Die Gewer­be­an­mel­dung einer real nicht exis­tie­ren­den Fir­ma

Eine weni­ge Tage zuvor für eine real nicht exis­tie­ren­de Fir­ma erwirk­te Gewer­be­an­mel­dung genießt kei­nen öffent­li­chen Glau­ben und wird daher vom Tat­be­stand der mit­tel­ba­ren Falsch­be­ur­kun­dung nach § 271 Abs. 2 StGB nicht erfasst.

Die Gewer­be­an­mel­dung einer real nicht exis­tie­ren­den Fir­ma

Gemäß § 15 Abs. 1 GewO han­delt es sich bei der Gewer­be­an­mel­dung um die Emp­fangs­be­schei­ni­gung der Anzei­ge, mit der der Gewer­be­trei­ben­de nach § 14 Abs. 1 S. 1 GewO den selb­stän­di­gen Betrieb eines ste­hen­den Gewer­bes anzu­zei­gen hat. Vor­ran­gi­ger Zweck der Anzei­ge ist es, der zustän­di­gen Behör­de Auf­schluss über die Zahl und die Art der in ihrem Bezirk vor­han­de­nen Gewer­be­be­trie­be zu geben und eine wirk­sa­me Über­wa­chung der Gewer­be­aus­übung zu ermög­li­chen 1.

Die Beschei­ni­gung gibt dem Gewer­be­trei­ben­den die Gewiss­heit, dass sei­ne Anzei­ge bei der Behör­de ein­ge­gan­gen ist; eine wei­ter­ge­hen­de Bedeu­tung kommt ihr nicht zu.

Im Hin­blick auf den Zweck der Anzei­ge sind Gewer­be­re­gis­ter bzw. kar­tei kei­ne öffent­li­chen Regis­ter und genie­ßen kei­nen öffent­li­chen Glau­ben 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Sep­tem­ber 2018 – 2 StR 400/​17

  1. BVerwG, Urteil vom 08.06.1971 – – I C 40/​70, BVerw­GE 38, 160, 161; Marcks in Landmann/​Rohmer, GewO, 78. EL, § 14 Rn. 7 mwN[]
  2. Marcks in Landmann/​Rohmer, aaO, § 14 Rn. 59[]