen Bun­des­län­der im Vor­feld nicht beschlos­sen hat­ten, dass er län­ger gel­ten sol­le. Der Glücks­spiel­staats­ver­trag hat­te unter ande­rem die fol­gen­den Zie­le:

  1. Ver­mei­dung von Glücks­spiel- und Wett­sucht
  2. Spie­ler­schutz und Jugend­schutz
  3. Schutz vor Betrug und Co.

Was vie­len Anbie­tern, die zuneh­mend auf den Markt drän­gen woll­ten, jedoch so gar nicht schmeck­te, war die Mani­fes­tie­rung des, gemäß www.handelsblatt.com schon vor­her bestehen­den, Glücks­spiel­mo­no­pols von Oddset. Der staat­li­che Sport­wet­ten­an­bie­ter nutz­te zudem sei­ne Vor­macht­stel­lung auch auf Mar­ke­tin­ge­be­ne in einer Art und Wei­se, die für die Zukunft nicht län­ger akzep­ta­bel schien.

Glücks­spie­län­de­rungs­staats­ver­trag führ­te begrenz­te Kon­zes­sio­nen ein

Geltung neuer Regelungen
Bild: Die Regu­lie­rung des Sport­wet­ten­mark­tes ist immer auch eine poli­ti­sche Ange­le­gen­heit. Bild­quel­le: Uber Images – 334043420 /​Shutterstock.com

Die Ver­ab­schie­dung des soge­nann­ten Glücks­spie­län­de­rungs­staats­ver­trags war somit nur eine logi­sche Schluss­fol­ge­rung der auf­ge­zeig­ten Pro­ble­me. In Kraft trat der, auch auf www.lotto.de bespro­che­ne, Ver­trag am 1. Juli 2012, nach­dem er durch alle Bun­des­län­der, mit Aus­nah­me von Schles­wig-Hol­stein, Ende Dezem­ber 2011 unter­zeich­net wor­den war. Der GlüÄndStV, wie er auch abge­kürzt wird, kon­sta­tier­te diver­se ein­schnei­den­de Ände­run­gen:

  • Been­dung des Ver­triebs­ver­bots für Lot­to über das Inter­net
  • Mög­lich­keit eines grenz­über­schrei­ten­den Lot­to-Jack­pots
  • Zuläs­sig­keit der Wer­bung von Spiel­ban­ken
  • Für sie­ben Jah­re gel­ten­de Aus­nah­me vom staat­li­chen Mono­pol

Der ers­te Punkt war vor allem revo­lu­tio­nie­rend für die Lot­to­bran­che, die fort­an auch mit dem immer popu­lä­rer wer­den­den Medi­um des Inter­nets arbei­ten konn­te. Aber auch für Spiel­ban­ken bedeu­te­te die Mög­lich­keit, aktiv Wer­bung zu machen, einen Schritt in eine libe­ra­le­re Rich­tung. Ins­be­son­de­re der letz­te Punkt soll­te aber in der Pra­xis die größ­te Wich­tig­keit ent­wi­ckeln. Wäh­rend der soge­nann­ten Expe­ri­men­tier­pha­se räum­te der Art. 10a des GlüÄndStV näm­lich die Mög­lich­keit ein, maxi­mal 20 Kon­zes­sio­nen für Anbie­ter von Sport­wet­ten zu ver­ge­ben. Dies galt sowohl für pri­vat als auch staat­li­che orga­ni­sier­te Unter­neh­men. Da es sich bei der Ver­ga­be der Kon­zes­sio­nen um eine weit­rei­chen­de Ände­rung han­del­te, wur­de das zuge­hö­ri­ge Ver­ga­be­ver­fah­ren mit Argus­au­gen über­wacht. Die fina­le Ver­ga­be ver­zö­ger­te sich jedoch und mit Kla­gen blo­ckier­ten sich vie­le Bewer­ber qua­si gegen­sei­tig.

Grün­de für die Auf­he­bung der Kon­zes­si­ons­be­schrän­kung sind viel­fäl­tig

Wette auf den Fußball
Bild: Wenn­gleich die Kon­zes­si­ons­be­schrän­kung durch­dacht war, so brach­te sie auch Nach­tei­le mit sich. Bild­quel­le: Sisa­corn – 560742808 /​Shutterstock.com

Dies ist natür­lich kei­nes­falls pra­xis­taug­lich, sodass es nun auf den ers­ten Blick eine ver­nünf­ti­ge Ent­schei­dung ist, die Kon­zes­si­ons­be­schrän­kung end­gül­tig auf­zu­he­ben. Auch der Unter­neh­mer Heinz Pat­z­elt von www.wettanbieter.de sieht die Ent­schei­dung äußerst posi­tiv: „Es trägt wohl zur not­wen­di­gen Beru­hi­gung des Sport­wet­ten­mark­tes bei und sorgt gleich­zei­tig für mehr Klar­heit.“ Ande­re Stim­men pflich­ten dem Grund­te­nor bei: „Zudem sei es ver­mehrt zu ille­ga­lem Spiel gekom­men…“, erklär­te Meck­len­burg-Vor­pom­merns Regie­rungs­chef Erwin Sel­le­ring zum Abschluss der Minis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz in Ros­tock.

Ein inter­es­san­ter Punkt ist, dass der­zeit eben­falls noch dis­ku­tiert wird, bes­se­re Kon­troll­mög­lich­kei­ten für ille­ga­le Ange­bo­te zu ent­wi­ckeln. Dies ist natür­lich beson­ders für den Inter­net-Casi­no-Bereich rele­vant, da die­ser auch wesent­lich schwe­rer zu regu­lie­ren ist. Mit der ver­schärf­ten Kon­trol­le ein­her­ge­hen soll auch die Opti­on, ent­spre­chen­de Sank­tio­nen zu ver­hän­gen. Eben­falls im Gespräch ist den Spie­ler­schutz dadurch zu erhö­hen, ein monat­li­ches Ver­lust­li­mit von 1000 Euro pro Spie­ler ein­zu­füh­ren. Dies ist jedoch kri­tisch zu sehen:

  1. Ver­lust­li­mits las­sen sich in den meis­ten Fäl­len umge­hen
  2. Meh­re­re Platt­for­men ermög­li­chen eine Aus­he­be­lung des Limits
  3. Unzu­läs­si­ge Mehr­fach­ac­counts sind mög­lich

Ver­lust­li­mits lie­fen in der Pra­xis näm­lich ins­be­son­de­re dann ins Lee­re, wenn ein Spie­ler Accounts auf meh­re­ren unter­schied­li­chen Sei­ten hat und ein­fach woan­ders wei­ter­spielt, wenn das ent­spre­chen­de Limit erreicht ist. Bis dato erscheint es nicht nach­voll­zieh­bar, wie dies ver­hin­dert wer­den kann.

Attrak­ti­vi­tät des Glücks­spiel­mark­tes ist für Anbie­ter und Spie­ler hoch

Sportwetten vor Gericht
Info­gra­fik: Die Sport­wet­ten­ur­tei­le der letz­ten Jah­re waren immer von weit­rei­chen­dem Inter­es­se. Info­gra­fik­quel­le: rechtslupe.de

Nicht weni­ge Außen­ste­hen­de kön­nen die gan­ze Pro­ble­ma­tik, die mit der Ver­ga­be der Kon­zes­sio­nen und der Regu­lie­rung des Mark­tes ein­her­geht, nicht ganz nach­voll­zie­hen. Betrach­tet man das Gan­ze jedoch objek­tiv, so stellt man fest, dass Sport­wet­ten bzw. Glücks­spiel für vie­le Men­schen eine attrak­ti­ve Frei­zeit­be­schäf­ti­gung dar­stel­len:

Per­spek­ti­ve Vor­tei­le Nach­tei­le
Anbie­ter Lang­fris­ti­ger Gewinn Regu­lie­run­gen
Spie­ler Spaß und Span­nung Risi­ko der Spiel­sucht

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