Die GEMA kann nicht anders…

Die GEMA ist den Berech­tig­ten auf­grund ihrer Treu­hän­der­stel­lung aus den Berech­ti­gungs­ver­trä­gen ver­pflich­tet, im Fal­le einer Ver­let­zung der von ihr wahr­ge­nom­me­nen Rech­te den Ver­let­zer auf Scha­dens­er­satz in Anspruch zu neh­men. Berech­net sie dabei den Scha­den nach der ange­mes­se­nen Lizenz­ge­bühr, hat sie die­ser Berech­nung regel­mä­ßig die Tarif­ver­gü­tung zugrun­de zu legen, die der Ver­let­zer bei ord­nungs­ge­mä­ßer Ein­ho­lung der Erlaub­nis hät­te ent­rich­ten müs­sen. Ent­hält das Tarif­werk einen Tarif, der dem Grun­de nach auf die in Rede ste­hen­de Nut­zung anwend­bar ist, aber zu einer der Höhe nach unan­ge­mes­se­nen Ver­gü­tung führt, so ist die Höhe der im Tarif vor­ge­se­he­nen Ver­gü­tung auf das ange­mes­se­ne Maß zu redu­zie­ren. Zur Bestim­mung des ange­mes­se­nen Maßes der Ver­gü­tung dür­fen ande­re, eine ähn­li­che Nut­zung betref­fen­de Tari­fe her­an­ge­zo­gen wer­den1.

Die GEMA kann nicht anders…

Nimmt die GEMA im Fal­le einer Ver­let­zung der von ihr wahr­ge­nom­me­nen Rech­te den Ver­let­zer auf Scha­dens­er­satz in Anspruch, so ist sie den Berech­tig­ten, deren Rech­te ver­letzt wor­den sind, nicht auf­grund ihrer Treu­hän­der­stel­lung aus den Berech­ti­gungs­ver­trä­gen ver­pflich­tet, sie an die­sem Ver­fah­ren und einem etwai­gen Ver­gleichs­ab­schluss mit dem Ver­let­zer zu betei­li­gen. Dies gilt auch dann, wenn die durch die Inan­spruch­nah­me des Ver­let­zers erziel­ten Ein­nah­men ent­spre­chend dem Ver­tei­lungs­plan – nach Abzug bestimm­ter Beträ­ge – allein an die­se Berech­tig­ten aus­zu­schüt­ten sind.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 1. Dezem­ber 2010 – I ZR 70/​09 – Mul­ti­me­dia­show

  1. Fort­füh­rung von BGH, Urteil vom 29.01.2004 – I ZR 135/​00, GRUR 2004, 669, 671 f. – Musik­mehr­ka­nal­dienst []